geraldine – fairlie

das muss echt unerhört sein, mit dem velo hier durchzufahren. alles starrt mich an. zuerst ein paar schafe, dann ein hase in einem feld. später ein paar mastbullen, ich tippe auf hereford. dann junge damhirsche und im gehege danach ältere damhirsche. bis um neun wenig verkehr. dann der erste bus. später autos mit angehängten booten, wassertöffs, mountainbikes.
ich sehe zwei noch ganze, aber schon tote possums. mitten auf der strasse, auch sie werden im laufe des tages geglättet, verkommen zu einem undeutlichen braunen fleck, eine kralle vielleicht bleibt heil und reckt sich anklagend vom asphalt weg der velofahrerin entgegen, die mit ihrem gefährt bestimmt keine possums überfährt (schädling hin oder her), aber aufgrund ihres tempos mehr mitbekommt, als sie möchte.
plötzlich weiter vorne auf der strasse etwas grosses, tot ja, mit langem arm? schwanz? gibts hier affen? ein känguru!! ich wusste nicht, dass es hier welche gibt. super, das erste, das ich sehe und es ist tot. ich frage mich, ob man das hier auch melden muss. jedenfalls hat es mir leid getan.

die strecke hat es in sich. immer wieder rauf und runter. ich fahre ja in richtung alpen und nerve mich, dass es doch immer wieder runter geht und ich höhe verliere. aber dann schaue ich auf den velopc und denke, runterfahren gibt auch kilometer.

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es ist heiss und es gibt keinen schatten. die kiwis mit ihren ewigen zäunen nerven mich. alles ist eingezäunt. links und rechts der strasse nonstop zaun. dann gatter. in die wenigen seitenstrassen kann man zwar reinfahren, aber auch sie sind voll ausgezäunt. schatten gibts nur hinter den zäunen und das ist private property. ich müsste mal kurz in den busch, aber auch das gibts nur hinter den zäunen. ich bin echt genervt. das ist bestimmt siedlermentalität. sofort einzäunen, das ist meins! du kannst dein vieh dahinten weiden.

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auch die autofahrer nerven mich heute. jeweils hinter einem grossen campervan stauen sich mehrere pws. die meisten geben mir soviel raum wie möglich. untereinander aber machen sie waghalsige überholmanöver. sogar mit boot im schlepptau! da kann ich nur denken, hey, ihr geht doch alle in die ferien?!
irgendwann kommt aber auch fairlie. beim ersten offenen cafe bestelle ich ein toasted sandwich und eine limo. ein rennvelofahrer würdigt mich keines blickes. ist wahrscheinlich wie beim töfffahren: man grüsst nur leute mit gleichem maschinentyp und ähnlicher ps-klasse.
auf dem zeltplatz kriege ich einen platz in schatten am gebüschrand mit einem tisch. davor sitzt eine illustre runde bei bier und klopft sprüche. die leute sitzen doch echt bei 35 grad auf schaffellen in ihren campingstühlen! sie erzählen mir von brian dem kanadier. der ist ja gestern direkt nach fairlie gefahren.

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ich kaufe ein wlan guthaben und blogge. da taucht auch der tourenfahrer auf, den ich heute morgen überholt habe. er hat wohl eine bessere route genommen als ich. ich wäre auch lieber anderswo gefahren, aber manchmal ist die orientierung schwierig. auf meiner 500000 karte sind längst nicht alle strassen und ohne strassennamen ist es schwierig, zu wissen a) wo man sich befindet und b) welche man nehmen soll. ich überlege, morgen früh loszufahren. in richtung lake tekapo hat es sicher nochmal viele schiffsanhänger.

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