mount somers – geraldine

ich erwache um sechs und beschliesse, zusammenzupacken. die luft ist sehr feucht, wie starker nebel. aber die sicht ist besser. fuer das fruehstueck ziehe ich auf die porch des aufenthaltsraumes. zum tee packe ich das paeckli von meiner familie aus, weine ein bisschen. zu hause sind sie jetzt am haerdoepfustock machen. wie immer. als brian ready to go ist, faellt mir auf, dass er ein surly faehrt. ihm ist meins auch nicht aufgefallen. jetzt schaut er sich meines genau an, weil es neuer ist und surly in der zwischenzeit offenbar einiges veraendert hat. ein vogel hat auf mein velo geschissen. ich habe noch gedacht, ui, so unter den baeumen, mit diesen vielen vogelnestern, aber das zelt war praktisch sauber. nachts hat es ein vogelnest heruntergeweht. aber es war leer. sowieso sah es eher schitter aus, entweder noch im bau oder schon laenger nicht mehr bewohnt.

ich fahre um 8.40 los, weil ich noch mit barry geredet habe. er und judy sind gestern relativ spaet gekommen, ich war gerade am kochen. sie schlafen in einer kleinen huette, die man auf den campings hier mieten kann. heute radeln sie auch weiter nach sueden. er fragt mich, wie ich den jetlag erlebt habe. judy sei eben aus england gekommen und habe noch immer muehe, obwohl sie zuerst fuenf tage zum eingewoehnen hatten und erst danach losgefahren seien.

die strecke ist eher flach. ich bin ja auch in den canterbury plains. flach, aber manchmal mit ueblem wind. bislang bin ich davon ziemlich verschont geblieben. ab und zu zeigt sich jetzt etwas gegenwind. man merkt ihn kaum, verwechselt ihn mit fahrtwind, aber kommt kaum mehr voran. uebrigens hat brian der kanadier gestern gesagt, als ich ihm von meinen letzten 8 muehsamen kilometern erzaehlt habe, der wind habe aufgefrischt. das habe ich nicht einmal bemerkt. jedenfalls ist es recht frisch, ich trage halstuch und kappe. keine sonne. graue stimmung, aber nicht mehr so feucht. wenig verkehr, ab und zu milchlastwagen. getreide wird bewaessert. ein kleines maedchen winkt mir aus einem truck zu, auf dessen anhaenger fuenf motocrossmotorraeder stehen: drei fuer erwachsene, zwei fuer kinder. ich fahre wieder einmal ueber eine one lane bridge und habe keinen vortritt. da aber niemand kommt, spure ich auf die bruecke ein. da tauchen gegenueber autos auf. das kann immer etwas muehsam sein, weil sie denken, mit einem velo kann man kreuzen. kann man auch. bin aber kein normales velo und dann wird es muehsam. jedenfalls sehe ich im rueckspiegel, dass hinter mir autos eingespurt haben. also kein problem mehr. direkt hinter mir ein weisses auto mit farbigen strichen. polizei? das waere ideal. dann kommt erst recht niemand auf dumme gedanken. tatsaechlich, als ich nach der bruecke wieder auf den shoulder fahre, ueberholt mich die polizei. ich wurde also quasi ueber den fluss eskortiert!

kurz erwaege ich, zum peel forest zu fahren. aber das waere 14 km ab der strasse. morgen waeren es die 14 km zurueck, plus die 10 nach geraldine, plus die 41 nach fairlie. ich beschliesse, weiterzufahren. entlang eines riesigen bewaesserungsbeckens. meist werde aber mit flusswasser bewaessert, hat brian der kanadier gestern erzaehlt. darum ist vieles ausgetrocknet. hinter hohen hecken grast neuseelaendische genetik. hohe besatzdichten. deutlich kleinere tiere als bei uns. sie schauen mich interessiert an, als ich anhalte und sie fotografiere. schafe und kaelber hingegen springen oft davon, wenn ich komme. die blochenden autos sind sie gewoehnt. zwei maenner ueberholen mich im truck, beide haben lange, graue haare und viele taetowierungen, und wuenschen mir merry christmas.

langsam rolle ich in geraldine ein. es wird warm und halstuch und kappe wandern ins gepaeck, die reissverschluesse zwischen weste und aermeln oeffne ich. in geraldine halte ich bei einem infozentrum. eine frau gibt mir einen stadtplan und erklaert mir, wo der kiwi holiday park ist. just behind the public toilets. aha. eigentlich ist das office geschlossen, stelle ich mit schrecken fest. aber da taucht ein mann auf und ich kann einchecken. ich stelle mein zelt auf einem flecken auf, der von blumenbeeten umgeben ist. daneben eine alte, zerfallende saemaschine fuer ein pferd. ich stelle nur das aussenzelt auf, damit ich nachher noch gehoerig lueften kann. es ist recht heiss geworden.

es ist 13 uhr. nach einer dusche in einer ueberaus sauberen nasszelle gehts in die stadt. naja, eine strasse ist das. alles ist zu, es ist heiss. also wieder zum infozentrum. hier sind wohl heute alle touris zu finden. schade, ist alles zu. man könnte hier bestimmt einen tag verbringen. 43’000 einwohnerlnnen. 7 kirchen (5 mal anglikanisch, einmal presbyterian und einmal katholisch), 4 supermärkte, inkl. einem orchard farm shop, 2 golfklubs, 3 museen, 9 cafes, 3 takeaways (fish, chinese, suvway) und das alles in einer strasse. da gibt es läden für spielsachen (spielfarm inkl. spiel-fahrsilo…), vorhänge, krimskrams und souvis. dann eine chocolaterie, beatrice zufolge ursprünglich von einem schweizer eröffnet (wäre bestimmt interessant zu schauen, ob die schoggi immer noch lindt ähnelt oder sich cadbury angeglichen hat. wobei, nichts gegen cadbury, eine tafel davon lässt sich brav jeden tag in meiner velotasche schmelzen und abends wieder erstarren. dann eine käserei mit laden, ein country scenario antiques & collectables (laura ashley lässt grüssen, ein alpakazentrum und ein honey corner shop mit allem aus honig. von lebensverlängernden produkten aus propolis bis zu honigsalbe und schliesslich – honig.

ginger beer und ein toasted sandwich, das koennen die hier echt gut. dann exit through the giftshop: icebreaker-ware (two weeks no laundry. feel it to believe). und schals aus fellen in brauntönen, die nach dem aussehen, was alle paar km auf der strasse liegt…
da liegen übrigens auch greifvögel. wie passiert sowas?

hier in geraldine endet der erste inlandstrip. morgen beginnt der zweite, ueber fairlie, twizel nach oamaru. zuerst etwas ansteigend, da es in richtung der alpen geht, dann wieder runter zum meer. brian der kanadier ist heute schon weiter nach fairlie. 49 km ist ihm zu wenig bis nach geraldine. aber bis nach fairlie waeren es dann 90 km, das macht auch keinen spass. ausserdem ist weihnachten.

soviel zu weihnachten (wieder mal nur fotos vom handy, weil ich vom handy aus blogge)
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