ruhetag in arrowtown

nach acht nimmt die temperatur im zelt rapide zu. die sonne hat offenbar  den   bergkamm überwunden. tee an der sonne und später ein kleiner schwatz mit dem engländer aus norwegen, der übrigens roger heisst. er fährt auch ein surly. hat aber einen geraden guido und die lenkerendschaltung auf daumenhöhe montiert. er gibt mir die angaben zu der firma, die dafür adapter herstellt.
anschliessend muss ich mich mal um die nächsten zwei wochen kümmern. bald ist nämlich schon halbzeit. ich gehe davon aus, dass ich bis greymouth an die zehn tage brauche. auf dieser strecke gibt es deutlich weniger versorgungs- und übernachtungsmöglichkeiten als bisher. dann entscheidet sich auch, ob ich nach christchurch gehe, um jude, neil, susie, dave, charlie und al zu besuchen.
ausserdem gibts heute drei ziele. erstens, genug trinken. zweitens, in arrowtown kaffee trinken und lesen. und drittens, gewicht loswerden. heute morgen, ich sass vor der küche in der sonne und schaute mir die kommende strecke an, brach ein paar gerade zu einer wanderung auf. beide hatten grosse rucksäcke. da schoss mir das bild von anna der läuferin mit ihrem nicht so grossen rucksack durch den kopf und ich dachte, die haben bestimmt zuviel dabei. ein grosser fehler ist, auf alle eventualitäten vorbereitet sein zu wollen. dafür nimmt man dinge mit, die man gar nie braucht. ohne die man im ernstfall auch ganz gut leben kann. weil man dann einfach improvisiert. dabei rede ich nicht von elementaren sachen gegen kälte oder nässe, sondern viele kleine dinge. ich habe sehr viel zeit in meine ausrüstung investiert und habe einige dinge wirklich gut gemacht. und andere sind genau dieser vorstellung von „im falle dass, hab ich xy dabei“ anheim gefallen. ausserdem bewegen wir uns meist nicht wirklich fernab jeglicher zivilisation und sind daher auch nicht völlig auf uns gestellt. es ist effizient und sinnvoll, sich auf die bedingungen vor ort vorzubereiten. ist ja eigentlich logisch. manchmal sieht man allerdings erst vor ort, wie es ist. (es ist wie mit dem wetter hier: wenn es da ist, weiss man, wie es ist). zum beispiel habe ich den trangia spirituskocher mitgenommen, weil ich gelesen habe, dass man sprit (methylated spirit) in den supermärkten erhält. ist auch so. die meisten campingplätze haben aber küchen. es geht schneller und ist günstiger, da zu kochen. die trangiapfannen sind aber dafür nicht geeignet. also habe ich eine kleine pfanne gekauft. es wäre rückblickend besser, einen kocher zu haben, der auch normale pfannen nimmt. damit wäre ich für jede situation ausgerüstet und würde nicht zuviel mitschleppen. und so lernt man dazu.

der tag vergeht mit spazieren dem fluss entlang, mittagessen im schattigen garten des pub und kaffee trinken im schattigen garten eines cafes. und viel viel trinken. manchmal schmeckt das wasser hier etwas komisch und dann trinke ich zu wenig. hie und da kaufe ich ein päckchen pulver mit fruchtaroma oder einen kleinen beutel fruchtsaft, den ich ins wasser kippe. trinkwasser ist es nämlich allemal, was hier aus den anschlüssen kommt, aber es schmeckt oft erdig, chemisch oder irgendwie rostig. ein schluck ist ausserdem farblos, eine flasche hat einen gelblichen schimmer wie holunderblütensirup.

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