invercargill – colac bay/oraka

als ich beim frühstück sitze, sehe ich draussen „k“ den japaner vorübergehen. er zieht sich gerade die jacke bis zum hals zu. früh unterwegs, denke ich und: es windet vermutlich.

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invercargill

zuerst gehe ich beim outdoor- und eisenwarenladen e. hayes and sons vorbei. inmitten von regalen mit schrauben jeglicher grösse sind dort nämlich alte motorräder ausgestellt. und zwar nicht irgendwelche, sondern jene, die burt munro gefahren ist. „the world’s fastest indian“ und „the god of speed“. der legendäre motorradrennfahrer wurde in edendale geboren, 30 km von invercargill entfernt. die aufliegende broschüre lässt erahnen, dass munro früh schon der geschwindigkeit verfallen ist und seine vehikel dahingehend frisierte. ausgestellt sind auch die für einen film über munro nachgebauten verschalten indians, in denen man quasi liegt. ein geschwindigkeitsrekord von munro gilt heute noch.

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bei einem motorrad steht, es sei ideal, um einen caravan auf den mount everest zu ziehen.

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es gibt noch weitere schöne ausstellungsstücke. so eine zwei-personen-motorsäge, ein sehr alter rollstuhl und eine alte motorsäge von ohlsson und rice, an der die notiz hängt, das sei nicht die beste motorsäge, die die welt je gesehen habe.

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aus invercargill heraus ist einfach, immer geradeaus gegen norden. am strassenrand sind viele leere parkplätze, über die ich fahren kann. ich finde den verkehr in den städten soweit okay. auch doppelspurige kreisel. ich fahre defensiv, bin nicht hergekommen, um den kiwis zu beweisen, dass velos gleichberechtigt im strassenverkehr sind. ich bin herggekommen, um freudig velo zu fahren. wo es unvermeidlich ist, mir mit grösseren mengen oder grössen die strasse zu teilen, fahre ich risikolos wie möglich. lasse den autos in der regel den vortritt, weil es hier schon leute gibt, die einfach zufahren, ob sie jetzt platz haben oder nicht. und da sieht man als velofahrerin zwischen trucks und pickups schnell alt aus. klar ist, dass der rückspiegel unerlässlich ist.
in lorneville biege ich links ab und folge dem hwy 99 in richtung westen. landschaftlich gibt es nicht viel neues. weiden, wiesen, einer schwadet mit einem doppel-sternrechen, der dem pickup angehängt ist. auf der anderen strassenseite wird blackenheu gemacht. kartoffel- und rüeblifelder. gegenwind.

wenn ich nochmal nach nz komme, muss es ja nicht unbedingt das velo sein. was ich mir aber nicht vorstellen kann ist, hier einen campervan zu mieten. es gibt einfach zu viele davon. sie überschwemmen das land in den sommermonaten mit ihren amerikanischen, deutschen, französischen, holländischen und schweizerischen inhalten. und das neben den ganzen campenden einheimischen. sie verschwimmen zu einer anonymen masse.
und dann die anbieter. als christoph und ich am freitag beim abendessen sassen, fuhren einige campervans auf den zeltplatz. daher unterhielten wir uns über die unterschiedlichen anbieter. jucy mit ihren doofen sprüchen, die entweder um die gürtellinie dümpeln oder anderweitig pseudolustig sind. hippy, escape und wicked sind vw-bus-style und besprayt. will ich vier wochen mit einem turtle-graffiti herumfahren? dann die gewöhnlichen britz, apollo, kea, maui usw.
als velofahrerin bin ich etwas kurioses. ich atme die gleiche luft wie die leute am strassenrand und wenn sie mich ansprechen, reagiere ich sofort. ich muss nicht erst die scheibe runterfahren. und ich werde oft angesprochen. aus gärten, vom steassenrand, beim kaffeetrinken, an der roten ampel, im supermarkt. velofahrer fahren neben mir her. viele leute winken mir, wenn wir uns kreuzen oder ich vorbeifahre. nicht falsch verstehen, ich kann mir schon vorstellen, mal einen campervan zu mieten. aber nicht hier. eher noch ein kleines auto und das zelt mitnehmen.

gegen riverton hin nimmt der gegenwind zu. windkanal-feeling. in riverton ruft ein mann „he“. ich reagiere nicht. beim zweitenmal denke ich, mir sei etwas runtergefallen. aber noch alles da. der mann ruft weiter. irgendwann denke ich, vielleicht meint er ja mich und halte an. weit weg sehe ich einen mann und dahinter beladene velos. na, für einen tourenfahrer halte ich immer an. fahre zurück. erkenne barry, der mit julia am 24.12. auch auf dem camping in mount somers war. ich trinke mit ihnen kaffee. es passt gut: sie sind von omarama aus nach wanaka, queenstown, te anau, milford sound etc. und jetzt auf dem weg nach invercargill. dann durch die caitlins und der ostküste entlang nach dunedin. wir können uns also gegenseitig gute tipps geben. die frage nach milford sound oder doubtful sound taucht wieder auf. ich habe mich noch nicht entschieden.

da ich nur noch 15 km vor mir habe, gehe ich noch ins museum. themen sind heimat- und naturkunde. dabei erfahre ich einige interessante dinge. zum beispiel, dass man um 1850 herum in der nähe von riverton erstmals kaninchen freigelassen hatte, um den walfängern eine nahrungsgrundlage zu bieten. sie haben sich ja dann zu einer massiven plage entwickelt. dave hat mir erzählt, es habe zeiten gegeben, das hätten sich ganze hügel bewegt, wenn man vorbeigefahren sei. dermassen eng habe es kaninchen an den hügelflanken gehabt. mit dem verbreiten eines virus hat es dann etwas gebessert.
holz war ja immer ein wichtiger rohstoff  und hier jedenfalls anfänglich im überfluss vorhanden. gespanne mit zehn bis zwölf ochsen habe es gebraucht, um die stämme aus dem busch, durch den dreck und in die sägerei zu ziehen.
und: whitebait besteht aus fünf verschiedenen fischarten. es sind die ganz jungen fische von arten, die gross werden. ich hatte nämlich gedacht, diese fische seien ausgewachsen so klein. hab ich ja im ei gebraten und als toastbrotsandwich beim pferderennen gegessen.
in einem film erzählen alte männer von früher. ich habe den anfang verpasst, aber es ging um ein boot in einem sturm. da sei einer der männer aufgestanden und habe zu beten angefangen. geschlossen habe er mit den worten, please lord, help us – and don’t send your son ‚cause it’s no work for a child. bitte, gott, hilf uns. und schick nicht deinen sohn, denn das hier ist keine arbeit für ein kind.

die strecke nach colac bay ist stellenweise hinter einem hügel einigermassen windgeschützt. aber dem strand entlang schaue ich wieder voll in den windkanal. ich schwanke zwischen frustration und faszination.

rund um die taverne, die zum camping gehört, stehen mehrere grosse pickups. shearing contractor steht auf einem (reist mit seinen scherern von betrieb zu betrieb). als ich in die taverne gehe, um mich anzumelden, schauen mich erstmal fünfzehn farmer und arbeiter an. ich beschliesse, in der taverne zu essen, wenn die campingküche schlimm ist. sie ist aber überraschend sauber und ordentlich und so gibt es polenta. die habe ich übrigens bis vor kurzem im supermarkt nicht gefunden. im gespräch mit christoph über essen stellte sich heraus, dass polenta bei den exotischen nahrungsmitteln zu finden ist. neben der kokosmilch und der currypaste.

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mehr bilder gibts später.

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