lake mapourika – pukekura

ich schlafe schlecht. es regnet in schauern und in der zwischenzeit tropft wasser von den bäumen auf mein zelt. das zeitlich und örtlich völlig zufällige geräusch hält mich wach. ausserdem ist es irgendwie warm, doch kaum öffne ich den schlafsack, wird es wieder kalt.
als der wecker klingelt, schüttet es gerade wieder wie aus eimern. ich überlege kurz, das wetter einfach auszusitzen. aber es soll ja einige tage so weitergehen. also doch auf.

die armee von sandflies im vorzelt wurde durch die feuchtigkeit etwas in mitleidenschaft gezogen. dafür gibts jetzt mücken. das regen-protokoll beginnt. alles ist so viel umständlicher, muss besser geplant und umgesetzt werden. als ich mich mit necessaire und küchensaccoche zum unterstand aufmache, finden sich auch gleich pauline und ihr freund mit den trikes dort ein. einträchtig essen wir dort stehend zmorge und lassen uns nicht von den mitleidigen blicken irritieren.

losfahren in voller regenmontur. es regnet stark und ich stelle mich auf einen sehr nassen tag ein. zwischendurch hört es aber auf. die strasse ist eben und ich komme gut voran. da es relativ warm ist, ist das regenzeug etwas unangenehm. in whataroa habe ich hunger. da erblicke ich die geparkten trikes am strassenrand und die beiden leute, die gerade ihr zelt in der überdachten picknickecke des spielplatzes zum trocknen aufhängen. ich setze mich dazu, esse zmittag. später stösst noch karen dazu, die sich für kurze hosen entschieden hat und als erstes durchtränkte socken und schuhe auszieht.

pauline und ihr freund, dessen name ich leider nicht erfahren habe, kochen pasta mit vier eiern und tomatensauce. ich hole mir im laden gegenüber einen kaffee und esse mein brot mit humus.

nach 15 km kommt ein kleiner berg. zuerst kaum ansteigend schraubt sich die strasse dann auf 250m hoch. es wird warm und der regen hat aufgehört. soviel wie möglich ausziehen. als es wieder runtergeht, begegnen mir ein paar wochenendradfahrer mit rucksäcken auf dem gepäckträger und zu tiefen sätteln. die wolkendecke bricht auseinander und zeigt ziemlich viel blau. also erstmal sonnencreme einstreichen. in harihari gibt es eine glace. mir fällt auf, dass die frau vom tourist info gestern nicht gut informiert ist. sowohl in whataroa wie auch in harihari hätte man zelten können. nicht besonders schön, schon gar nicht an einem see, aber trotzdem. aber ich sollte wohl die beiden mit den trikes treffen.

es sind noch gut 20 km bis zum lake inanthe und der himmel wird langsam wieder bevölkt. ich pressiere etwas, um mein zelt noch aufstellen und trocknen zu können, bevor es wohl wieder regnet. ich mag nicht mehr, habe hunger und mein knie meldet sich. auf dem asphalt liegen kaputte libellen gleich abgestürzten helikoptern, die rotoren teilweise noch intakt.
ein schild kündigt den see und das erholungsgebiet an. toiletten, einwasserungsstelle, picknicktische. also muss der zeltplatz weiter sein. es kommt aber kein schild. als ich einen vorbeiziehenden radler frage sagt der, der camping komme. ich bin verwirrt, fahre mitten im busch, der see ist scgon länger vorüber. es geht den hügel rauf, ich will nicht mehr. aber zurück gehe ich sicher nicht, um zu schauen, ob der zeltplatz beim recreational area ist. dann halt pukekura.

das ortsschild kommt und fast unmittelbar danach die abzweigung zu einer lodge mit tent sites. dort steht der radler, der mich überholt hat. ein amerikaner, drei wochen unterwegs. hat sechs jahre in lausanne gelebt. er hat nur zwei saccochen und kein zelt. er sei gerne zügig unterwegs.
ich bleibe da. es hat einen leicht schrägen touch, es läuft nicht viel. ausser mir ist nur ein paar in einem zimmer.
das zelt stelle ich vor zwei grossen flaxpflanzen auf. dann zieht es mich rüber in das bushman’s cafe. es ist auch ein laden für kuriositäten wie unterwäsche aus possumfell und australische buschkleidung. für vier dollars kann man ausserdem lebendige possums besichtigen, dazu alte motorsägen, fangnetz-gewehre und viele zeitungsausschnitte und fotos von jagden. auf diversen bildern ist der mann abgebildet, der vorne im shop arbeitet.

dann duschen, kochen, essen. ich lese das buch von lawrence anthony fertig, der für das thula thula reservat im zululand zuständig ist. sehr spannend. er kriegt eine siebenköpfige elefantenherde geschenkt, die ständig ausbricht und deshalb erschossen werden sollte. eindrücklich.

es ist ruhig. einige sandflies. vögel pfeifen in den bäumen. das paar geschäftet in der küche. selten fährt ein auto vorbei. vielleicht soll es genau so sein. ich hier in pukekura, in dieser etwas freakigen lodge mitten im busch. handtuch-, toilettenpapierhalter und die brüstung sind aus treibholz. die küche ist ziemlich alt und die gasbrenner definitiv nicht für meine kleine pfanne gemacht. vier zimmer gibt es, ungefähr gleich viele caravanplätze und auf dem gras kann man zelten.
der ort besteht aus der lodge, dem bushman’s cafe und einer taverne. der mann vom cafe ist mit der mutter der frau von der lodge liiert. bestimmt sind die leute der taverne auch verwandt.

aber das beste heute: ich will gerade zum bushman’s, da haut mich ein tourist an. ob ich nord- oder südwärts fahre, was anderes gibts ja hier nicht. nord, sage ich. ob ich bei den gletschern gewesen sei. ich bejahe, beim fox. ob es denn jetzt dort was zu sehen gebe oder ob die alle geschmolzen seien. er habe sich so umgeschaut (30 grad und sonne) und gedacht, vielleicht sähe man da gar nichts. ich bin zwischen schockiert und belustigt. doch, da sehe man etwas. die schmilzten zwar schon, aber nicht so schnell mal in einem sommer. ich glaube, das ist ganz gut, wenn er da hinfährt und sich einen gletscher anschaut.

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