ruhetag in hampden

ich habe erstens mal lange geschlafen. um halb zehn hat mich jedoch die hitze aus dem zelt getrieben. herrlich, so liegenbleiben und lesen! mit etwas hunger auf fruehstueck stapfe ich den huegel hoch ins zentrum von hampden, also an die kreuzung. irgendwie macht mich nichts so richtig an im supermarkt zum fruehstueck. da es ohnehin schon fast mittag ist, entscheide ich mich fuer ein grosses eis. dafuer ist der supermarkt naemlich bekannt. die lady hinter dem tresen ist zwar etwas genervt, weil ich nach den geschmaeckern frage – kann ja nichts dafuer, dass nichts angeschrieben ist. und es hat diverse glacen, die mir nicht offensichtlich bekannt sind, allerdings auch nach nennung der geschmacksrichtung nicht: zum beispiel rainbow. regenbogen. ich nehme passionsfrucht und aprikose und es gibt wirklich ein rieseneis, fuer 2.50 dollars. da ich mich nicht traue, damit die strasse runterzugehen, setze ich mich vor dem supermarkt an einen tisch, bis der eishuegel eine normale groesse angenommen hat.

die erste haelfte des nachmittags vergeht mit tee trinken (endlich habe ich kondensmilch in der tube gefunden, ueberall gabs nur buechsen) und der neuseelaendische darjeeling schmeckt damit gar nicht uebel. zwar nicht nach schwarztee, sondern eher nach etwas in richtung chai. auch gut. ich lese, liege in der sonne und etwas im schattigen zelt und schreibe blog. mitte nachmittag gehe ich zum zmittag essen in lockies fish’n’chips bude – die ist weitherum bekannt fuer die besten fish’n’chips auf der suedinsel. es ist ein kleiner raum, wirklich nur ein takeaway, mit einer jungen frau an der kasse und einem aelteren herrn mit dunkelblondem haar, das muss lockie sein. an der wand haengt ein plakat ueber die herkunft der chips (vom acker auf den teller) und ein plakat mit murphy’s law. dahinter steckt offenbar mehr, als ich dachte. neben „was schief laufen kann, wird schief laufen“ auch dinge wie „dir faellt immer erst ein, den muell rauszustellen, wenn die abfuhr schon drei strassen weiter ist“. jedenfalls verzehre ich die chips draussen im garten an einem holztisch, umgeben von dem violetten gartenzaun, der dem journalisten, der den beitrag ueber hampden im rahmen einer „takeaways around the country“ geschrieben hat, einen schlechten ersten eindruck gemacht hat. die fish’n’chips haben ihn dann doch ueberzeugt.

danach packe ich meine sachen zusammen und mache mich auf den weg zum leuchtturm bei moeraki village, um die gelbaugen-pinguine und seehunde zu sehen. kaum bin ich auf der strasse, sehe ich weit vor mir eine vertraute gestalt in gelber jacke mit faehnchen. k, der japaner. ich hole ihn ein und plaudere etwas mit ihm. ihm tut das knie weh, weil er neulich etwas zu uebermuetig einen huegel hinuntergesprungen ist. sonst gehts ihm gut. er war zwei tage in oamaru und will nach palmerston. in dunedin hat er dann mit jemandem abgemacht. ich fahre weiter und halte zuerst einmal kurz bei den moeraki boulders an. von der strassenseite her kommt man zu einem parkplatz mit cafe und giftshop. die boulders sind halb im wasser, da das wasser erst gerade zurueckgeht. es sieht anders aus, aber auch spannend. ich bin froh, dass ich gestern den weg ueber den strand unter die fuesse genommen habe. es gibt naemlich noch weitere kugeln, zu denen man gar nicht kommt, wenn man von der strasse her kommt. ausserdem verpasst man alle diese speziellen, verzworgelten steine.

moeraki boulders im wasser

moeraki boulders im wasser

moeraki village liegt auf einer kleinen halbinsel und die ist sehr huegelig. ich schiebe das velo teilweise, das zwar unglaublich leicht ist, so leicht, dass ich anfaenglich den lenker gar nicht richtig halten konnte und der staendig hin und hergewackelt hat. aber ich bin vom asthma kurzatmig und habe ja keinen stress. alex vom camping hat mir gesagt, die letzten zwei kilometer zum leuchtturm sei es gravel, schotter, und ich rechne damit, das alles zu fuss zu gehen. die vibration ist zwar bestimmt nicht schuld am asthma, wohl tut sie aber jetzt, da es da ist, nicht so gut. und wirklich, der schotter ist uebel. also nicht eigentlich der schotter, sondern die waschbrettartige oberflaeche der strasse. ich schiebe also das velo und es macht nicht wirklich spass. alle fuenf bis zehn minuten werde ich von einem auto, das nicht wirklich abbremst, in eine staubwolke gehuellt und halte mir demonstrativ jeweils schon praeventiv das halstuch vor mund und nase. trotzdem knirscht es mit der zeit zwischen den zaehnen. ein autofahrer haelt doch tatsaechlich entschuldigend die haende hoch – er muesste einfach langsamer fahren, der esel. es scheint ewig zu dauern. noch eine kurve, noch ein stutz und dabei sehe ich doch den leuchtturm schon. aber irgendeinmal komme auch ich an.

ueber einen schmalen, steilen, schotterigen weg gehts runter zu den pinguinen. links sieht man die kueste, ein paar seehunde raekeln sich auf den steinen. sie sind perfekt getarnt, verschwinden in den dunklen felsen und ich sehe sie nur, wenn sie sich bewegen. rechts ist gestruepp, mit einem zaun abgetrennt und ich hoere einige pinguine schreien, gurren und zirpen. sehe aber keinen. am ende des weges hat es eine beobachtungshuette mit schlitzen. man sieht auf eine kleine bucht hinunter, sandstrand durchsetzt mit felsen, im wasser schwappt seetang wie ueberdimensionale bandnudeln hin und her. da es noch leute in der huette hat, gehe ich wieder nach draussen und sehe ploetzlich gleich neben der huette, hinter einem netz und zaun, einen pinguin. er putzt sich aufwaendig und legt sich dann in eine bodenkuhle. sie haben nicht wirklich gelbe augen, das heisst, so nah dran war ich auch nicht, es waren mindestens zwei meter dazwischen, aber ein gelbes band von einem auge hinter dem kopf durch zum anderen. sieht fast etwas turle-maessig aus.

als die leute die huette verlassen haben, setze ich mich drinnen auf die bank und denke, tiere beobachten braucht halt zeit. ploetzlich tauchen zwei pinguine auf, trippeln ins blickfeld, fluegel gespreizt, schwanken hin und her. das sind echt lustige tiere. dann hoppen sie von einem stein zum anderen, gleich trialfahrern huepfen sie auf ihrem stein auf der stelle, bis sie genau wissen, wie und wohin sie springen wollen, dann hopp und drueben sind sie. spaeter kommen wieder leute und ich raeume den platz. sollen alles etwas vom spektakel haben. ich gehe den weg zurueck und biege danach in richtung „historic site“ ab, mal schauen, was kommt. hier ist ein maori sacred platz, deshalb darf man nichts essen. ich stecke meine nuessli und wiiberi wieder weg, die fish’n’chips hab ich wohl schon verbrannt. der weg fuehrt in eine weitere kleine bucht und hier sieht man die pinguine ganz nah. man muss einfach dahingehen, wo die touris sind, da hats naemlich auch pinguine. zwei zusammen und einer allein sind hinter dem zaun, man kommt quasi auf drei meter ran. und da ist meine fotokarte voll! und die ersatzkarte ist in der velotasche. naja, schnell ein paar unwichtige bilder von schotterstrassen und hohen hecken geloescht. hinterher findet man schnell mal bilder unwichtig. da ich den ganzen schotterweg noch zurueckwandern muss, mache ich mich langsam auf den weg. den gebuesch entlang und stopp! da stehen mitten auf dem schmalen fussweg zwei pinguine und „schnaebelen“. so herzig! ich bleibe bei 5m abstand stehen, so wie es auf dem plakat beim eingang gestanden hat. sehe eine weile einfach zu, mache dann die beiden letzten fotos. beim parkplatz spende ich 10 dollars – das organisierte anschauen der blauen pinguine in oamaru hat schliesslich 28 dollars gekostet!

gelbaugen-pinguine

gelbaugen-pinguine

finde die seehunde

finde die seehunde

zurueck fahre ich hie und da und meide nur die stellen mit dem waschbrett.

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