otago peninsula

kurz vor dem mittag mache ich mich auf in die stadt. und zwar zu fuss. entlang dem ross creek, der hinter dem camping durchfliesst. ein verschlungener pfad durchs dickicht, herabhängende lianen, vögel und allerlei getier unsichtbar im gebüsch. hie und da nähert sich ein keuchender jogger.

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dann gehts quer übers unigelände, viele leer stehende häuser, dann die unigebäude, eindrückliche bauten. nach einem mushroom burger besuche ich die presbyterianische kirche. das ist die erste kirche, die in dunedin gebaut wurde. sie ist innen mit teppich ausgelegt. draussen fährt ein auto vorbei, auf dem indoor plant rentals steht. da kann man zimmerpflanzen mieten?
nach einem kaffee und einem coffee walnut slide (güetzi mit moccacreme drauf) in der sonne ist es zeit, zum tourist office zu gehen. dort warten bereits einige andere auf die tour, sind deutlich an den wanderschuhen und regenjacken zu erkennen.

kaffee in dunedin

kaffee in dunedin

wir sind zwanzig leute und werden von rebecca und donah begleitet. rebecca ist mitte zwanzig, kommt aus deutschland und hat marine science studiert. sie beginnt im april ihr doktorat an der university of otago in dunedin und macht bis dahin führungen. donah ist eine generation älter, fährt den tourbus und arbeitet schon elf jahre bei elm wildlife tours. vorher war sie beim albatrosszentrum. sie hat doktoriert und zwar über das verhalten, das menschen beim beobachten von pinguinen zeigen. dabei gings vor allem um besucherlenkung. wir fahren dem hafen entlang und sie erklären uns, dass er sehr seicht sei. nur 2 bis 3 m tief. für die fracht- und kreuzfahrtsschiffe wurde eine rinne mit einer tiefe zwischen 14 und 18 m angelegt. mit hafen wird dabei der gesamte fjord zwischen dem festland und der 35 km langen otago peninsula bezeichnet. durch die tide wird jedoch sehr viel sand in den hafen gebracht und so muss die fahrrinne dreimal wöchentlich ausgebaggert werden.
wir fahren einer bucht entlang und beobachten vögel. den oystercatcher, von dem es hier zwei arten gibt. die eine art ist von australien eingewandert. das passiere oft, weil starke westwinde herrschten. insbesondere bei feuern und in trockenen zeiten gebe es plötzlich neue arten in nz. dann eine menge schwarzer schwäne, die hier deutlich häufiger seien als weisse. die schwäne plagen die bauern, da drei von ihnen soviel gras fressen würden wie ein schaf. während der jagd würden sie deshalb häufig geschossen. sollen auch gut schmecken.
daneben sehen wir noch die endemische paradise shelduck ente. die kommt also nur in nz vor und sonst nirgends. die männchen sind dunkel, die weibchen braun mit weissem kopf. die jungen enten sehen unabhängig vom geschlecht erstmal aus wie männchen. erst später nimmt das gefieder bei den weibchen die andere färbung an.
der pukeko ist ein recht grosser dunkler vogel mit rotem schnabel, der oft in nz zu sehen ist. er kann sogar fliegen. ich glaube, die höre ich oft im gebüsch.
beim albatrosszentrum habe ich mit drei anderen aus der gruppe eine zusatztour gebucht. die restlichen schauen sich die stellwände im zentrum an.
wir hören zuerst einiges über albatrosse. auf der otago peninsula ist ja die einzige albatrosskolonie auf festland weltweit. es sind fast nur northern royal albatrosse. sie haben eine flügelspannweite von bis zu 3 m und das ausgestopfte exemplar ist deutlich grösser als eine gans. sie trinken salzwasser. das salz, das die leber nicht herauszufiltern vermag, gelange mit dem blut in den kopf. oberhalb des schnabels wird der rest herausgefiltert und das salz verlässt den vogel über einen kanal im schnabel.
wenn sie flügge geworden sind, berühren sie während den nächsten vier oder fünf jahren keinen boden mehr. dann kehren sie an ihren geburtsort zurück, finden einen partner oder eine partnerin und kehren dann jedes jahr zurück, um die beziehung zu festigen. nach einigen jahren fangen sie dann mit ei legen und brüten an. es gibt nur alle zwei jahre ein einziges ei. gebrütet wird 80 tage und weibchen und männchen wechseln sich ab. wenn den rangern im zentrum auffällt, dass mehr als zehn tage immer der gleiche vogel brütet, schreiten sie ein. die kolonie ist klein und die albatrosse waren vom aussterben bedroht. daher wird einiges unternommen, bis sich die kolonie selber tragen kann. sie füttern dann den vogel und nehmen manchmal das ei zum bebrüten weg. jedenfalls für eine weile. sie haben bei den nestern auch sprinkler installiert, um die eier zu kühlen. weil es hier etwas warm für die albatrosse ist und die eier beim bebrüten überhitzt werden können.
momentan sind 60 brütende paare in der kolonie, insgesamt an die 170 vögel. meist werden sie 30 bis 40 jahre alt, „grandma“ ist aber schon über 60. die ranger jagen auch wildkatzen, possums und andere tiere, die nicht einheimisch sind und die albatrossbrut gefährden.

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wir gehen dann nach oben in einen ausguck. fünf brütende vögel sind zu sehen. albatrosse brauchen wind zum fliegen. sie sind zu schwer und haben zu wenig starke muskeln, um dauernd die flügel zu schlagen. also können sie teile ihrer flügel quasi sperren und gleiten dann mit genügend wind. so eine art teilbreitenschaltung. jedenfalls hatte es genügend wind und drei albatrosse flogen! das war eindrücklich. so ein grosser vogel, die schwarzen flügen und der weisse körper, herrlich. immer wieder drehten sie ihre runden über uns, die fotoapparate klickten. dann landete einer und war am boden längst nicht mehr so majestätisch unterwegs. mit meinem fotoapparat war das fotografieren etwas frustrierend. also hab ich mehr geschaut als fotografiert.

albatross

albatross

albatross

albatross

danach fuhren wir zu zwei stränden. am strassenrand stehen häuser in wunderbarer lage, grosse fenster, blick auf den hafen vom sofa aus.
die strände gehören je zu einem landwirtschaftsbetrieb und nur elm wildlife tours darf dorthin. sie betreuen dort auch die tiere und schauen, dass es den kolonien gut geht. zuerst gelbaugen-pinguine. die haben wirklich gelbe augen! einer lag nämlich gerade ausserhalb eines beobachtungshäuschens, also 1m distanz. diese pinguine nisten im wald. also hat elm vor 15 jahren angefangen, büsche und sträucher anzupflanzen. einige pingus sind denn auch herumgestapft. teilweise gehen sie bis zu 15km vom land weg. wenn sie wieder am strand sind, müssen sie sich erstmal aufwärmen. dann spreizen sie die federn, um die durchblutung zu fördern. übrigens: alles, was ich hier erzähle, ist nicht nachgeprüft, sondern nur wiedergegeben.

gelbaugenpinguin

gelbaugenpinguin

am anderen strand hat es furseals. der neuseeländische seebär habe ganz dichtes haar. auf einem quadratzentimeter habe er mehr haare, als auf einem ganzen hund seien. hm, kommt wohl auch auf die grösse des hundes an. jedenfalls lagen alte ubd ziemlich junge, zuerst kaum erkennbar, auf unregelmässig geformten braunen felsen herum. ähnlich schnecken oder toten fischen lagen sie auf vorsprüngen, in ritzen oder zeigten den bauch. es gab ziemlich viele junge. einige spielten im wasser, das von der flut zurückgeblieben war.

furseal, neuseelaendischer seebaer

furseal, neuseelaendischer seebaer

fur seals

fur seals

fur seal

fur seal

fur seals

fur seals

beim zurückfahren war ich plötzlich ganz erschöpft. vielleicht ist es mit der zeit anstrengend, so viele leute um sich zu haben und so viel zuzuhören, wenn man immer alleine unterwegs ist.

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