ashley gorge – glentunnel

ich wache um fuenf auf und drehe mich noch einmal. schlafe ziemlich gut. schliesslich beginne ich den tag langsam um halb neun, zelt trocknen (es hat nicht geregnet), zusammenraeumen, alles verstauen, die nassraeume besuchen. dann koche ich mir einen tee, sitze auf der zeltunterlage (funktioniert gut, die taschen-plane von veloplus). da faehrt ein mann mit einem mountainbike zu mir heran. ob ich mit dem velo durch neuseeland fahre? ja, so sei es. wir plaudern ein bisschen. er passt auf den hobby-betrieb seines sohnes und dessen partnerin auf, 20 schafe, 7 rinder. und so einmal am tag mache er seine bikerunde. er sei auch mal durch neuseeland gefahren mit dem velo. dabei habe er eine schweizerin getroffen, brigitte (er sagt bridget) und teilweise seien sie zusammen gefahren. er will genau wissen, wo ich durchfahren werde. geraldine versteht er nicht, ich wiederhole es mehrmals. ah, geraldine, sagt er und es klingt genau gleich. das ist doch ueberall so. jedenfalls sagt er dann, die kiwis seien der ansicht, sie haetten keinen akzent. da muss ich lachen. jetzt geht es schon besser, aber am anfang musste ich jeden satz nachfragen. jetzt hoere ich nicht mehr so genau hin und es geht besser.

wir plaudern sicher 20 minuten, dann ueberlaesst john mich meinem tee und brot mit erdnussbutter. bevor ich den camping verlasse, fahre ich noch zum aussichtspunkt ueber den ashley gorge. eine schlucht, aehnlich wie das schwarzwasser unten ein recht kleiner fluss. man haette baden koennen, aber ich war zu muede. dann besuche ich noch drei alte, dicke baeume, ein giants walk. danach geht es wirklich los.

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zuerst in richtung oxford, eine nette, gewellte ueberlandstrasse, schafe, privathaeuser, waelder.

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immer wieder palmen. ein schwarzweisser vogel, recht gross, der lustige geraeusche macht. wie frueher ins internet einwaehlen. oder wie ein wind, der in einem rohr geraeusche macht. ich komme noch nicht weit, da fahre ich durch eine ortschaft. es ist manchmal schwierig zu sagen, wann man sich in einer ortschaft befindet und wann einfach zufaelligerweise die haeuser enger stehen. ortsschilder gibts irgendwie nicht immer. weit vorne steht ein mann und als ich naeher komme, bedeutet er mir, zu bremsen. wie er mich da so radeln sehe, muesse er mich gleich ein paar technische dinge fragen. wie ich mit dem regen umgehe. hm, ich haette noch keinen regen gehabt, sage ich. ich sei zwar gut ausgeruestet, aber ich wisse auch noch nicht, wie es dann sei. ich habe schliesslich gelesen, dass es ziemlich schlimm sein kann. vielleicht wuerde ich dann auch ein haus vorziehen, ein hostel, b&b oder so. aha, das bringe ihn zur zweiten frage. uebernachten, wie ich das plane, ob ich das voraus buche oder so. ich sage nein, das sei nicht moeglich. das sei mir zu stur, dann muesse ich mich daran halten. er hat mit velofahren auf der nordinsel angefangen, aber war so enttaeuscht vom wetter, offenbar nur ein sonnentag, dass er ein auto gemietet hat. ich habe nicht ganz alles verstanden, weil er ist am 9. gelandet und jetzt seit sonntag mit dem auto unterwegs. jedenfalls fachsimpeln wir ueber veloausruestung und kaese. er ist franzose und nennt das, was sie hier haben, kaese. aber ich habe schliesslich auch noch nicht viel gesehen.

dann geht es weiter auf der inland scenic route 72. maessig verkehr und die meisten holen weit aus, wenn sie mich ueberholen. wieder kilometerweise geradeaus… dann kommt ein gorge und darueber eine einspurige bruecke. ich habe vortritt, aber warte trotzdem eine verkehrspause ab. das wasser ist wie von einem gletscher, milchigweiss-blau, wunderschoen.

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von ein paar schafen beobachtet, esse ich mein zmittag in einer kleinen betriebszufahrt, die von der hauptstrasse aus weggeht. es ist schwierig, schatten zu finden. links und rechts sind fuenfdrahtige zaeune, zuoberst ein stacheldraht. die baeume stehen von der strasse zurueck und wo es gestern gemaeht war, ist heute wildnis. nachdem ich eine grosse strasse gekreuzt habe, geht die 72 weiter und es hat noch weniger verkehr. es ist ziemlich schoen hier, viele pflanzen, viel gruen, auch wenn es ziemlich trocken sein muss. nicht nur die staendigen bewaesserungsanlagen, sondern auch die ausgetrockneten fluesse zeigen das. und es gibt sehr viel verschiedenes gruen. viele so halbsukkulente pflanzen, grosse stachelpflanzen, deutlich anders als bei uns. beim zmittag dagegen wuchs breitwegerich und gemeines rispengras auf dem weg.

ich wollte heute eine kleinere, normale strecke fahren als gestern (69 km und das war ohne die strecke in die stadt). in coalgate fahre ich bei einer autogarage zu, ich habe durch die tuer des office einen grossen kuehlschrank mit getraenken gesehen. im schatten eines kirschbaumes trinke ich mein fanta. die frau hat mir erklaert, wie es zum zeltplatz in glentunnel geht. ich finde ihn ziemlich schnell und checke ein. stelle mein zelt am rande eines gebuesches auf. neben mir ist eine familie mit drei kleinen kindern auch am aufbauen. sie sind mit zwei autos gekommen, eines davon ein familyvan. ein grosses hauszelt. kisten voller chips, spielsachen, gesellschaftsspiele. ein kinderbett aus holz. ah vergessen, der familyvan hatte noch einen anhaenger. unmengen von material. duschen ist schon schoen. jetzt in der kueche des campings, eine internetstation. ich haette ja eigentlich eine gewisse datenmenge auf dem handy, ueber die neuseelaendische simcard, aber irgendwie funktioniert das zur zeit nicht. naja, so ein bisschen internet-abstinenz tut auch gut.

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