kepler track und gesellschaft

um zehn also beatrice und laura zum kaffee in manapouri getroffen. da gibts zwei möglichkeiten. eine art tankstellenshop, was zwar deutlich schlechter klingt, als es ist. den laden mit den chips, güetzi und büchsenfutter hab ich ja schon erwähnt. daneben gibts ein cafe resp. kleines restaurant (guter burger, versalzene fries, aber immerhin gesalzen, meist ist einem ja das zur suboptimalen ausführung selbst überlassen) und natürlich die tankstelle. souvenirs und richtiges eis haben sie auch.
ich warte in der sonne auf die beiden. das wetter soll ja schlecht sein am wochenende. momentan weiss es noch nicht so richtig, was es will, tendenz gut. dann rollen sie heran in ihrem campervan, in dem sie ja momentan leben und von arbeit zu arbeit fahren. wanderwegunterhalt, hütten warten und ähnliches. bald sitzen wir bei kaffee und muffins und plaudern. beatrice kenne ich aus den zeiten in basel und sie ist vor einigen jahren nach neuseeland ausgewandert, hat sich hier zur rangerin ausbilden lassen und war für ein paar jahre zuständig für ein naturschutzgebiet und einen camping auf einer kleinen insel in der nähe von auckland.
anschliessend wollen wir wandern. eine möglichkeit wäre, mit einem shuttleboot auf die andere flussseite überzusetzen und dort eine dreistündige wanderung zu machen. nachdem wir die preise für das übersetzen gesehen haben, entschieden wir uns für ihren zweiten vorschlag. bis zur ersten hütte auf dem keplertrack. das ist einer der nine great walks (neun grossartige wanderwege in nz).
der weg ist super! keine herausforderung, da es auf diesen ersten paar kilometern praktisch eben ist. aber der wald! ich kriege die naturführung gleich dazu. wir sind also in einem beech forest (buche) und zwar vorwiegend silver beech und mountain beech. stellenweise ist der boden von crown fern (farn) bedeckt.

im beech forest

im beech forest

das macht den wald sofort ganz anders, als wir ihn uns gewohnt sind. der weg ist ungefähr einen meter breit und sei nicht schlecht gemacht, wie mir erklärt wird, aber eher etwas hart. neben dem weg gibts eine gegrabene regenrinne. beatrice räumt immer mal holz aus dem weg, déformation professionelle.
die buchen dominieren den wald deutlich. sie werden ziemlich hoch, haben aber ganz kleine blätter. ungefähr wie buchs. dazwischen wächst aber auch der pfefferbaum (wir kauen blätter, echt scharf auf der zunge) und drei nadelbäume. dann gibts noch einen witzigen baum, lancewood, der in jungen jahren aus einem hohen dünnen stamm und hängenden lanzettenförmigen blättern besteht. wenn der baum älter ist, wird er buschartig.
selten einmal sieht man links des weges zum fluss hinunter, den wir gleich nach dem parkplatz auf einer hängebrücke überquert haben. auf einmal kommt ein feuchtgebiet. in gewohnter weise führt ein holzsteg hinaus zu einer plattform mit infotafeln. vor uns liegt ein kleiner see. der uferbereich besteht aus moosigem gebiet, mit einigen harten gräsern und kleinen büschen. wir knien auf den holzplanken und ich lasse mir alles erklären. offenbar wird diese art moos geerntet, da es enorme mengen wasser aufnehmen kann. dann wird es anstelle dieser braunen hydrokügeli verwendet, die es bei uns gibt. daneben wächst eine fleischfressende pflanze! im moos fällt sie kaum auf, mit langen roten „fühlern“ und bewimperten „tellern“. obwohl sie nur auf insekten aus ist, wage ich nicht, sie anzufassen.

insektenfressende pflanze (rot) und wasserspeicherndes moos

insektenfressende pflanze (rot) und wasserspeicherndes moos

stochere mit einem grashalm herum, aber es passiert logischerweise nichts. beatrice jätet ein paar unkräuter und neophyten, muss dann aber aufhören, weil sich leute nähern. die würden das nicht verstehen. bei der rückkehr in den wald sehe ich endlich einen manuka-baum. ich hatte schon manuka-geräucherten lachs und der honig soll gut sein. auf meine nachfrage erklärt laura, der honig habe auch heilwirkung, insbesondere bei hautkrankheiten. darum gibt es diese vielen honigsalben und honigseifen!
weiter geht es durch den wald, wir schauen in einige fallen, aber alle sind leer. doc ist auch hier auf der jagd nach stouts (eine art marder). die hütte, bei der wir picknicken wollen, liegt am lake manapouri. der erste wanderer ist schon angekommen, allerdings ist das seine letzte hütte. die hütte bietet eine küche mit holzofen und grossem gestell für nasse kleidung, toiletten und 56 betten im massenlager.

eine der huetten auf dem kepler track

eine der huetten auf dem kepler track

beatrice trägt uns ins hüttenbuch ein, das darf man auch, ohne dort zu übernachten. sie erzählt, dass manche leute hütten „sammeln“. sie besuchen so viele hütten wie möglich.
es beginnt zu tröpfeln, wir montieren regenschutz und marschieren los. die zwei legen wie zuvor ein flottes marschtempo vor. zum glück bin ich deutlich grösser und habe längere beine. so passt es auch für mich.

laura, beatrice und ich auf dem kepler track

laura, beatrice und ich auf dem kepler track

mit dem campervan fahren wir die kurze strecke zurück nach manapouri und zum see runter. wir wechseln in den innenraum und die beiden kochen tee. nach diesem erlebnis sei ich bekehrt, bezüglich meiner haltung zu campervans, sind sie überzeugt. in der tat ist es sehr gemütlich. tee trinken, ich sponsere meine schoggi, draussen läuft das wasser am fenster runter und auf dem see sind wasser und hintergrund kaum mehr zu unterscheiden.
später fahren wir kurz zum camping, sie wollen zelt und surly anschauen. ich nehme auch meine angefangene polentapackung mit, mein beitrag zum  abendessen.

bei laura und beatrice im campervan

bei laura und beatrice im campervan

feines essen bei beatrice und laura im campervan (polenta mit gemuese-tomatensauce und frisch geriebenem kaese)

feines essen bei beatrice und laura im campervan (polenta mit gemuese-tomatensauce und frisch geriebenem kaese)

dafür parkieren wir auf einem gekiesten parkplatz, wiederum mit seesicht. sie spannen eine art store auf, die tür bleibt auf und es regnet nicht rein. kalt ist es nämlich nicht. zwei kisten, die unter dem tisch standen und die als estrich funktionieren, wandern nach draussen. überhaupt ist es sehr interessant, was wo hervorgeholt wird und nach dem essen wieder verschwindet. alles hat seinen platz, muss verstaut werden können. wie in einem schiff.
sie haben recht, es ist gemütlich bei ihnen. dazu tragen aber auch der rotwein und die guten gespräche bei. danke für den schönen tag!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s