ruhetag und pferderennen

nach dem ausschlafen serviert mir dave im kuechenhaus ein heisses fruehstueck mit ruehrei auf toast, gedaempfter tomate und gebratenem speck, das im backofen fuer mich warmgehalten wurde.
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jude ist rennen gegangen, der kleine darcy haelt die maenner auf trab. als alle geduscht und angezogen sind, steigen wir in zwei grosse pickups und fahren nach kurow zum pferderennen. das findet einmal jaehrlich statt. der ortsname kurow klingt fuer mich russisch, wird hier aber so ungefaehr koera ausgesprochen, wobei das oe fast verschwindet.

als wir ankommen, ist noch nicht viel los. wir haben weder sonnendach noch picknick mitgebracht, viele andere aber schon. einige haben das sonnendach auch gleich neben ihrem auto aufgebaut und sitzen mitten auf dem parkplatz. wir besetzen eine sitzbank zehn meter neben der pferderennbahn und es geht los mit eis essen. dann werden die pferde fuer das erste rennen hereingefuehrt. dave erklaert mir, wie man wettet. ich bin ueberzeugt, das pferd mit namen cravenaye hat es in sich. allerdings ist die expertenmeinung: made ground at cromwell. not the worst.
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naja. jedenfalls laeuft es als zweithinterstes ins ziel. alle halbe stunde findet ein rennen statt, dazwischen werden die pferde vorgefuehrt und neue wetten abgeschlossen. auch beim zweiten rennen habe ich kein glueck. das pferd heisst diesmal hawkeye chief, und ich hoere den namen staendig im speaker. aber offenbar sagt er nichts gutes, ich weiss es nicht, habs nicht verstanden. schon wieder zweitletzt.
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zu dem pferd steht allerdings im programmheft, odds could be attractive. naja, waren sie nicht. langsam fuellt es sich, picknickdecken werden ausgebreitet, sonnenschirme aufgespannt, kinder rennen mit verschmierten gesichtern herum, eiskuebel gefuellt mit gebratenen pouletschenkeln und gueetzidosen werden herumgereicht. darcy erhaelt von ueberall her etwas und haelt sich nicht still. ich beschliesse, das wetten sein zu lassen. allerdings kommt dann ein rennen mit nur fuenf pferden. think what the odds are, sagt dave zu mir und ich muss nicht lange ueberlegen. let’s go. ich wette immer auf ein pferd jeweils zwei dollar und zwar „each way“, also ob es gewinnt und ob es unter den ersten drei ist. ich stehe vorne am zaun und das pferd nummer vier gewinnt doch tatsaechlich! ich huepfe in der luft herum und die anderen lachen. jedenfalls habe ich dann 9 dollar 40 cents gewonnen und jude fotografiert mich mit dem gewinn. den investiere ich umgehend in ein whitebait-sandwich.
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bild: whitebait in ei

das sind ganz kleine fische (butzli), die in ei eingebraten werden und man kriegt den fladen zwischen zwei toastscheiben. neil und dave erzaehlen mir, frueher habe man aus den fischen hundefutter gemacht, heute sei das eine delikatesse. das gibt es nur ungefaehr zwei monate im jahr.

fast wie ascot mit dem hut

fast wie ascot mit dem hut

die startboxen werden verschoben, je nach laenge des rennens (1400m oder 1800m)

die startboxen werden verschoben, je nach laenge des rennens (1400m oder 1800m)

das pferderennen ist unterhaltsam, wiederholt sich aber. nach meinem gewinn wette ich definitiv nicht mehr. dave will mich zwar immer dazu ueberreden, wenigstens ein pferd auszuwaehlen, wenn sie vorgefuehrt werden. ich sage, ja, und dann wuerde ich 100 dollar drauf wetten, tues nicht, und dann gewinnt es? nein danke. die atmosphaere ist angenehm, man bekommt zwar mit, dass einige leute ziemlich viel geld wetten, aber es hat nicht diese abgehalfterte atmosphaere, wie wenn man vor einem casino rumsteht. es ist ein volksfest, zwischen den rennen spielen zwei junge leute gitarre, auf der rennbahn gibt es sackhuepfen und seilziehen fuer kinder und hinter der tribuene sind staende mit essen, kinder schminken und die wettbueros. darcy wird immer quengeliger und es wird immer heisser. als susie beschliesst, mit darcy zurueckzufahren, gehe ich mit. der kleine schlaeft im auto ein und wir parken im schatten und lassen ihn schlafen. setzen uns mit einer tasse tee unter das sonnendach, herrlich.

tierarzt und ambulanz fahren den rennenden pferden hinterher

tierarzt und ambulanz fahren den rennenden pferden hinterher

kiwis picknicken

kiwis picknicken

die jockeys sehen aus wie kinder und sind teilweise erschreckend mager

die jockeys sehen aus wie kinder und sind teilweise erschreckend mager

abends kommen die anderen drei vom rennen zurueck, haben auch nichts mehr gewonnen. ein weiteres paar kommt noch zu besuch und so ist es ein vergnueglicher abend mit spaghetti und fleischchuegeli. susie/dave und jude/neil gehen schon seit mehr als zehn jahren hierhin in die schafschererunterkuenfte. per zufall sind sie darauf gestossen, waren frueher immer in einem richtigen haus, aber da wohnt jetzt der sohn drin, der den betrieb uebernimmt. der alte betriebsleiter wollte ihnen die schafschererunterkuenfte zuerst nicht vermieten, denn der zustand ist wirklich nicht zu vernachlaessigen. aber sie kommen gerne her. man ist in fuenf minuten am see, sie haben motorboot und jetskis dabei, gehen baden, laufen, ausfluege in die umgebung machen. die vier sind ein eingespieltes team, es laeuft alles sehr locker und entspannt. man kann sich problemlos einfuegen.

morgen werden susie und jude mich ein stueck weit mit dem auto bringen. ich moechte an silvester in einem groesseren ort sein und nach oamaru sind es an die 90 kilometer.

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