knob’s flat – te anau

es regnet, als wolle es nicht mehr aufhoeren, ja als haette es gar nie etwas anderes gegeben. ich bin aber trocken und warm in meinem schlafsack und in meinem zelt, es zieht mich nicht raus. aber natuerlich gibt es nichts anderes. ich packe so schnell wie moeglich und raeume alles unter das vordach von kueche, klo und co. bald sind dort meine noch teilweise offenen taschen und das aussenzelt habe ich auch aufgehaengt. dann erstmal in die kueche zu warmem tee und toast. in der kueche sind auch die beiden frauen, die gestern recht spaet gekommen sind. eine arbeitet weiter hinten richtung malford in einer lodge und die andere in queenstown. wir plaudern und sie geben mir noch einen tipp fuer einen doc-zeltplatz in wanaka. ich erzaehle, dass ich gestern haette in cascade creek bleiben wollen. dann sagt sie eben, es sei doch besser gewesen, hierher zu kommen, als „battle the elements for a cup of tea“, als gegen die elemente anzukaempfen, nur um sich eine tasse tee zu machen. kurz schaue ich noch beim mann von gestern rein, dem gehoert naemlich der laden hier und sage adieu. safe travels, sagt er.

es regnet. es stroemt in langen, grauen faeden vom himmel herunter, platscht auf die strasse, rinnt ueber meine jacke und hose, tropft von meinem helmschutz, ich sehe staendig die tropfen vor meinen augen hin- und herbaumeln. bald schon ist es recht kalt. die kleidung ist ueber nacht so halbwegs trocken geworden, vor allem die noch immer nassen aermel nerven. das wetter sollte bald besser werden, aber im moment sehe ich noch nicht viel davon. irgendwann, nach 20 km oder so, fahre ich durch einen wald. dort tropft es sowieso fuerchterlich runter. aus dem wald heraus und ich merke, dass es nicht mehr regnet. im wald habe ich das nicht gemerkt! ich schaue auf zum himmel und sehe ein stueck blau! ich kann nicht anders, juchze und jauchze das kleine stueck blauen himmel an. da will es aber schon wieder von wolken verschluckt werden, ich schreie nein, hierbleiben, aber es geht und der regen ist zurueck. die strecke kommt mir lange vor, laenger als gestern, als ich sie gefahren bin. zwischendurch hoert der regen auf, aber ich lasse mich nicht dazu verleiten, die regenhose auszuziehen.

in te anau downs schiesse ich den huegel herunter, vorbei an den bussen, die wanderleute ausspucken, die voll in regenkleidung eingepackt sind und sich fuer die schifffahrt bereit machen. auf der strasse kommen mir noch ein paar wanderleute entgegen, ich frage mich schon, woher wohl und sehe dann, eine lodge, mit einer kaffeefahne! schnell velo abgestellt und rein in die gute stube. bestelle kaffee und scones mit cream und jam, super. behaenge die stuehle mit meinen nassen sachen und schreibe etwas im blog vorwaerts. spaeter sehe ich, dass es einen kleinen elektroofen gibt. ich setze mich davor und es gelingt mir doch, einigermassen trockene hosenbeine und jackenaermel zu kriegen. da es so schoen warm ist, bestelle ich noch ein sandwich. nach ungefaehr einer stunde fuehle ich mich fit genug, weiterzufahren.
image

beim lake mistletoe halte ich kurz an und gehe den fussweg zum see. es waere schoen, hier mittagzuessen, aber alles ist nass und oh wunder, es regnet wieder einmal.
image

nach einigem auf und ab bin ich tatsaechlich in te anau. die stadt mit dem lustigen namen, die ist mir von anfang an irgendwie aufgefallen beim planen. und hier habe ich dann gehoert, wie man das ausspricht. wie viele ortschaften ist die aussprache nicht unlogisch, aber ich waere nicht unbedingt darauf gekommen. favorit ist ja eigentlich tuatepere (tuatEperi). aber eben, te anau. sagt man te AnaU. das wirkt auf mich, wie wenn man das aussprechen wuerde, dabei aber auf dem ruecksitz eines russischen lada hin- und hergeschuettelt wird auf einer schlaglochuebersaeten strasse. so wars naemlich manchmal in der moldau, wenn einer der bauern, die wir besuchten, mit hundert sachen ueber eine sehr schlechte strasse fuhr.

in te anau will ich ein bett und keine nacht im zelt. und ich will mein zelt trocknen. morgen wird es naemlich nur ein klo geben bei den mavora lakes. und wer weiss, wie das wetter ist? da ist ein trockenes zelt schon nett. ich halte bei einem b&b, aber es ist zu teuer. also doch auf den zeltplatz. dort ist im backpackers 10erzimmer noch ein bett frei. auf der bruestung vor dem raum trocknen schon diverse zelte. ich spanne mein aussenzelt in einer drei-minuetigen regenpause mit etwas sonne auf dem rasen auf und es ist einigermassen trocken. im schlafsaal freunde ich mich gleich mit norie aus japan an. sie bietet mir ihre waescheleine an, weil sie davon ausgeht, dass ich einige nasse kleidungsstuecke habe. ich behaenge auch gleich alles, dazu meine eigene waescheleine und noch ein seil.
image

norie hat ein work-and-travel-visa und hat ein halbes jahr bereits gearbeitet. zuerst kiwi abgepackt, danach in einem japanischen restaurant als serviererin. jetzt reist sie herum. sie ist in drei tagen den kepler track gegangen, mit 20 kilo gepaeck! wir sprechen ueber gepaeck und wandern und so weiter. bald knien wir am boden, beide haben ihre kuechenausruestung ausgebreitet und fachsimpeln. sie macht echte anfaengerinnenfehler, gewuerze in glasbehaeltern, zu schwere saucen, generell viel zu viel essen. ansonsten macht sie es glaubs ganz gut. sie hat auch nicht in der huette geschlafen, sondern gezeltet. da kommt natuerlich nochmal ziemlich gewicht zusammen. ihre familie findet nicht so gut, was sie macht. sie sagen, du bist erwachsen (32 jahre alt) und kannst machen, was du willst. aber es waere besser, heimzukommen, hier zu arbeiten (und vermutlich zu heiraten). ihr bruder ist eben, im gegensatz zu ihr, very japanese. sehr japanisch. der naechste wanderweg ist der routeburn track, aber sie will in der huette uebernachten. spaeter macht sie noch tongariro crossing.

eine katalonin spricht mich dann an, sie habe das gleiche velo. caterina heisst sie. sie fahre eigentlich auch meist velo, zum beispiel durch amerika, aber im moment sei sie mit vier landsleuten im bus unterwegs. sie sagt, sie habe damals schwierigkeiten gehabt, mit der einsamkeit zurechtzukommen. und damit, alleine die motivation und das positive denken aufrechtzuerhalten. eigentlich war sie naemlich mit einer kollegin unterwegs. die habe sich aber unterwegs verliebt und sei haengen geblieben. sie habe dann einen deutschen kennengelernt und sei recht viel mit ihm gefahren. anfangs sei es etwas anstrengend gewesen, aber mit der zeit haetten sie einen guten rhythmus gefunden.

der rest des abends vergeht mit einkaufen (ich bleibe wieder ewig in dem supermarkt haengen und weiss nicht, was ich kaufen soll) und waschen und meinen blog nachfuehren. dafuer habe ich in der letzten zeit fast etwas wenig zeit. bis nach elf schreibe ich im aufenthaltsraum, wobei das licht immer nach fuenf minuten ausgeht und ich durch den saal laufen muss, damit es wieder angeht. spaet schleiche ich mich in den dunklen und ruhigen schlafsaal. das bett ist recht bequem, aber es ist kalt. ich denke, es ist fast kaelter als im zelt.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s