hampden – waikouaiti

schnell zusammengepackt und mich mit einem tee vor der kueche in die sonne gesetzt. die ganze kueche inklusive regalbrettern, steckdosenabdeckungen und die innenseite des vordachs sind beschrieben. wer hier war, wie es ihnen gefallen hat, emailadressen und webseiten, zeichnungen. ich schaue mich suchend um, vielleicht gibts ja irgendwo einen filzstift. da kommt das deutsch-schweizerische paar her, mit dem ich noch nicht gesprochen habe, das aber unweit meines zeltes ein hilleberg aufgestellt hat. ist mir natuerlich sofort aufgefallen, sowie die „all blacks“- und die schweizerfahne. (eine familie hat dann echt ihre drei quechua-zelte dazwischengestellt). sie haben einen filzer und schreiben etwas hin. ich kann mir den filzer borgen. sie fahren nach palmerston und nehmen dann den zug. ich habe mich schon gefragt, was das fuer eine zuglinie ist. gestern abend ist ein gueterzug durchgefahren, die kinder sind alle hingerannt. der schweizer sagt, die linie werde nur fast noch fuer gueterzuege gebraucht. nur noch selten fahre zwischen palmerston und dunedin ein personenzug. er gibt mir einen tipp, wo es einen netten gemeindecamping hat.

ich fahre los und habe nicht vor, bis palmerston auf dem highway 1 zu bleiben. also biege ich kurz nach der abzweigung nach moeraki village rechts ab in die horse grange road. nach 100 m steht zwar, extreme care logging trucks operating (achtung, holzlastwagen), aber es sieht alles ruhig aus und ist samstag morgen. die strasse ist befestigt, recht schmal, links und rechts eukalyptusbaeume. allerdings wird es ziemlich bald ziemlich steil. und noch lange dazu. ich schiebe das velo und denke daran, dass 1) das velo hier nicht bike, sondern pushbike heisst und 2) man sagt, wer sein velo liebt, schiebt. links und rechts ist wildnis, ein durcheinander von verschiedenen gruen, kleinen gelben blueten, stacheln und palmen. dazwischen bewegen und toenen irgendwelche tiere. beidseits geht es in die hoehe, stark geformte felsen. etwas weiter vorne der grund fuer die holzlastwagen: kahle huegel, alles abgeholzt, die aeste liegen noch herum.

abholzungen

abholzungen

horse range road

horse range road

horse range

horse range

horse range summit

horse range summit

es ist heiss und ich schiebe. und zwar gerade bis auf den pass herauf (240m, ich bin vom meer gekommen…). hinten geht es runter und zwar noch steiler als ich raufgekommen bin. es verlangt wieder volle bremskraft, die aussicht zwischen den baeumen zeigt gelb bluehende felder, viele huegel, weiden. kaum bin ich einigermassen unten, geht es gleich wieder hoch. meine beine sind so muede.

ich will nicht auf dieser strasse bis nach palmerston fahren, sondern links abbiegen. auf der 250000 karte ist das manchmal nicht ganz gut auszumachen. uebrigens, kleiner einschub: ich komme immer mehr zum schluss, dass man am besten mit dem strassenatlas fahren wuerde. hier sind auch in der groessten wildnis alle strassen angeschrieben und sackgassen sind auch markiert. der strassenatlas ist allerdings etwas schwer, aber manchmal schaue ich in informationsbueros rein, man kann sich ja das eine oder andere merken. ich biege in die walsh road an und es war richtig. wieder bin ich praktisch allein. ein auto kommt mir entgegen und zwei reiterinnen. sich bedeuten mir, anzuhalten, was ich ohnehin getan haette. auf meiner hoehe bleiben sie stehen und stellen mir die pferde vor, nachdem sie gefragt haben, wo ich herkomme. sie wohnen in der umgebung. als ich weiterfahre, fallen mir auf dem zaun linkerhand baelger auf. ich bleibe stehen. da haengen doch mindestens 25 baelger, von eher grossen tieren. ich studiere, was uebrig geblieben ist, die baelger haengen drum sicher schon ewig hier. ich beschliesse, dass es vermutlich wildschweine sind. ein kopf hat naemlich hauer. ein anderer sieht fast mehr nach fleischfresser aus. ich finde es ein bisschen eigenartig.

baelger am zaun

baelger am zaun

kurz bevor ich wieder einmal ueber die zugschienen fahre, sehe ich auf einer strasse, die in meine muendet, einen pickup fahren, dahinter ein schwarzweisser blitz, ein boarder collie. ich bleibe stehen, weil ich schauen will, ob der hund zu mir kommt. aber der hund muss arbeiten: eine herde schafe von einer weide auf die andere auf der anderen strassenseite treiben. kaum ist das gatter auf, witzt der hund davon. die schafe setzen sich in bewegung richtung gatter, wie reiskoerner auf einem blech, sammeln sie sich, unaufhaltsam in die gleiche richtung. einige bleiben haengen, aber der hund reagiert gar nicht darauf, sondern legt sich hin und beobachtet. die ersten sind durch das gatter, ueber die strasse und durch das andere gatter. dann, wie wasser, das zusammenbleiben will, troepfeln auch die letzten schafe hinterher, bis die ganze herde in einer fliessenden bewegung die weide gewechselt hat.

schafherde wechselt weide

schafherde wechselt weide

kurz muss ich auf den highway 1 zurueckkehren, dann biege ich links in die bushy hill road ab. hill ja, das stichwort. es geht wiederum steil und schotterig rauf. der tag entwickelt sich langsam zum wandertag. wieder sehe ich weit ueber das land, die felder, weiden, links ist das meer. es geht rauf und runter. ausser mir ist kaum jemand auf der strasse. den gemeindecamping, von dem der schweizer erzaehlt hat, finde ich nicht. also weiter auf der 1, ich frage mich, wo ich schlafen soll. er hat naemlich gesagt, zwischen dem gemeindecamping und dunedin gaebe es nichts mehr. das stimmt laut meiner karte nicht. der verkehr haelt sich in grenzen, bis auf die zwei bis drei trucks, die ich jeweils frueh genug im rueckspiegel sehe und anhalte, bis sie vorbei sind. als ich in waikouaiti ankomme, brauche ich erstmal etwas zu essen. in einem thai-schuppen bestelle ich einen burger und kaffee. der burger wird frisch gemacht, wieder mit einer scheibe gekochten randens. das scheint hier so ueblich zu sein. die frau und ich verstehen uns nicht so gut. sie spricht nicht muttersprache englisch und mein akzent macht es nicht besser. aber am schluss „thanks, love“. ich esse den burger auf dem kleinen platz neben dem takeaway, zwei holztische, kies und gras gemischt am boden, spatzen und tauben. den kaffee verschuette ich erstmal. als ich den deckel oeffne, sehe ich, dass der becher randvoll gefuellt ist. ich frage mich zu einem camping durch.

auf dem camping zu bleiben, fuehlt sich gut an. obwohl er speziell ist. auf einem grossen runden stueck land, auf dem alles gras gelb und trocken und kurz ist, stehen die campingwagen und zelte. in der mitte gibt es duschen und kueche.

 

verbranntes gras

verbranntes gras

der campingwart laesst mich den ueblichen zettel ausfuellen und gibt mir, soweit ich das beurteilen kann, die einzige parzelle mit etwas schatten. wie immer ist die parzelle mehr als 50 quadratmeter. nach zelt aufstellen und duschen geh ich erstmal ans meer. 50 m sind es dahin, gleich in der naehe meines zeltes geht ein fussweg auf die strasse und dann ist man praktisch schon am strand. ein richtiger sandstrand, mit weichem, feinem sand. ich ziehe sofort die schuhe aus, den sand will ich sicher nicht da drin haben und dann reibt er morgen den ganzen tag. es windet ziemlich stark, aber der sand zwischen den zehen ist herrlich. eine gruppe mit reitern und reiterinnen ueberholt mich. laut rufen sie, ich denke, einem hund. aber nein, ein kleines pony. es ist ungefaehr 100 m hinter der gruppe zurueckgeblieben und macht keine anstalten zu folgen. ich muss lachen und die leute grinsen mich an. als sie sich abwenden und weiterreiten, kommt der kleine dahergeschossen, naja, getraeppelt.

der ausreisser!

der ausreisser!

 

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