queenstown – arrowtown

zur abwechslung hat mich wieder mal die hitze zum zelt rausgetrieben. noch bevor der wecker um acht klingelt, muss ich aus der sauna raus. ein wundervoller tag, wolkenlos blau, die berge braun, ein schoener kontrast.

ich wechsle die bremskloetze, aber bin mit der einstellung nicht zufrieden. muss ausserdem vorwaerts machen, zelt abbauen, zusammenpacken und um zehn den camping verlassen haben. sie sind hier recht strikt. wenn sie dich auf dem klo erwischen, obwohl du nicht hier zeltest, kann das schon mal 200 dollar instant fine, also sofort, bedeuten. in der regel muss man auch um 10 am sharp draussen sein, also nicht um zehn anfangen, das zelt abzubauen. ich weiss nicht, wie gut sie das kontrollieren, aber ich bin ja sehr gehorsam.

ich schiebe das velo den stutz runter, da ist naemlich einer von schaetzungsweise 100 bikeshops in queenstown. ueber uns kreischt schon jemand auf einem tandem-gleitschirmflug. hier wird echt frueh angefangen. im bikeshop sagen sie nur „ja klar“ und nicht wie in christchurch, als ich am samstag mit dem bike antanzte, „wir haetten naechsten dienstag zeit, da kannst du das rad bringen“. aber hier in queenstown ist man auf zack. muessen sie wohl auch, denn die leute hier wollen fahren. downhill bikes werden vermietet und geflickt, dann gehts 100m rauf zur gondel-talstation, mit dem gondeli rauf und dann runtersirachen, dass es die baeume schuettelt. naja, lieber sie als ich. jedenfalls darf das surly zwischen all den kraftprotzen bleiben, und das gepaeck kann ich hinter dem haus stapeln. perfekt!

was man so tun koennte in queenstown - die meisten leute sind auch deswegen hier

was man so tun koennte in queenstown – die meisten leute sind auch deswegen hier

zu fuss gehts zur gondelistation, aber ich brauch echt was zu essen. unterzuckerung ist auch fuer nicht-diabetikerinnen anstrengend. im kiwi-park gibt es einen kaffee und ein toasted sandwich, dann beginnt der aufstieg.

der weg ist sehr nett! ab und zu kreuzt er die downhill-piste, wobei man wirklich gut schauen muss, ob niemand kommt. beim zusammenstoss saehe man schlecht aus, so ungepolstert. der aufstieg ist recht streng, ein schmaler weg zickzackt sich durch den wald, ueber wurzeln und durch felsen. fuer durchschnittlich berggaengige mit guten schuhen, wie ich, kein problem. aber unterwegs ueberhole ich ein paar leute, die vielleicht doch besser die gondel genommen haetten: aeltere leute mit turnschuhen, sie mit rock, er mit kameratasche umgehaengt. naja, hoffentlich sparen sie nicht beim runtergehen am falschen ort.

downhill-strecke kreuzen, auf dem weg zur gondel-bergstation bei queenstown

downhill-strecke kreuzen, auf dem weg zur gondel-bergstation bei queenstown

fuenfzig minuten dauert der aufstieg bei mir. oben gibt es einen kleinen sessellift, der die leute zum „luge“ fahren ungefaehr 50 hoehenmeter weiter nach oben bringt. sie fahren dann ziemlich langsam mit diesen „luge“ hinunter, also bis zur bergstation der gondel. dann natuerlich gibts fotos. ich kaufe was zu trinken und bewundere die aussicht. strahlend blauer himmel, tiefblauer see, weisse spuren hinter schiffen, die braunen berge. schoen. queenstown ist sehr haesslich, daher gibts kein foto, gestern vom see aus habe ich das gut gesehen. in den bewaldeten huegelhang hinein sind haesslich klobige hotels gebaut, alle im anderen stil, alle mit seesicht, immerhin, aber es sieht von aussen furchtbar aus. der busfahrer, der gestern neben mir auf dem schiff gesessen hat, ist ein queenstowner. 27000 staendige bewohnerInnen und in der hochsaison im sommer und im winter 90000 insgesamt. er findet queenstown der hammer, hier koenne man alles tun. naja, mir wurde ja davon abgeraten. ich weiss auch, wieso. es ist irgendwie unterhaltsam, aber nach zwei stunden wird es etwas anstrengend. however, der aufstieg auf diesen huegel ist echt toll. ein richtig toller wanderweg und die aussicht ist gut. vor allem, von hier aus sieht man die haesslichste seite von queenstown nicht…

aussichtsplattform gondel-bergstation bei queenstown

aussichtsplattform gondel-bergstation bei queenstown

lake wakatipu

lake wakatipu

queenstown und lake wakatipu

queenstown und lake wakatipu

queenstown von oben

queenstown von oben

lake wakatipu und ein wenig von queenstown von oben

lake wakatipu und ein wenig von queenstown von oben

schliesslich fahre ich mit ruecksicht auf meine knie mit dem gondeli runter, kann man sich vorstellen wie von oeschinensee, durch eine schneise im wald, unten grasen aber schafe, nicht gemsen. oder gaemsen, waere es glaub nach neuer rechtschreibung. unten einkaufen, kaffee trinken und ab zum bikeshop. das surly wartet schon auf mich, moechte fast sagen, es schabe ungeduldig mit den hufen im kies. natuerlich nicht. bremsen optimiert, ich kaufe einen satz bremskloetze, ist ja gut, immer welche mitzufuehren, dann beladen, sonnencreme und ab. von der bergstation der gondel habe ich die beiden moeglichen strassen gesehen. der busfahrer von gestern hat mir ja angeraten, die hauptstrasse zu nehmen und dem lake hayes entlang nach arrowtown zu fahren. nach der sicht von oben entscheide ich mich dagegen und fuer die strecke hinter dem berg, in einem tal. es hat deutlich weniger verkehr und der strassenrand, soweit er von dort oben erkennbar war, sah nicht schlecht aus.

aber es ist heiss. die strasse ist zuerst recht eben, dann windet sie sich das enge tal hinauf, ich stosse. mein knie rechts meldet sich. kein wind bringt kuehlung. spaeter weitet sich das tal etwas, die strasse wird wieder ebener. gelbes gras, gruene buesche und rote huegel praegen das bild. wie eine ampel, denke ich. am meisten aber denke ich an nevada. ich weiss nicht, ob es das wort ist, das schon heiss und staubig und trocken klingt, oder dass ich mir vorstelle, dass es dort aehnlich aussieht. ich weiss es nicht, aber ich muss staendig daran denken.

auf dem weg nach arrowtown

auf dem weg nach arrowtown

auf dem weg nach arrowtown

auf dem weg nach arrowtown

arrowtown kommt dann auch und ist toll! von wegen, hier gibt es nichts, wie der busfahrer sagte. es gibt eine sehr herzige hauptstrasse mit alten cottages, einem zurechtgemachten postoffice (buecher und boutique), einem postmaster’s restaurant, einem pub, diversen herzigen cafehaeusern und den noetigen laeden fuer die grundversorgung. ich frage mich zum camping durch und werde herzlich empfangen. die frau plaziert mich neben einem anderen velofahrer, zwei sind es eigentlich. aber einer ist gerade nicht zu hause. derjenige direkt neben mir spricht mich auf norwegisch an, wegen des hillebergs. er dachte, ich sei vielleicht schwedin. er ist englaender, wohnt aber seit 40 jahren in norwegen, ist pensioniert und fuer 14 wochen in neuseeland. er kennt sich ziemlich aus, war schon mal hier. ein nettes touring-gespraech entwickelt sich. ich trockne in der sonne die wanderschuhe und die unterseite der plane. der schlafsack wird wiedermal gesonnt, soll ja gut gegen hausstaubmilben sein.

ich ueberlege mir, ob ich zwei naechte hierbleiben soll. der camping ist ruhig, das dorf herzig, es gibt einen fluss, entlang dessen kleine spazierwege und mein knie irritiert mich etwas. seit der gegenwind-fraktion spuere ich es. ich habe allerdings gestern und heute sehr wenig getrunken und ziemlich viel geschwitzt. und ich habe mal gelesen, dass das dazu fuehren kann, dass die polster in den gelenken schrumpfen, weil das wasser fehlt. also sollte ich mich vielleicht einfach wieder mal so richtig volllaufen lassen… 🙂 und die crown range mit ihren 700 hoehenmetern steht ja zwischen mir und einem mountainbike-begeisterten kiwi in wanaka, einem freund von nachbarn meiner eltern. da die kaffeehaeuser nicht mehr aufhaben, als ich es endlich nach essen und duschen ins dorf schaffe, finde ich mich halt – wie offenbar alle anderen – im pub ein. platz gibt es noch am tisch des velofahrers von vorhin. eigentlich wollte ich nicht schon wieder gesellschaft, die letzten abende waren fast ausnahmsweise – ausser gestern – mit gespraechen ausgefuellt. ich habe zu wenig zeit fuer mich. aber ich kann nicht widerstehen. ich glaube, so unterwegs zu sein bedeutet auch, sozialkontakte zu nehmen, wie sie kommen. manchmal gehaeuft, zu viel auf einmal, dann wieder durststrecken. manchmal die falschen leute zur richtigen zeit oder umgekehrt.

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