mavora lakes – queenstown

geregnet und geschneit hats nicht, wie john gestern abend noch prophezeit hat. zum glueck. ich hoere die toefffahrer reden und reissverschluesse zippen. ich kann mich fast nicht zum warmen schlafsack rausquaelen. aber die michaels wollen um acht los und das ist schon bald. ich will ihnen noch ade sagen. also doch raus aus der waerme, in die klammen radlerklamotten, im innenzelt alles aufraeumen und fertigmachen, bevor ich das tor zur welt oeffne. uu ist das kalt. sofort die primaloft und muetze ueberziehen.

ich habe schnell gepackt und baue zum fruehstueck auf. die toefffahrer sind fast bereit zum losfahren. wir unterhalten uns ueber johns wettervorhersage und sie erzaehlen mir, was sie heute machen wollen. te anau, gepaeck abladen, milford sound, schifffahren und zurueck nach te anau. als sie bereit sind, mache ich noch ein foto von ihnen, dann sind sie weg. hier sagen sie immer, see you later, bis spaeter, aber die wahrscheinlichkeit, dass wir uns nochmal treffen, ist minim.

michael und michael, lake mavora

michael und michael, lake mavora

es ist echt kalt. schnell tee gemacht und schon kommt der ranger-jeep herangewackelt. die beiden reinigen die toiletten und plaudern etwas mit mir. sie haben mir schon mehrmals gesagt, dass sie froh sind, dass das mit dem portemonnee so gut herausgekommen ist. das letzte mal habe eben dann das geld gefehlt.

die strecke durch den wald, dem see entlang auf die strasse zum lake wakatipu dauert mehrere kilometer. ich hoffe, dass der gravel besser ist als gestern. und wie! er ist richtig gut. nach einer weile kommt ein schild, dass ich jetzt das land der stations walter peak und mount nicolas betrete. ich denke mir nichts dabei. aber es bedeutet: kuehe! das gibt mir ein mulmiges gefuehl, die mutterkuehe sind wilder als bei uns und haben deutlich weniger mit menschen zu tun. sie sind autos gewoehnt, alles andere ist ihnen wohl ziemlich fremd. und es gibt keine ausweichmoeglichkeit. zu fuss koennte ich dem huegelfuss entlanggehen, mit dem velo gibt es diese moeglichkeit nicht. naja, augen zu (also eigentlich auf) und durch. die kuehe mit ihren kaelbern schauen mich an, einige mit diesem hohen kopf, den ich immer mit spinner-ideen verbinde. aber sie bewegen sich meist nicht oder rennen weg. aber alle schauen mich an. ich pedale wacker vorwaerts, danke aus ganzem herzen der person, die fuer diese gute gravelstrasse verantwortlich ist und schaue ab und zu im rueckspiegel, ob eine der spinner-ideen in einem der kuhhirne die ueberhand gewonnen hat. nein, nichts zu sehen. ploetzlich ein schild, achtung furt. ich denke, nee, das ist jetzt nicht wahr. der velofahrer, den ich gestern gekreuzt habe, hat echt keine info gehabt. der gravel sei immer gleich (stimmt nicht), von kuehen und furten hat er nichts gesagt. ich ueberlege mir, die schuhe zu wechseln, damit nicht die wanderschuhe nass werden, mit denen ich zur zeit fahre. aber da es einige kuehe mit kaelbern recht nah an der furt hat, beschliesse ich, so schnell wie moeglich den bach zu durchqueren. waehrend dem schuhe wechseln haetten sie zeit gehabt, ihre neugier hervorzukramen, und das wollte ich nicht. also rein in die suppe. der bach hat zwei arme und in der mitte eine kleine insel. das wasser ist 30 bis 40 cm tief. ich stapfe rein, schiebe das velo, es klappt sehr gut. aber das wasser laeuft oben in die schuhe rein und es quatscht einige kilometer.

suedende des suedlichen lake mavora

suedende des suedlichen lake mavora

kuehe neben der strasse

kuehe neben der strasse

die landschaft ist der absolute hammer. karge weiden, dahinter huegel, teilweise bewaldet. wasser hat graeben gegraben und die sind meist noch nicht wieder bewachsen. das wetter ist gut, aber relativ frisch. der weg ist meist flach, es hat kaum verkehr. dem weg entlang waechst hornklee. beim mittagessen haenge ich die socken zum trocknen in die speichen, aber die schuhe sind so vollgesogen, dass die socken danach gleich wieder nass werden. naja, die kiwis ziehen ja die schuhe nie aus beim furten. der gravel wird schlechter, oft sind steine im boden, ueber die ich holpere und meine bremsen lassen ziemlich nach. einen langen abstieg runter ins tobel zum bach bringe ich halb fahrend, halb schiebend hinter mir, weil die bremsen nicht mehr greifen. dann geht es entlang eines breiten bachbettes, der bach selbst ist klein, es ist teilweise zugewachsen mit gras und kuehe grasen dort. nach einer farm, bei der ein mann mit fuenf hunden schafe treibt, also einer arbeitet und vier schauen zu, kommt ein schild mit einem ausrufezeichen. ich denke noch, hoffentlich keine furt, dann ist sie schon da. keine kuh zu sehen, ich ueberlege, ob ich die wieder einigermassen trockenen wanderschuhe ausziehen soll. aber was solls. die ueberraschung! das wasser ist deutlich weniger tief und die schuhe bleiben trocken. solange es also nicht oben reinlaeuft, kein problem. das beschwingt mich gerade und ich fahre froehlich weiter.

wunderbare huegellandschaft

wunderbare huegellandschaft

traumhaft; selbstausloeserfotos von vorne fahrend sind schwierig zu timen

traumhaft; selbstausloeserfotos von vorne fahrend sind schwierig zu timen

ein kleiner bach, zwischen den mavora lakes und dem lake wakatipu

ein kleiner bach, zwischen den mavora lakes und dem lake wakatipu

huegel, teilweise bewaldet, teilweise wie abgeschossene samtbezuege eines moebels

huegel, teilweise bewaldet, teilweise wie abgeschossene samtbezuege eines moebels

die zweite furt

die zweite furt

das surly kriegt nasse fuesse (ich diesmal nicht)

das surly kriegt nasse fuesse (ich diesmal nicht)

mutterkuehe im flussbett

mutterkuehe im flussbett

holper holper

holper holper

ich mag nicht mehr. es sind ueber 40 km gravel, das ist so anstrengend. das geholper und das kurvenfahren auf der strasse, um staendig die beste spur zu erwischen. und die kuehe haben mich teilweise auch gestresst, teilweise lagen sie echt nahe am weg und manchmal eine kuh links und die kaelber rechts. dazu mehrere grosse bullen. endlich endlich kommt der see. dahinter weissbeschneite bergspitzen. ich wollte eigentlich nach walter peak station weiterfahren und von dort mit dem dampfschiff nach queenstown. aber ich kann nicht noch mehr gravel fahren. barry und julia haben mir gesagt, dass neuerdings von der mount nicolas station ein katamaran nach queenstown geht. es ist aber nichts angeschrieben. ich wage mich durch ein gatter, auf dem private property steht, das aber offen ist. da es steil runter zum see geht, sondiere ich zu fuss und glaube, dass es dort wirklich nach anlegestelle aussieht. unten angekommen, habe ich so meine zweifel. es ist niemand zu sehen. vorsichtig schaue ich in eine werkstatt und eine sattelkammer rein und rufe, aber ist niemand da. das schiff legt um drei in queenstown ab, wird also erst um die vier da sein, noch ist kein stress. dann taucht aber ein auto auf und ich kann die frau fragen.

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warten auf den katamaran am lake wakatipu

warten auf den katamaran am lake wakatipu

als es gegen die ankunftszeit des katamarans geht, taucht auch ein bus auf und spuckt eine ladung leute mit turnschuhen aus. ein mann plaudert mit mir und erzaehlt, sie seien alle local agents aus reisebueros und tourist informations. sie haetten eine farmtour gemacht, damit sie wissen, wovon sie reden, wenn sie leute beraten. schliesslich kommt auch der katamaran, man hat definitiv nicht mit normalem publikum gerechnet. aber flexibel wie sie sind, kann ich trotzdem an bord. das surly wird gleich neben dem buffet mit gummizuegen vertaeut und ich gehe aufs deck. der katamaran ist mit einer offenen bruecke ausgestattet, man kann sich gleich neben den kapitaen stellen. was ich natuerlich tue.

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offene bruecke auf dem katamaran

offene bruecke auf dem katamaran

es ist ein schoener see, von braunen huegeln umgeben. es zieht ziemlich, rund um mich herum wird weisswein und bier getrunken, froehlich wurst vom buffet gegessen. in queenstown muss ich rueckwirkend noch ein ticket kaufen. der mann von vorhin setzt sich neben mich, erst ist reisebusfahrer und kennt sich aus. gibt mir tipps fuer die route nach arrowtown und die crown range.

ich wollte nicht nach queenstown, die abenteuerhauptstadt der welt, mit jetskifahren, bungee jumpen und river raften. aber als wir im hafen eine runde drehten, um anzulegen, sah ich die promenade, sah die leute und wollte ploetzlich dableiben. ich habe es etwas bereut, in te anau gleich wieder aufgebrochen zu sein. ich waere gerne etwas laenger geblieben. aber ich wollte mich auf diese mavora-route machen, weil das wetter gut aussah und ich wusste, dass es schoen wird. waere ich in te anau geblieben, haette ich glaub jetzt in queenstown das gefuehl nicht gehabt und haette wie geplant nach arrowtown weiterfahren koennen (nach dem bremskloetze kaufen natuerlich). das gefuehl, unter leuten sein zu wollen, kaffee trinken an einer strassenecke, leute anschauen. bis jetzt bin ich oft an orten zwei oder mehr naechte geblieben, wo es quasi nichts gab. entweder war alles zu oder ich hatte nicht die zeit, rumzuhaengen.

auf dem zeltplatz kriege ich platz nummer 273, was schon etwas ueber die groesse aussagt. aber die sicht auf die berge ist gut. nach aufstellen und duschen setze ich mich an der promenade auf ein bier hin. bleibe zum essen haengen. aber es ist kalt, sie verteilen decken, aber leider nicht bei unseren tischen. ich muss ueber morgen nachdenken. auf den hausberg wandern und mit der gondel runter. dann die 20 km nach arrowtown und kraefte sammeln fuer die crown range (ca. 700 hm) am tag danach? queenstown ist mir naemlich zwar noch nicht verleidet, aber das gefuehl ist vergangen. ich habe vor und nach dem abendessen gebloggt, all die leute gesehen, niemand ist alleine unterwegs. ich habe mich einsam gefuehlt, und es sind nicht meine leute hier. bungee jumpen und co. laesst mich heute kalt. der portmonnee-michael war bungee jumpen und hat mir ein video gezeigt, das er mit der helmkamera gemacht hat, die er am handgelenk trug. er hat 3 sec freien fall und staendig geschrieen. sei sei aber awsome gewesen. glaub ich schon.

ich schaue mich in einem laden einige schreckliche souvenirs an. zum glueck habe ich keinen platz im gepaeck. dann rauf zum camping zum bloggen.

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