waihola – point kaka

zuerst gehts für 16 km auf den hwy 1 bis nach milton. es ist praktisch eben, recht wenig verkehr und der strassenrand breit. allerdings stellenweise alle paar meter ein toter singvogel.
milton ist ein netter kleiner ort. entlang der hauptstrasse kleine läden, eine garage und überall diese vordächer, die mit eisenstangen an der hauswand befestigt sind. wie im wilden westen.

milton

milton

milton, shops mit vordaechern

milton, shops mit vordaechern

die folgenden 25 km nach balclutha sind von anderer währung. mehr verkehr, vor allem auch schaftransporte, milchtankwagen (meadows fresh, dairy for life) und lastwagen. der strassenrand ist teilweise sehr schmal und oft von glasscherben übersät. ein flaschenpfand wäre gut für velofahrende.
auf der gegenseite ist zwar mehr verkehr, aber es kommt einige male vor, dass lastwagen kreuzen. wenn ich das kommen sehe, flüchte ich bei der nächsten gelegenheit ab der strasse. denke an den hitchcockfilm mit dem auto und dem lkw. ich hab den vor ein paar jahren geschaut, weil er als kultfilm des subtilen grauens gilt. es wirkte nicht auf mich. ich erkannte zwar die eingesetzten methoden, aber die wirkung blieb aus. nach dem, was man sich von heutigen filmen gewöhnt ist, ist der film völlig harmlos.
schafe und mastrinder schauen mich an, rennen unvermittelt weg. einige junge bullen begleiten mich, als ich abstehe, bleiben sie auch stehen. siloballen, auf den feldern aufgereiht, getreide, grobschollige ackerflächen. übrigens gibts hier auch rosa silofolie.
balclutha, endlich, eine brücke über den fluss, erstmal kaffee. ein mann plaudert mit mir. er geht möglichst jeden tag mountainbiken, ist aus milton.
die strecke nach point kaka ist schön. mehrheitlich eben, dem fluss entlang, dann durch weiden, durch baumreihen etwas windgeschützt. fahren geht flott voran. bald ist links weisser sand, später auch das meer erkennbar. in kaka point finde ich den camping und stelle mein zelt auf.
nach einem sandwich mache ich mich mit nur einer tasche auf zum nugget point. das ist der leuchtturm vorne an der landspitze, mit einigen vorgelagerten felsen, den nuggets. kaum fängt die gravelstrasse an, hat sie schon diese waschbrettstruktur. ich fahre etwas, schiebe, atme staub ein. ziemlich weit vorne beim leuchtturm habe ich plötzlich enorm rückenwind. wie im windkanal, ohne abzusetzen, bläst der wind. am parking lasse ich das surly zurück und gehe wie alle anderen zu fuss. meerseitig vom weg geht es steil hinunter, die büsche wachsen eng am felsen.

image

nugget point leuchtturm

nugget point leuchtturm

nugget point leuchtturm

nugget point leuchtturm

am nugget point

am nugget point

weit unten schwimmen grössere stücke seetang oder robben, das ist nicht immer eindeutig erkennbar. vorne beim leuchtturm windet es wieder sehr stark. am meer unten sind nach längerem hinsehen robben mit ihren jungen zu erkennen. rund um die felsen tanzt der seetang, angewachsen, synchron bei jedem wellengang.
ich mache mich bald auf den weg zurück, da dieser dauert. im schatten ist das waschbrett schlecht zu erkennen. ich rattere voll rein, kann im abhang kaum bremsen, die schläge tun weh und ich verliere fast die kontrolle über den lenker. als ich anhalten kann, bin ich wütend. wütend auf mich, auf das asthma, auf die strasse, auf die leute, die, wenn ich das velo schiebe, fragen, ob ich einen platten habe und dann etwas hilflos weiterfahren, wenn ich den kopf schüttle. sowieso generell auf die leute in ihren klimatisierten autos, denen jede vorstellung davon abgeht, wie es für fussgänger und velofahrerinnen ist, wenn sie an den rand gedrängt und voll eingestäubt werden. ich bin wütend und brülle etwas unanständiges, was aber nur der wind hört und nicht sonderlich kümmert.
irgendwann habe ich es auch zurück nach kaka point und zum camping geschafft. in den letzten strahlen der abendsonne, die in mein zelt scheint, lese ich etwas.
später fährt ein tourenfahrer hinzu, ein deutscher aus der umgebung von ulm. beim znacht plaudern wir. er hat ein work&travel visa für ein jahr, woofert (arbeit auf biohöfen) und fährt dazwischen velo.

oops, es war etwas warm

oops, es war etwas warm

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