doubtful sound

möwen können echt nervtötend sein. ich warte am pearl harbour auf das schiff, das uns über den lake manapouri bringt. beobachte möwen. ich sehe imponiergehabe und eine junge möwe, die ständig eine ältere anfiept. ein teenager, der nicht selbständig werden will. stellt sich der älteren ständig in den weg, bis diese genervt davonfliegt. das kleine (schon fast gleich gross, aber noch im kinderfederkleid) flattert tolpatschig vom randstein herunter. das schnarrende gekrächze aus vollem rohr ist so richtig mühsam. diese art klingt immer verärgert, als ob sie nicht zu ihrem recht kämen. beschweren sich prinzipiell. wirken stets unzufrieden. natürlich ist das unsinn, möwen tun, was sie tun. die sind echt immer da, wo es was gratis gibt. essensreste in lake tekapo, sie stritten sich um pommes frites, die jemand auf einem teller zurückgelassen hatte.

die kleine fiepende und die grosse genervte moewe

die kleine fiepende und die grosse genervte moewe

wir fahren los, rauschen aus dem flussarm heraus auf den see. wie bewaldete schüttkegel fallen die hänge in den see ab. schaumkronen auf dem wasser. ein regenbogen im dunst über den hügeln. bewölkt. teilweise reisst die wolkendecke auf, zeigt blau und im osten gold. ich habe das gefühl, das alter der landschaft zu spüren.
hügel hinter hügel schiebt sich aus dem nebelschleier hervor, als wir in einige seezungen hineinblicken. wind im haar und gischt im gesicht. sonnenstrahlen malen flecken auf das blätterdach.
ein flacher, heller strand, ob da schon mal jemand war?
dann plötzlich, in den alten hügeln, tauchen strommasten auf, nehmen die illusion des unberührten. das kraftwerk manapouri.

lake manapouri

lake manapouri

wie schuettkegel fallen die steilen bewaldeten haenge in den see ab

wie schuettkegel fallen die steilen bewaldeten haenge in den see ab

lake manapouri

lake manapouri

lake manapouri

lake manapouri

wechsel zum bus, der uns über den pass zur anlegestelle des doubtful sound bringt. die fahrerin, eine schwere frau mit blondem, kurzem haar u d gerötetem gesicht, trägt einen trinkrucksack über ihrem uniform-tshirt und hat verschiedene tätowierte schriftzüge am rechten arm. sicher manövriert sie den alten schweren schulbus über die teilweise sehr steile gravelroad. ihre einstudierten kommentare wirken wie das programm eines standup comedian und sind unterhaltsam.
ich plaudere mit einem paar aus australien. wir fahren durch den urwald. farne, vermooste bäume. ich hab grosse lust auf wandern in diesen wäldern. wir werden auf einen 360m hohen wasserfall aufmerksam gemacht, der in drei stufen runterplätschert. wo wir auf den bus gewechselt haben, betrage die durchschnittliche jähliche niederschlagsmenge 3-5000mm. das sei noch die trockenste gegend hier herum. momentan befänden wir uns in einem gebiet mit zwischen 7-9000 mm jährlich. und in einem arm des doubtful betrage die jährliche niederschlagsmenge sage und schreibe bis zu 16000mm. ich hab zur sicherheit nachgefragt. meist gebe es hier an die 260 regentage. ein tag mit richtig schönem wetter sei niesel. bei neun tagen am stück werde das als official drought (trockenheit) gehandhabt. und drei wochen sei ein severe drought. das hier ist schliesslich ein regenwald. kein tropischer, aber nichtsdestotrotz.
wir fahren durch einwaldstück mit beech bäumen. das sind buchen, sehen aber recht anders aus. einige alte bäume ragen aus dem blätterdach hervor. sie sind stark vermoost und schmarotzer wachsen auf ihnen.
wir fahren auf einer der teuersten strassen neuseelands. ausserdem auf der einzigen, die mit keiner anderen strasse verbunden ist. sie wurde für die versorgung des kraftwerks gebaut. einen zentimeter zu bauen kostete zwei dollars.
unvermeidlicherweise kommen auch die possums zur sprache. sie bittet uns, wenn wir eines auf der strasse sehen, es doch zu überfahren. ausser uns wäre kalt, weil wir uns den sommer in neuseeland anders vorgestellt hätten. dann könnten wir ihm auch eins über den kopf ziehen und uns aus dem fell nette finken machen. als beweis zaubert sie einen solchen hervor und gibt ihn rum. tatsächlich, man möchte gleich reinschlüpfen.

von der passhöhe aus ist der doubtful sound zu erkennen. eine helle fläche zwischen dunklen bergen.

doubtful sound, vom wilmot pass aus

doubtful sound, vom wilmot pass aus

nach dem wechsel zum schiff geh ich gleich mal aufs oberdeck. windkanal-feeling pur. ich kann gar nicht richtig in den wind sehen aus angst, dass mir die kontaktlinsen wegfliegen. wieder an der wärme frage ich den skipper, welche windstärke er schätzt. 5 bis 6 beaufort. er hat einige interessante geräte und erklärt mir den radar. das tiefenmessgerät ist eher unterhaltsam als nötig. ausser natürlich, man will ankern. ausser ganz nah am ufer ist der fjord nämlich ziemlich tief. meist zwischen 70 und über 400 metern. er arbeitet zwei tage pro woche für goorange und sonst für real journeys. auf den seen manapouri und te anau und auf dem doubtful sound. am liebsten mache er die fahrten auf dem lake te anau. da bringe er wanderer zum anfang des milford track. er lege an, die leute verschwänden im wald und zurück bleibe nur die anlegestelle. ausserdem sei die aussicht vom see aus einfach sehr schön.

starker wind auf dem oberdeck

starker wind auf dem oberdeck

doubtful sound

doubtful sound

doubtful sound

doubtful sound

doubtful sound

doubtful sound

zeitweise ist schlechte sicht und regen. so sei eben schönes wetter hier, sagt die busfahrerin. sie wäscht zwischendurch tassen ab. heisse getränke sind gratis und nach den vielen besuchen auf dem aussendeck trinken wir viel kaffee und heisse schokolade. ich wärme mich immer wieder auf, um nach draussen zu gehen. so nebelverhangen ist es hier meistens. das tut allerdings der schönheit der landschaft keinen abbruch. der urwald ist wunderbar, die kulisse ändert sich mit jedem meter, den wir zurücklegen.

haengende gaerten, doubtful sound

haengende gaerten, doubtful sound

doubtful sound

doubtful sound

der alte wald reicht praktisch bis ans wasser, doubtful sound

der alte wald reicht praktisch bis ans wasser, doubtful sound

als der fjord ins meer mündet, ruht eine robbenkolonie auf zwei grossen felsen. geradeaus geht es nach australien.

zuvorderst im doubtful sound, eine fur seal kolonie

zuvorderst im doubtful sound, eine fur seal kolonie

an einem strand sind zwei personen erkennbar. die seien  bis hierhin gepaddelt, erzählt die busfahrerin. exercise, sagt sie und schüttelt sich.
auf der rückfahrt wieder nebelschwaden.

auf der busfahrt zurück zum lake manapouri plaudere ich mit einer österreicherin, die neuseeland gerade autostopperweise für drei monate bereist hat. wir halten am sogenannten moss garden an.

moss garden

moss garden

mossgarden, auf der strasse zwischen lake manapouri und dem doubtful sound

mossgarden, auf der strasse zwischen lake manapouri und dem doubtful sound

die fahrt über den lake manapouri machen wir in einem katamaran. das wetter wird immer besser. blauer himmel mit grossen weissen wolken über den bergen.
nach der ankunft in pearl harbour spaziere ich durch den wald und setze mich zum lesen an den see.

image

berge am lake manapouri

berge am lake manapouri

am lake manapouri

am lake manapouri

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