papatowai – curio bay

christoph will um acht abfahren, weil er bis invercargill will heute. also stelle ich meinen wecker auf halb acht. aber als ich aus dem zelt und zum klo gehe, ist christophs zelt noch zu. beim frühstück erklärt er, 120 km seien doch etwas viel. er komme mit mir zur curio bay und gehe dann weiter bis fortrose. wir bauen die zelte ab und räumen zusammen. irgendwie ist dann auch klar, dass wir zusammen fahren.

die ersten zwanzig kilometer geht es hoch und runter durch den wald. und zwar durch diesen ursprünglichen wald, eine gute strecke. ich möchte mehr davon und vor allem möchte ich in den wald hinein. bei einer parkmöglichkeit und einem kurzen spazierweg halte ich an. wir lehnen die velos an den busch und folgen dem schmalen pfad ins schattige dickicht. es ist wunderschön! knorrige bäume mit dicken rinden, auf denen farn und andere pflanzen wachsen. hoch aufgeschossene farne mit breiten dächern. lianen, hängende und umgestürzte bäume, weicher boden. das eigentliche unterholz besteht aus einer niedrigen farnart. plötzlich kommt ein see, auf den man hinunterblickt, umgeben vom wald. rote blüten leuchten. rund um uns herum pfeifen und trillern vögel, oft sieht man sie nicht. am see unten schliesslich ist man angewiesen, auf dem holzplankenpfad zu bleiben. diese wälder sind definitiv ein weiterer höhepunkt.

strasse durch urspruenglichen wald

strasse durch urspruenglichen wald

auf zum spaziergang in den busch

auf zum spaziergang in den busch

urwald

urwald

urwald

urwald

see im urwald

see im urwald

der wald hört unvermittelt auf und wir fahren über eine grosse lichtung. schafe und kühe weiden. am strassenrand liegt ein schafbein, noch halb bewollt. zum mittagessen finden wir einen feldweg, der auf eine kleine wiese führt, oh wunder, nicht abgesperrt. da werde ich von einer biene gestochen! sie krabbelt in meine ohrmuschel, ich erschrecke und will sie vertreiben, sie wehrt sich. ein missverständnis ja, aber mein ohr tut weh und die biene ist tot. christoph zieht mir den stachel und macht fenistil gel aus der lenkertasche hervor. das streich ich mir ins ohr und an einige weitere juckende stellen. die sandflies haben mich nämlich gestern durch die socken gestochen!
die zweite hälfte der lichtung ist mit einem tannenwald bewachsen. eintönig stehen sie nebeneinander und stammen bestimmt nicht von hier. in einigen jahren wird die ganze fläche abgeholzt. aber bald fahren wir wieder durch ursprünglichen wald.

bei der abzweigung zu der cathedral cove halten wir an. steil und schotterig geht es von der strasse weg. 2 km ist abgegeben. wir entscheiden uns dagegen. was gut war, wie ich abends im lonely planet lese. die höhle ist nur bei ebbe zugänglich und der fussweg vom parkplatz dauert 40 minuten, ein weg.
bald kommt die abzweigung nach curio bay. gut zehn kilometer sind es noch, dann rollen wir in den camping ein, der voll von diesen pflanzen mit den langen blättern ist. sie sind mehr als menschenhoch und so wirkt der camping wie ein labyrinth. ich checke ein und darf zelten, wo ich will. natürlich ausser auf den stellplätzen mit stromanschlüssen. ich suche mir einen platz am meer aus, stelle das zelt aber mit den pflanzen im rücken auf, falls es windet. christoph hat sich als besuch angemeldet.

zeltplatz curio bay

zeltplatz curio bay

in der purpoise bay gleich neben der curio bay schwimmen hector delfine. die sind klein und selten. wir sehen auch etliche (oder die gleichen mehrmals). aber meist sieht man nur die rückenflosse und das ist schnell vorüber. dann klettern wir über die steine, um das meer an die felsen knallen zu sehen. das ist immer wieder eindrücklich. auf dem rückweg finden wir teile von dem seegemüse, das hier überall zu sehen ist. ähnlich tagliatelle und lakritzschlangen wuseln sie an der küste im wasser. da sie schon länger an land sind, sind die stücke eingetrocknet und lassen sich brechen. die tagliatelle haben innen eine feine wabenstrukter mit durchsichtigen trennwänden. die leichtbauweise der natur!

wabenstruktur in der tagliatelle

wabenstruktur in der tagliatelle

tagliatelle und lakritzschnuere

tagliatelle und lakritzschnuere

christoph holt sein velo und wir gehen zu den versteinerten bäumen, 150m vom camping weg. „petrified forests“ heisst das auf englisch, was ich eher mit schockiert verbinde. ich komme gar nicht so richtig dazu, die infotafeln zu lesen, weil etwas anderes unsere aufmerksamkeit fesselt. vier personen nähern sich den forests auf dem weg über die felsen. der eigentliche zugang zu den versteinerungen, die abgesperrt sind, ist von der strasse her. zuviel von den baumstümpfen sind nämlich schon durch souvenirjäger verschwunden. wir alle, die wir brav innerhalb der absperrung bleiben, beobachten die sich nähernden. auch als der erste die absperrung überschritten hat, merkt er es offenbar nicht. ich rege mich auf, ist ja klar. wir rätseln, wo die rangerin bleibt und welcher nation die touris zuzuordnen sind.

versteinerter wald, baumstruenke

versteinerter wald, baumstruenke

versteinerter stamm, nahe

versteinerter stamm, nahe

versteinerter stamm

versteinerter stamm

schliesslich gehts ans abschiednehmen. christoph fährt noch 32 km nach fortrose, um morgen in invercargill anzukommen, wo ein betrieb auf seine arbeitskraft wartet. das waren gute zwei tage. gute gespräche, gemeinsame interessen und die möglichkeit, das eine (lost gipsy kaffee) oder andere (ursprüngliche wälder) zu teilen, über das man sich sonst als einsame reisende nur still nach innen freuen kann. es hat gut gepasst. und doch – ich freue mich wieder aufs alleine fahren. ich hab mich dran gewöhnt in den letzten drei wochen, ganz gut auf mich zu hören. was möchte ich? was fühlt sich gut an? das habe ich schätzen und geniessen gelernt.

mit christoph

mit christoph

christoph fährt davon und ich mache den curio bay walkway, eine runde im wald. es sieht so ursprünglich aus, dass ich nicht verwundert wäre, wenn ein dinosaurier den kopf aus dem gebüsch strecken würde. hier kann man ein urwaldfeeling haben ohne die angst vor schlangen oder gefährlichen insekten.

IMG_0922
zurück auf dem camping haben junge franzosen mit einem auto ihre drei billigzelte direkt in meine aussicht gepflanzt. ich bin sauer. suche zuerst nach einer anderen stelle, aber alles windet zu fest. so versetze ich einfach mein zelt auch in die vordere reihe. herrlich ist das! im zelt liegen und aufs meer schauen.

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room with a view

room with a view

hier noch christophs blog.

 

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