glentunnel – mount somers

heute fahre ich frueher los, etwas nach neun. zuerst eine nette, gewellte strasse, rauf und runter. wenig verkehr. habe ja gestern noch etwas laenger mit dem ersten tourenfahrer geredet, der mir begegnet ist. ein kanadier. er hat allerlei unterhaltsame dinge erzaehlt. er war schon mehrmals in neuseeland, auch mit dem campervan. deshalb kenne er es so gut, dass er mit einer landeskarte faehrt, sagt er. er ist auch viel velo in den usa gefahren. sagte, das sei ganz schoen, wenn man sich an die democrats staaten halte. republican states, das heisse guns, gefaehrlich und ganz schlecht zum velo fahren. jedenfalls sagte der kanadier auch, vor elf sei auf den neuseelaendischen strassen weniger los, because the kiwis like to sleep in. und die touris sowieso.

bald komme ich zum rakaia gorge. nette abfahrt, aber ich sehe schon, wie es drueben raufgeht. ziemlich raufgeht. ich esse im flussbett am schatten zmittag, es ist sehr heiss. der velopc sagt 37 grad, das stimmt wohl nicht ganz, aber es ist deutlich heisser als am tag zuvor und da waren es 28 grad. der aufstieg nach dem gorge ist einfach uebel. es ist sauheiss, steil, wenig shoulder und dann kies. und mein velo ist so schwer. ich muss alle 20 m anhalten. das anfahren ist eine unsichere sache und ich muss immer warten, dass kein auto kommt. aber es hat nicht viel verkehr. und dann zum teil noch gegenwind! heisser, trockener wind. ich gebe zu, dass der thought crossed my mind, was tue ich hier, warum tue ich mir das an. aber auch das geht vorueber. als ich gerade wieder einmal halte, faehrt von der gegenseite ein velofahrer zu mir her. ob alles okay sei. ich sage, yes, just too hot, too steep, and too heavy. er ist so an die 70, kiwi, mit renner und zwei saccochen. er wohne in geraldine, das sind noch so 80 km. ah, switzerland. my friend is swiss. peter keller aus frick. der mann erzaehlt mir, wie die strecke weitergeht, und was in geraldine alles offen habe ueber die feiertage. ich kaempfe mich weiter. ein peak kommt und spaeter noch ein zweiter. ich habe es geschafft. oben angekommen, sehe ich einen holzunterstand, wie ein bushaeuschen. schatten fuer das surly und mich! ab da geht es dann mehrere kilometer runter, nur eine leichte neigung, herrlich, man kann es ziehen lassen, nicht pedalen, aber auch nicht bremsen. dann wieder lange geradeaus, mehrheitlich gut zu fahren. ungefaehr 8 km vor mount somers halte ich bei einem geschlossenen cafe zu und setze mich auf die terrasse in den schatten. denke, ueber 30 grad und das am 24.12. das ist unglaublich! ab da komme ich kaum mehr vorwaerts, obwohl es praktisch eben ist. der asphalt wirft blasen, die unter meinen reifen platzen, wenn ich nicht ausweiche. im gebuesch platzen die schoten eines busches. kies klebt am reifen. ich muss sogar im flachen anhalten. es ist so heiss. endlich, mount somers, zeltplatz, laden. es kann nicht mehr weit sein. aber das dorf liegt abseits der hauptstrasse, noch 400m. ich esse einen riegel. da ist ein laden. ich kaufe eine kuehle limonade. sitze auf der bank im schatten vor dem laden und denke an q (startrek). wie er sein langweiliges (da endloses) leben fuer picard so dargestellt hat: eine tankstelle, in einer wueste, heisses klima und es kommt nie jemand vorbei. es passiert nie etwas. genauso kam es mir vor. heiss, flirrend, staubig, das schild des ladens schwingt leicht im wind, aber es ist ein heisser, trockener wind. marke backofen-aufmachen. leise geraeusche aus dem lade, musik. aber dann faehrt ein auto vorbei und die illusion ist weg. es ist etwas passiert. ich schaffe es nun auch zum campingplatz und wer ist da? der kanadier. ist schon seit anderthalb stunden da, hat im schatten geschlafen und baut jetzt sein zelt auf. er hat nach dem rakaia gorge das velo hochgestossen. so sei coromandel nonstop, warnt er mich schon vor. naja, da bin ich irgendwann im februar.

ich checke ein und stelle mein zelt neben dem einmann-msr des kanadiers auf. das fleckchen gras liegt gleich beim eingang zum camping, unter grossen baeumen mit voegeln drauf. ich lege mich erstmals eine halbe stunde ins vorzelt und lese.

am abend im zelt denke ich ueber weihnachten nach. ich habe immer gedacht, dass es mich traurig stimmen wuerde, an weihnachten alleine zu sein. aber hier ist es so absolut nicht weihnachtlich, auch wenn es allenthalben christmas dekoration hat und in allen camping-toiletten weihnachtslieder dudeln. es ist nicht besinnlich. ich sehe das datum auf meinem handy, aber es ist wie nicht relevant. ausserdem bin ich auch einfach nur muede. der kanadier heisst brian, stellt sich heraus. wir schauen zusammen im aufenthaltsraum die wettervorhersage fuer morgen, es sieht soweit gut aus. nicht so heiss.

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