christchurch

die fahrt nach christchurch dauert eine weile und ich realisiere wieder einmal, dass es doch mindestens 60 km sind, eine tagesetappe. bei susie laden wir gepäck und surly ab. susie und dave wohnen recht zentral, in einem modernden mit silbrigem wellblech verkleideten haus. es ist schön, susie wieder zu sehen.
judith und ich gehen zum riccarton markt, weil susie noch was zu tun hat. gemüse und früchte, bratwurst, bacon patties, kaffee und kuchen. wir schlendern gemütlich und sehen uns alles an. charlie meldet sich und wir treffen sie auf den stufen von riccarton hall. für den kaffee stehen wir lange an. ein bekannter von charlie sagt zu mir, das gäbe es wohl nicht in der schweiz. ich entgegne, leider müsse ich sagen, sie wären bei uns wohl etwas schneller. sie haben hier echt keine eile. al hat es mir erklärt, erstens gilt meist „anything goes“ und zweitens nimmt man alles recht relaxt. alles ist „-ish“, -lich, ungefähr. farben sind yellowish und brownish, gelblich und bräunlich, die uhrzeiten fiveish oder sixish. und mein lieblings-ish ist nowish. wie kann „jetzt“ ungefähr sein?

endlich gibts kaffee und sausage rolls, ich hab so hunger. im schatten von ein paar bäumen sitzen wir gemütlich und plaudern. der markt findet neben der ehrwürdigen riccarton hall statt, rundherum grünes gras, bäume, ein kleiner bach. leute flanieren, kaufen ein, trinken kaffee, ein mann spielt gitarre und singt dazu.

mit judith (l) und charlie am riccarton market

mit judith (l) und charlie am riccarton market

charlie hat eine freundin, die in der nähe von tauranga eine bäckerei führt. dort werde ich vorbeigehen und kaffee trinken. beim abschied muss ich charlie versprechen, sie über facebook über die reise auf dem laufenden zu halten und spass zu haben. obwohl sie – wie alle southislanders – der meinung ist, die reise auf die nordinsel lohne sich nicht: mehr verkehr, steilere strassen, mehr leute, weniger freundliche leute und mehr kriminalität.

später gehts zum botanischen garten. judith und ich besuchen die nz abteilung und schauen totara, beeches, manuka und pepper trees an.

im botanischen garten in christchurch, mit lancewood

im botanischen garten in christchurch, mit lancewood

ein paar riechen echt sehr intensiv

ein paar riechen echt sehr intensiv

im botanischen garten in christchurch, beim rosengarten

im botanischen garten in christchurch, beim rosengarten

zurück bei susie sitzen wir auf der terrasse in der sonne. der kalte wind ist verschwunden, es ist recht warm. susies mutter taucht auf, eine etwas über siebzigjährige urgrossmutter, zuerst auf der suche nach darcy, der abgehauen und ohne ihr wissen zu uns gekommen ist, dann nach einmachgläsern, weil sie unmengen von aprikosen hat. sie schimpft, er schreit und verschwindet verschnupft ins obergeschoss. susies mutter ist mit dem fahrrad durch irland und frankreich gefahren und ich hab von susie schon gute geschichten gehört. schliesslich bricht judith auf. ich muss auch einiges versprechen, unter anderem, meine eltern vorbei zu schicken, falls sie mal nach neuseeland kommen.

später kocht susie, ich helfe etwas und schaue zu, gemütlich. darcy räumt im hintergrund die einrichtung um und die hälfte seiner spielsachen auf die veranda. das kind ist echt anstrengend. lautlos sagt susie, seine mutter werde ihn bald holen. ich denke, ja gerne. schliesslich sind beide kinder mit anhang da, die 22-jährige mutter von darcy mit partner und der 19-jährige lou mit verlobter. sie ist eingezogen, als susie mit dave in den usa war. dave baut küchen ein und arbeitet drei monate im jahr in einer tochterfirma dort. susie geht jeweils für einige zeit mit. mit den beiden kindern läuft also immer einiges. susie ist froh, dass sie und dave bald in das haus ziehen, das zurzeit vermietet ist. es hat nur platz für sie zwei und das grosse wird vermietet. dann müssen lou und verlobte ausziehen. ich glaub, das tut denen gut. hab ja nicht viel mitgekriegt, aber das wenige reicht.

dave nimmt dieses wochenende an einem autorennen teil. ich hab gefragt, ob ich auf ihn setzen kann, two dollars, each ways, wie auf ein pferd. susie hat gesagt, er habe sich weggeschossen vor lachen, als sie ihm die nachricht übermittelte. leider kann man nicht wetten. susies trockener kommentar war aber ohnehin, ich würde bei der wette geld verlieren. jedenfalls gehen wir morgen dahin. in susies mustang 1967!
eine kurze kostprobe gabs schon heute, eine spritzfahrt zum bier und milch kaufen. wie thelma und luise rauschen wir dahin, fenster runtergekurbelt, ich sitze rechts, da es ja ein ami-auto ist. herrlich!

zum essen kommt dave heim. zusammen schauen wir rugby 7 world series, das gerade in wellington läuft und essen honky tonky glace. es ist gemütlich und interessant. ich erfahre viel über rugby, die all blacks, neuseelands geschichte und autorennen. beim final zwischen nz und england schraubt dave vor lauter aufregung die lautstrecke ständig rauf. jedenfalls gewinnt nz und dave schenkt mir eine nz-baseballmütze. susie hat mir schon eine nz-flagge vom america’s cup gegeben. die kann ich jetzt flott am surly befestigen. beim hochseesegeln soll man ja immer die eigene flagge und jene des landes, in dessen gewässern man gerade segelt, hissen. hm mir fehlt die schweizerflagge.

hokey pokey glace ist das nationale eis, aber es gibt auch schoggi

hokey pokey glace ist das nationale eis, aber es gibt auch schoggi

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