manapouri – cascade creek – knob’s flat

es regnet. mühselig, wie das im regen so ist, räume ich zusammen und gönne mir frühstück im tankstellenshop. um viertel nach neun habe ich mit beatrice und laura abgemacht. sie nehmen mich mit bis nach te anau downs. das gepäck wird demontiert, das surly kommt in die gute stube und wird mit den taschen gut gepolstert.
te anau downs besteht aus einer handvoll häuser und der anlegestelle für das schiff, das die wandernden zum anfang des milford track bringt. surly ausladen, beladen, klo, letztes foto und abschied nehmen. die beiden werden ab morgen montag bis ende saison in der umgebung der milford road arbeiten. doc-campingplätze betreuen und unterhalt. wohnen werden sie in knob’s flat, ich bin einfach zu früh. ein paar tage später, sie wären schon installiert gewesen und ich hätte bei ihnen übernachten können.

auf der milford road, 55 kmh sollte man maximal in dieser kurve fahren: da es aufwaerts ging, habe ich es nicht geschafft

auf der milford road, 55 kmh sollte man maximal in dieser kurve fahren: da es aufwaerts ging, habe ich es nicht geschafft

berge, auf dem weg nach manapouri

berge, auf dem weg nach manapouri

ich fahre los. die landschaft ist abwechslungsreich. gelbe weiden mit büschen, alter wald, flüsse in schotterigen betten. sonne und regen wechseln sich ab. mit der zeit ziehe ich die regenhose gar nicht mehr an. der verkehr ist mässig, ab und zu busse. manche haben eine komische form, weil innen die hinteren sitze höher sind. das dach aus glas und alle sehen was.
beim doc-camping totara benutze ich das klo. die sonne kommt für einen moment hervor. ich lehne sofort mein velo an den picknicktisch, zerre das zelt hervor, setze in windeseile die stangen zusammen und stelle das aussenzelt auf. als es einige minuten später langsam wieder zu tröpfeln beginnt, ist das zelt so trocken, dass ich es wie gewohnt im rucksack transportieren kann und nicht so aufpassen, dass es ständig alles nass macht. beim weiterfahren werfe ich einen dollar in den briefkasten für das camping-geld.

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das war auch schon der letzte sonnenschein für die nächsten 24 stunden. pouring rain trifft es. ich merke, dass dieser regen ernsthaft ist. alles montieren und fahren. dem eglinton river entlang und durch wälder. tief hängen die wolken. nach ein oder zwei stunden trieft die gesamte umgebung. blätter wippen, von tropfen getroffen, blattflächen glänzen, tropfen perlen ab farmwedeln, wasser fliesst von der strasse in wald und wiese.

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nach ein paar stunden beginnt die nässe, in meine ärmel zu kriechen, die velohandschuhe pflotschen, auch die regenhose hat ihre schwächen. aber trockene füsse in den wanderschuhen.
bei knob’s flat fahre ich rein, ein informationszentrum, zeltplatz, accomodation. ich tropfe ins büro und frage den wart, was denn noch frei sei. es gibt aber nur bungalows für 130 dollars. und er bietet mir den waschküchenboden an. die mitarbeitenden-unterkunft sei leider voll. ich beschliesse, weiter nach cascade creek zu fahren wie geplant.
auf dem weg dahin rotiert es in meinem kopf. ich überschlage meine ausrüstung, planen und seil resp. schnur, heringe etc. der cascade creek camping ist doc und hat nur ein plumpsklo. ich würde also zum kochen einen unterstand bauen müssen. ich schaue mir den camping an, suche einen guten platz zum zelten. alles trieft, der boden ist vollgesogen und das wasser steht. die etwas geschützteren sites sind von caravans besetzt.

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ich drehe eine runde auf dem wanderweg, kämpfe mit mir. gehe wieder auf den camping, aber ich bringe es nicht über mich. der aufwand ist zu hoch, bis ich endlich trocken im zelt bin. ich habe eine plane zu wenig. und ich müsste das zelt in einige zentimeter pflotschenden boden setzen.
also zurück nach knob’s flat. ich bin wütend und enttäuscht. dort angekommen, sage ich dem wart, ich hätte meine meinung geändert. was ich denn gerne möchte, fragt er. einen zeltplatz, sage ich. er muss ein bisschen lächeln und sagt, we can’t have you softening down, ey, can we? jawohl. er zeigt mir küche und toiletten resp. dusche und erneuert sein angebot mit der waschküche. ich lehne dankend ab und erkläre ihm, das eigentliche zelten sei kein problem. mehr das kochen.
ich finde einen ganz leicht abschüssigen platz, der nicht wassergesättigt ist. stecke die stangen unter dem vordach des hauses zusammen und schiebe sie in die laschen. mit den drei bögen und zwei heringen in der hand sprinte ich schliesslich über das gras und das aussenzelt steht in drei sekunden. das belgische paar, mit dem ich abendesse, wollte mir zu hilfe kommen, erzählen sie später. aber ich war zu schnell.
die warme dusche ist sehr nett. dann aber zurück in die nassen hosen und softshell, sonst trocknen die nie. es wird ein schöner abend. justine und joris sind ein paar jahre jünger, haben eben fertig studiert und sind auf weltreise. in dreieinhalb wochen wollen sie soviel wie möglich von nz sehen. sie haben ein normales auto gemietet, das auf dem dach eine flache quadratische kiste mitführt. daraus kann man abends ein zelt aufklappen. die zwei spielen karten, als ich in die küche komme. sie haben definitiv lust auf plaudern, räumen die karten weg, bieten mir cidre an und machen auf der bank platz. es ist ein gutes gespräch. sie beobachten genau, wie hier die dinge laufen und der austausch ist interessant. sie sind von ihrer art zu reisen überzeugt. ich von meiner. beide seiten missionieren nicht und sagen nicht, ich wollte, ich könnte das auch machen. das höre ich nämlich oft und nehme es nicht ernst. das ist angenehm ausgeglichen.
später kochen wir gleichzeitig, sie broccoli mit scholle, ich broccoli, hörnli und peperoni und essen zusammen. sie bieten mir scholle an und ich nehme sie gerne. das einzige, was ich anbieten kann, ist dieser furchtbare sirup, der wie tiki schmeckt. ich realisierte nicht, dass es sirup ist, als ich ihn kaufte. dachte, das sei limonade. jetzt gibt es immer zwangssiruptrinken. ich warne sie vor und sie finden ihn auch nicht so prickelnd. später koche ich wasser für eine bettflasche. sie finden das eine gute idee und machen das auch gerade. wir tauschen die namen aus, damit wir kontakt halten können. zum einschlafen höre ich musik, damit ich den regen nicht mehr höre. anfänglich fröstelt mich etwas, aber es ist mehr die vorstellung dieser triefenden welt um mich herum als die kälte. ansonsten ist ja im innenzelt alles trocken und ich schlafe gut.

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