akaroa mit judith und neil

um acht steige ich mit neil in den pickup, es geht zum melken. wir fahren durch die gelben, trockenen felder. ueberall wird bewaessert. ohne bewaesserung gaebe es hier keine milchproduktion. das ist klassisches schafhaltungsgebiet, aber milch rentiert im moment… also wird mit allen mitteln milch produziert.

es handelt sich um einen betrieb, an dem neils firma anteile hat. zwei maenner melken in drei stunden ueber tausend kuehe. und zwar in einem 54-er melkkarussel. das ist eindruecklich! die kuehe stehen also mit dem kopf zur mitte und mit dem hintern gegen aussen. sie gehen vorwaerts in karussel rein, drehen eine runde und gehen rueckwaerts wieder raus. wer nach einer runde noch immer milch gibt, dreht halt eine zweite runde. dazu wird gequetschte gerste gefuettert. als wir nach acht uhr kommen, stehen noch ziemlich viele kuehe zum melken an. sie seien heute spaet dran, sagt der farm manager. die gemolkenen kuehe stehen rum und fressen palmkernpresskuchen, bevor es wieder auf die weide geht. normalerweise wird zweimal taeglich gemolken, aber je nach produktionsmenge und futtervorhandensein auch ein- oder dreimal. die zeit, die das karussel fuer eine runde braucht, kann angepasst werden, je nach milchleistung der herde. die kuehe sind recht scheu, als wir in den paddock gehen, um die futterachse anzuschauen. sie weichen zurueck, sind aber doch neugierig. das meiste sind friesian, einige jersey. die tiere sind deutlich kleiner und leichter als holsteins. da es so trocken ist, waechst zu wenig gras und auf der weide wird silo zugefuettert, das eigentlich fuer naechsten winter gedacht ist.

54-melkkarussel

54-melkkarussel

herumstehen nach dem melken

herumstehen nach dem melken

54-er Melkkarussel

54-er Melkkarussel

gerste quetschen, dann in den melkstand transportieren, kuehe belohnen ;)

gerste quetschen, dann in den melkstand transportieren, kuehe belohnen 😉

palmkern-presskuchen

palmkern-presskuchen

auf dem heimweg faehrt neil zu einem grossen kanal, der aus bewaesserungsponds gefuellt wird. der kanal befindet sich noch im bau und sollte auf naechsten sommer funktionieren. die landwirte in der umgebung konnten anteile kaufen und kriegen dann leitungen in die naehe ihrer betriebe gelegt. fuer die konstruktion der kunststoffroehren fuer die nebenleitungen wurde eine temporaere produktionsstaette aufgebaut.

da die molkerei im mai die pforten schliesst fuer ungefaehr zwei monate, muss man hier fast saisonal abkalben lassen. nur wenige betriebe produzieren das ganze jahr, schliesslich will das kiwivolk auch im winter frische milch im kaffee haben.
die kuehe sind das ganze jahr draussen, da ist es sinnvoll, sie in der kaeltesten zeit nicht auch noch dem leistungsstress auszusetzen. in der regel werden die kuehe vier bis fuenf jahre alt. wer nicht mehr aufnimmt, wird noch bis ende produktionssaison behalten, dann wurst.

in der ferne ist schnee auf den bergen zu sehen! es ist wirklich kalt, gut 10 grad, als wir beim melken zuschauen, spaeter steigt die temperatur auf 16 grad. der suedoestliche wind, der teilweise stark ist, aehnelt unserer bise. und das soll sommer sein!

es hat ueber nacht geschneit!

es hat ueber nacht geschneit!

nach dem fruehstueck mit kaese-schinken-tomaten-croissants gehts nach akaroa. das ist die halbinsel vor christchurch. es lohnt sich, sie auf einem luftbild anzuschauen, diese faltigen huegel sind der hammer. es scheint ein sehr alter vulkankrater zu sein und die steigungen sind entsprechend. urspruenglich wollte ich ja hier weihnachten feiern, habe aber dann zum glueck davon abgesehen. diese steigungen gleich in den ersten tagen waere vielleicht etwas streng gewesen! auf dem weg stoppen wir beim college in lincoln. hier kann man allerhand studieren, unter anderem landwirtschaft. ausserdem gibt es etliche forschungsinstitute.

akaroa

akaroa

akaroa im hintergrund

akaroa im hintergrund

lincoln college hall

lincoln college hall

auf dem weg nach akaroa gibt es eine kaeserei, bei der wir kurz anhalten. es gibt keine fuehrungen, aber man kann aus dem shop in die kaeserei reinschauen. sie machen irgendeinen vermutlich nicht so guten kaese. das kessi, wenn man dem so sagen kann, ist eindrueckliche zwei meter breit und mehrere meter lang. zwei kaeser verteilen gerade die kaesemasse in die formen. ausserdem sieht man pressen und auf einem video, wie man cheddar macht. dafuer laesst man stuecke der kaesemasse gut abtropfen und schreddert sie dann, bevor sie endgueltig in die formen gepresst werden. naja… cheddar loest keine tollen kindheitserinnerungen aus. baeh…

cheesefactory auf dem weg nach akaroa

cheesefactory auf dem weg nach akaroa

hm, glaub diesen greyerzer muss ich nicht probieren...

hm, glaub diesen greyerzer muss ich nicht probieren…

akaroa ist ein nettes kleines dorf, urspruenglich eine franzoesische kolonie. das zeigt sich in vielen franzoesischen begriffen und einem petanque-feld. wir spazieren zum leuchtturm, wobei die temperaturen noch immer um die 13 grad duempeln und der wind ist stark. anschliessend gibt es fish and chips.

leuchtturm akaroa

leuchtturm akaroa

neil und judith, thanks for great kiwi hospitality and all the sightseeing (incl. 54-place rotary milking, akaroa, okains bay, fonterra...)

neil und judith, thanks for great kiwi hospitality and all the sightseeing (incl. 54-place rotary milking, akaroa, okains bay, fonterra…)

fish and chips in akaroa, bei dem wind muss man aufpassen, dass einem das essen nicht fortfliegt

fish and chips in akaroa, bei dem wind muss man aufpassen, dass einem das essen nicht fortfliegt

fuer den heimweg nehmen wir nicht die hauptstrasse, sondern die summit road. einen abstecher machen wir nach okains bay, bei dem dortigen maori-museum werden waitangi-day-feierlichkeiten abgehalten. dafuer sind wir aber zu spaet. nach einem spaziergang am windigen strand bekommen wir noch den abschluss der feierlichkeiten mit: eine altertuemliche kanone wird abgeschossen. scheinbar ohne kanonenkugel, aber es knallt trotzem gewaltig.

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zum abschluss der feierlichkeiten zum waitangi day 2014 eine altertuemliche kanone

zum abschluss der feierlichkeiten zum waitangi day 2014 eine altertuemliche kanone

maori kanu, okains bay

maori kanu, okains bay

bevor wir endgueltig nach hause fahren, zeigt mir neil seinen arbeitsplatz, eine speditionsfirma. sie transportieren von schafen, kuehen ueber duenger und holz eine menge waren. er hat viele jahre selber lastwagen gefahren, arbeitet jetzt aber im buero und teil die fahrer ein. daher kennt neil sich ziemlich gut aus in neuseeland. erstaunlich, wo ueberall noch trucks hinfahren! die groesste molkerei der suedlichen hemisphaere, fonterra, liegt in darfield, wenige kilometer von judith’s und neil’s zu hause entfernt. hier wird allerdings nur milchpulver hergestellt! uebrigens liegt der milchpreis bei 4,80 dollar fuer ein kilo milk solids. hm, ich weiss leider nicht genau, was das in kilo milch bedeutet… aber vermutlich liegt der milchpreis ungefaehr auf unserem niveau.

 

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mit honky tonky glace.

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