ruhetag in invercargill

der morgen vergeht mit ausschlafen, frühstücken im zimmer (wasserkocher, toaster, mikrowelle und geschirr sind vorhanden, sogar milch steht im kühlschrank) und waschen. anschliessend buche ich im tourist office den shuttlebus zur fähre nach stewart island. die fähre werde ich nicht nehmen. stewart island muss sehr schön sein, aber man müsste mehrere tage dort bleiben und am besten wandern. ich werde aber bluff besuchen (von dort fährt die fähre ab) und das südliche ende des sh1.
anschliessend gehts in die stadt, mich umsehen und einen pc suchen. in der bibliothek kann man jeweils in halbstundenblöcken das internet nutzen. ich will bilder auf meine dropbox pusten, aber der pc sagt mir, das dauere 7 stunden und 34 minuten. also begnüge ich mich damit, die beiträge seit der otago peninsula mit bildern zu vervollständigen.

mit dem bus geht es mitte nachmittag nach bluff. ich schaue auf die strasse und bin froh, mich für den bus entschieden zu haben. der strassenrand ist teilweise schmal, lkws, busse und vor uns fährt ein holztransporter. dazu wind. nicht gerade, wie radeln spass macht. und dann zweimal die gleiche strecke, nein danke.
weit vorne fliegen möwen. wo es möwen hat, gibts was gratis. ach, da wird ein acker gepflügt. weideland links und rechts, büsche entlang der strasse. das ist übrigens flax, die pflanze mit den langen, schmalen blättern und den hohen samenständen, die überall wächst. gelb und grün dominieren unter weiss geflecktem blau.

in bluff geht es 30 minuten zu fuss dem rest des sh1 entlang. der wind singt in den hochspannungsleitungen. speziell. beim leuchtturm schaut ein einzelner unterschenkel mit flosse aus dem wasser. aber der rest ist auch noch dran. und dann bin ich am stirling point. das ende des sh1 und ein wegweiser, der in alle richtungen zeigt. es ist nicht der südlichste punkt. der wäre gestern 6 km abseits des weges am slope point gelegen. aber gestern lag ein 12-km-umweg auf schotter nicht drin.

leuchtturm bluff

leuchtturm bluff

tja

tja

stirling point, bluff

stirling point, bluff

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zurück in bluff benütze ich eine vollautomatisierte öffentliche toilette. sie begrüsst mich, dann wird jazz gespielt und als ich die hände wasche, wird automatisch gespült. danach bedankt sie sich für meinen besuch und verabschiedet sich.
im anchorage cafe setzen sie mir ein ginger ale von schweppes vor. dabei gibts hier doch richtiges!

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im anchorage am hafen in bluff.

im bus heim verdichtet sich einiges aus den letzten drei wochen zu wörtern. es denkt sich vieles hier, fern vom alltag, der vergangenes mit scheinbar wichtigem zuschüttet, wird der ganze ramsch durchgekämmt, durchgelüftet, es wird entschieden, was bleiben soll und was endlich entsorgt werden kann. wenig reden hilft. sprache ist immer unzulänglich, wenn es um innerlichkeiten geht. sprache ist gezwungen, zu vereinfachen. mir scheint, als sei das unterbewusste direkt und unmittelbar dem fahrtwind ausgesetzt. ich denke nicht bewusst an früher, aber die fetzen tauchen auf wie wenn man in einem glas mit einer sedimentierten bodenprobe umrührt.
manchmal herrscht eine leere in mir, im positiven sinn, wie in einem geschmackvoll eingerichteten zimmer. es steht nur da, was da sein soll. keine unnötigen möbel, nur schlichte stücke mit einer längeren geschichte.
bei all den eindrücken, den wechselnden landschaften ist es wichtig, sich zu bleiben. sich zeitweise vor den eindrücken zu schützen. in einem ort nicht alles anschauen, sondern manchmal an einer ruhigen strassenecke einen kaffee trinken und die eindrücke an sich vorbeiziehen lassen.
ich bin zufrieden hier. es ist gut, alleine zu sein. ich bin nicht einsam. aber vermutlich bin ich deshalb nicht einsam, weil ich weiss, dass zu hause jemand fest an mich denkt und sich auf meine rückkehr freut. und dass ich mich auf die rückkehr freue. dass das alleinsein gewählt ist. und begrenzt.

was mich zunehmend stört ist, dass die situation mit dem schreiben suboptimal ist. oft tippe ich blogbeiträge mit an die 10’000 zeichen auf dem handy. dabei schreibe ich so viel langsamer als ich denke. viel geht dabei verloren und es ist anstrengend, texte zu bearbeiten. wenn ein computer vorhanden ist, ist die nutzung zeitlich beschränkt. in der regel kosten 10 minuten 1 dollar. die tickende uhr in der oberen bildschirmecke verleitet ausserdem nicht unbedingt dazu, die gedanken schweifen zu lassen und das aufzunehmen, was tagsüber vor meinem inneren und äusseren auge vorbeigezogen ist. die blogs würden nicht länger, aber dichter. ehja, so gibt es immer etwas an der jetzigen ausrüstung zu optimieren.

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