twizel – te akatarawa

der japaner heisst „k“ und ist morgens noch da, als ich aufstehe. „k“ ist kurz fuer einen japanischen namen. er hat ungefaehr die gleiche route vor wie ich. er sei frueher ein velofahrer gewesen, erzaehlt er, und renne jetzt die gleiche strecke, die er vor 20 jahren durch neuseeland geradelt sei. er hat 40 is 50 kg gepaeck, normalerweise. in australien habe er darueber hinaus noch 25 kg wasser gehabt. einige kilometer nach twizel hole ich „k“ ein. die strasse nach omarama ist praktisch flach, wieder ein faux plate, wie das offenbar heisst. tendenz runter. links braune huegel mit trockenem gestruepp, rechts bewaesserung, die sonne kommt langsam durch die wolkendecke und bringt blauen himmel mit.

gelbe huegel mit trockenem gestruepp

gelbe huegel mit trockenem gestruepp

vor einer bruecke steht ein schild, radfahrende sollen vor dem ueberqueren auf den knopf druecken. das mache ich und schaue nach der bruecke zurueck. es blinkt tatsaechlich eine ampel mit velosymbol, solarbetrieben. nach omarama fuehrt der veloweg alps to ocean neben der strasse her, aber diese art gravel ist kaum zu fahren. die fahrspuren sind noch enger als auf autoschotterstrassen. das mag ja mit dem mountainbike gemuetlich sein, mit dem surly und dem gepaeck ist es uebel. ploetzlich aendert aber der schotter, ich gebe dem weg noch eine chance und es geht. zeitweise vier meter neben der strasse, dann etwas weiter weg.

alps to ocean biketrail am lake benmore

alps to ocean biketrail am lake benmore

durch eine trockene gegend, nur die rosenbuesche sind gruen und die weiden entlang des lake benmore. blau blueht der natternkopf, blau ist der see, super wetter. ploetzlich ein komischer durchgang, das surly ist zu breit und zu hoch. ich beginne, abzuladen. da kommen zwei maenner und eine frau auf mountainbikes daher. ich lasse ihnen den vortritt. sie steigen ab, schieben ihre bikes durch und fragen mich, wie ich durchzukommen gedenke. dann packen sie mein noch praktisch voll beladenes velo und heben es drueber. als ich mich bedanke, sagen sie, es kaeme noch ein zweiter solcher uebergang.

der weg ist gut, immer wieder gatter und bovistops, tiere sehe ich aber keine. zum essen setze ich mich unter eine weide an den see, gejohle von der nahen einwasserungsstelle. wasserski, wassertoeffs und motorboote flitzen uebers wasser.

alps to ocean biketrail am lake benmore

alps to ocean biketrail am lake benmore

zmittag am lake benmore

zmittag am lake benmore

ich setze einen punkt mit dem spot und da faellt mir ein, dass der mann vom landroverclub mir zum spot gratuliert hat. mit dem geraet setze ich jeden tag mehrere punkte und jeweils abends einen punkt fuer die uebernachtung. diese punkte kann man unter „strecke“ und dann den links „zur karte“ anklicken, anschauen. der spot hat auch einen sos-knopf, der geht auf das internationale notrufnetz, dann kommt irgendwie die neuseelaendische kavallerie. jedenfalls sagt der mann, in den neuseelaendischen alpen wuerden jedes jahr menschen verloren gehen. und nur die haelfte davon wuerden wieder gefunden. manchmal ist es allerdings auch nur bloedheit. so erzaehlt er von einer franzoesin, die im hostel am arthur’s pass gepaeck zurueckliess mit der notiz, sie hole es wieder. als sie nicht mehr zurueckkam, begann man eine suche. spaeter tauchte sie in te anau (das ist ziemlich weit weg) auf. als sie dort eincheckte, fragte man sie, ob sie sich bewusst sei, dass man sie in der region des arthur’s pass suche.

jedenfalls kommt tatsaechlich wieder ein solcher uebergang, aber das surly passt mit ach und krach (den velopc musste ich abnehmen) unten durch. jetzt geht es ueber einen kleinen pass (483m). es ist heiss und die trockene landschaft mit den vorherrschenden braun- und gelbtoenen macht durst. hinter dem pass ein neues tal, ein neuer fluss. nach einer langen abfahrt in einer ebenso trockenen landschaft komme ich nach otematata. hier will ich eigentlich uebernachten. ich kaufe im supermarkt ein tropical snow eis. dann checke ich auf dem zeltplatz ein. aber es ist drei uhr nachmittags und mein platz fuer das zelt liegt in der prallen sonne. auch sonst ist der camping eher lieblos. ich beschliesse, dass ich mir das um 15 uhr noch nicht bieten lassen muss. ausserdem habe ich irgendwie gerade einen lauf und das gefuehl, ich moechte noch weiterfahren. also mache ich kehrt und fahre einfach wieder weg. ich nehme den weg flussaufwaerts zum kraftwerk, um auf die andere flussseite zu gelangen. dort gibt es mehrere wildlife-campings, die nicht betreut sind. aber irgendwie zieht es mich zu keinem. ich will fahren und mir im moment nicht gedanken zur uebernachtung machen. ein paar in einem auto sagt mir, auf der anderen flussseite gebe es auch noch campingplaetze. die 60m hoch auf den damm sind allerdings schwierig, ich schiebe das surly vorwiegend, weil mein herz immer ploetzlich so haemmert beim hochfahren.

sicht vom staudamm aus

sicht vom staudamm aus

nach der abfahrt auf der anderen seite des staudamms beginnt eine tolle strasse. etwas hoch und runter, ein netter wind weht, immer wieder etwas schatten, rechts der blaue see, dann ein streifen gras und gruene baeume und links die gelben huegel. es gibt immer wieder campings. einige wohnwagen sind mit gruenen netzen eingezaeunt. innerhalb des zauns eben ein wohnwagen, meist einige zelte und ein dusch- und ein klozelt (das gibt es wirklich!). mich zieht es ganz und gar nicht zu diesen zeltplaetzen. ich weiss nicht so recht, was ich machen soll, es sind schon ueber 70 im, schlimmstenfalls fahre ich bis nach kurow, dort gibt es einen normalen camping, aber das sind noch mehr als 20 km. da sehe ich weiter vorne zwei frauen spazieren. ich halte an und frage sie, ob sie hier campen, wie das funktioniert und ob das sicher sei. sie sagen nein, sie haben zimmer auf einer farm, aber das sei schon sicher, ich koenne ja noch etwas weiterfahren, da komme ein groesserer solcher camping, der auch toiletten habe. ich fahre also weiter. als ich den meldeschein ausfuellen will, haben die beiden zu mir aufgeholt. sie haetten gerade darueber gesprochen, ob ich nicht mit zu ihnen kommen moechte. sie seien mit ihren maennern und einem enkelkind in schafschererunterkuenften. da habe es viel platz, es gebe auch eine heisse dusche und sie wuerden mir kiwi-dinner kochen. ich bin geruehrt und unendlich erleichtert. ich bin gerettet! ich warte am eingang vom camping, bis sie von ihrem spaziergang zurueckkommen. sie heissen jude (judith) und susie.

nach ungefaehr einem kilometer biegen wir hangwaerts auf eine grobe schotterstrasse ein. sie fuehrt zu einigen kleinen, grauen haeusern mit weissen holztueren und -fensterraehmen. wie gesagt, schafschererunterkuenfte. aeusserst einfach, gemacht fuer personen, die nur einige naechte pro jahr hier schlafen, in diesen tagen 18 stunden arbeiten und abends viel trinken. sagt dave. er und neil haben naemlich schon mit kochen angefangen, als ich mit jude und susie hochkomme. ausser dem haus mit der kueche und dem aufenthaltsraum gibt es noch ein duschen/klohaus und ungefaehr vier haeuser mit schlafzimmern. in einem haus befinden sich immer acht zimmer, die jeweils eine tuer direkt nach draussen haben. in den zimmern gibt es ein bett, ein regal und einige haken und naegel in den waenden. ich breite schon mal die rettungsdecke ueber die matratze aus, da diese eher zweifelhaft aussieht.

schafschererunterkuenfte und kuechenhaus

schafschererunterkuenfte und kuechenhaus

schafschererunterkunft

schafschererunterkunft

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der abend ist super. entspannte leute, die sich ueber besuch freuen. nur der enkel von dave und susie ist anstrengend. der vierjaehrige darcy ist ein adhs-kind, ruhelos und aufgedreht, verlangt immer nach aufmerksamkeit nach dem essen zeigen mir die maenner den scherstall. der liegt etwas oberhalb der haeuser auf einem huegel. die scherer haben nach dem letzten schaf den stall verlassen, und genauso sieht er noch aus. sogar das radio ist noch an. in kleinen boxen liegt zweitklassige wolle zum trocknen. bigbags mit wolle, bereit zum pressen und verfrachten, stehen noch herum. fuenf scherer koennen gleichzeitig arbeiten. die geschorenen schafe gelangen ueber rutschen unter das haus in pferche. das haus ist auf stelzen gebaut.

scherstall

scherstall

durch das gatter kommt das bewollte schaf, durch die rutsche geht das geschorene schaf

durch das gatter kommt das bewollte schaf, durch die rutsche geht das geschorene schaf

neuseelaendische schafwolle

neuseelaendische schafwolle

um zehn gehe ich ins bett. ich schlafe nicht schlecht und ziemlich lange. die netten leute haben mich naemlich ueberredet, einen ruhetag einzulegen und morgen mit ihnen zum pferderennen nach kurow zu fahren.

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