wellington

nach dem fruehstueck gehts erstmal so richtig aufwaerts, naemlich auf den mount victoria. der erhebt sich suedlich von wellington, meine unterkunft ist am bergfuss, insgesamt geht es vielleicht 100 hm hinauf. zuerst eine steile strasse, entlang von alten holzhaeusern, die teilweise recht fantasievolle stegartige zugaenge haben. das trottoir ist ganz wellig, da moeglichst alle garagenausfahrten einigermassen waagrecht sein sollen, aber doch hoehe gewonnen werden muss. anschliessend durch einen park, der wanderweg sieht ein wenig inoffiziell aus, auch wenn er ausgeschildert und breit ist. ueber wurzeln und durch buesche geht es hinauf. als ich nach 20 minuten aus dem wald auf den parkplatz trete, halten gerade drei busse an, spucken ihre italienisch- und russischsprechenden ladungen aus. die leute keuchen bei den treppenstufen zum aussichtspunkt. es ist schoen hier oben. ich sehe auf die innenstadt hinunter, auf den hafen und die bucht. wenn ich mich umdrehe auf das nur einige meter ueber meer gelegene land zwischen dem mount victoria und dem landzipfel, der heute zur nordinsel gehoert. urspruenglich war das offenbar eine insel, die heute mit dem land zusammengewachsen ist.

aufstieg auf den mount victoria

aufstieg auf den mount victoria

wellington

wellington

aussicht vom mount victoria auf wellington

aussicht vom mount victoria auf wellington

wieder unten, muss ich erst mal einige dinge erledigen. der bahnhof liegt auf dem weg zum faehrenterminal, nur nicht so weit. angekommen stelle ich fest, dass der schalter fuer laengere reisen gerade nicht besetzt ist. also erstmal kaffee trinken. nehme zum erstenmal einen flat white, das ist so was aehnliches wie cafe creme, aber die milch ist schon drin und es gibt trotzdem milchschaum drauf. ich werds nicht wiederholen und wieder zu latte zurueckkehren. als der schalter offen ist, kann sich der mann nicht einloggen. also doch zum schalter fuer kuerzere reisen. wann ich fahren wolle, sagt er. donnerstag. er: freitag. ich: nein, donnerstag. er: nein, freitag. ich bin irritiert. dann stellt sich heraus, dass es am donnerstag gar keinen zug gibt! hm, also erstmal kehrt machen und nachdenken. das heisst, entweder am freitag oder am donnerstag mit dem bus. aber ich bin so was von nicht fan von bus fahren mit dem velo. man kann zwar ein ticket kaufen, aber der transport des velos ist nicht garantiert. ausserdem muss man pedale abschrauben und kette einpacken, damit nichts schmutzig wird. und das velo geht einfach unten ins gepaeckfach.

die frage erstmal rausschieben und ins te papa museum gehen. es ist das nationalmuseum von neuseeland und ziemlich bekannt. und gratis, respektive funktioniert auf kollektenbasis, nur sehe ich ausser mir nie jemanden was reinwerfen. zuerst gehts in die naturkundliche abteilung. die ist echt gut gemacht, viele ausgestopfte tiere, etwas information ueber den neuseelaendischen regenwald. dazu ein 3d-film ueber das leben eines grossen tintenfischs. eindruecklich, wie die fische auf einen zuschwaermen.

im eingangsbereich zu der abteilung ueber die erdbeben und den erdaufbau steht, dass besuchende, die die erdbeben in christchurch und canterbury miterlebt haben, moeglicherweise durch die ausstellungsobjekte beeintraechtigt werden koennten.

zur verdeutlichung des neuseelaendischen buschs haben sie tatsaechlich einen bush angepflanzt, the city bush. soweit ich das beurteilen kann, sieht es ziemlich echt aus, sogar die zikaden sind hier und machen laerm. ueberall hat es nummernschilder, auf denen city bush guide steht, also will ich mir einen solchen organisieren. am informationsdesk bricht die grosse suche aus, als ich danach frage. sie scheinen nicht genau zu wissen, worum es geht. eine frau meint den audioguide, aber die nummern sind viel zu gross. ein mann sagt schliesslich, es habe mal eine publikation gegeben, aber die sei nicht mehr nachgedruckt worden. ich solle im giftshop fragen. dort schicken sie mich zum informationsdesk, niemand weiss etwas. ich bin genervt und enttaeuscht und ein bisschen entruestet. das ist das nationale museum eines gut organisierten landes! ich schlage ihnen vor, doch diese nummern zu entfernen, das sei enttaeuschend. ich dachte, endlich mal gute info zum bush.

im city bush im te papa museum, rechts steht ein baumfarn (tree fern)

im city bush im te papa museum, rechts steht ein baumfarn (tree fern)

schliesslich gehe ich durch die maori ausstellung. es geht um den vertrag von waitangi, der eben am 6.2. gefeiert wurde. er ist das schriftstueck, das dem neuseelaendischen staat mit seinen zwei kulturen zugrunde liegt. vor 175 jahren haben in waitangi (nordinsel, da komme ich noch hin), 500 maori-leader, darunter 15 frauen, mit einem repraesentanten der queen den waitangi treaty, vertrag, unterzeichnet. weiter ist die herkunft des haka erklaert (vielleicht kennt ihr diesen einschuechterungstanz, den die all blacks vor ihren spielen machen). mein hoerbuch ist zur zeit „zeit der feuerbluete“ und spielt zur zeit der ersten besiedlung durch europaerInnen in neuseeland (danke fuer den tip, heidi). auf der zugfahrt habe ich viel davon gehoert. jetzt in der maoriausstellung sind mir einige sachen bekannt vorgekommen. so zum beispiel die tahonga, das sind personen, die ueber aussergewoehnliche kompetenz verfuegen, zum beispiel in der zwiesprache mit den gottheiten, aber auch im bereich medizin, sprachen oder anderweitig. auch ngati toa kommt mir bekannt vor, ein grosser stamm. auch haeuser, waka (kanus) und geschnitzte gegenstaende sind ausgestellt.

braun ist maori land, mit der zeit haben sie alles verloren

braun ist maori land, mit der zeit haben sie alles verloren

te rangi topeora, eine wichtige maoripersoenlichkeit

te rangi topeora, eine wichtige maoripersoenlichkeit

eine ausstellung dreht sich um die urbarmachung von land. neuseeland war anfaenglich gaenzlich von wald bedeckt und der aufwand, daraus weideland zu machen, war betraechtlich. man sieht fotos von maennern mit unheimlich dicken baeumen, doppel-hobelzahnsaegen fuer zwei leute, erste rinder auf den weiden. anfaenglich noch auf tussockgras, spaeter haben die englaender ihr raygras eingefuehrt.

so ist in den letzten 200 jahren der wald verschwunden, te papa museum

so ist in den letzten 200 jahren der wald verschwunden, te papa museum

eine abteilung dreht sich um identitaet und heimat, respektive landschutz und neuseelaenderIn-sein. in einem film sprechen verschiedene personen ueber ihre heimat. eine aeltere frau, die die kuestenerosion beobachtet und mit der kamera festhaelt. ein junger lieferant der post und beatboxer. in seiner freizeit geht er oft in eine bunkerartige ruine am meer, schaut raus und beatboxt. eine kuenstlerin, die die neuseelaendische natur in ihre projekte einbringt. und schliesslich ein mann, der mit 21 aus der stadt in den busch gegangen ist. seither wohnt er hier mit seiner familie, er lebt mit und vom busch und alle seine kinder sind hier aufgewachsen. man sieht sie beim possum jagen und abkochen im wald. ausserdem ein landwirt, man sieht, wie sie mit den hunden schafe zusammentreiben. sie werden den betrieb bald aufgeben, doc hat das land gekauft.

te papa ist ein grosses museum und es würde sinn ergeben, jeden tag eine abteilung anzuschauen.

danach brauche ich unbedingt einen kaffee. auf dem weg dahin stolpere ich in ein zentrum hinein, das verschiedene nachhaltige loesungen fuer zu hause anbietet, von schafwollen-isolation bis zu komposthelfern. auf einem platz in der naehe hat es kleine buesche und hoelzerne baenke und ich denke, hier ein cafe, waere doch ideal. drei schritte weiter und ein kaffeecontainer erscheint hinter einer saeule. also kaffee und lesen.

die hafenpromenade ist herrlich. hier joggen leute oder fahren mit dem velo von der arbeit heim, wenige musikanten unterhalten die vorbeigehenden. beim boatshed lassen jugendliche ruderboote ins wasser. mir faellt ein, dass neuseeland offenbar im rudern gut sein soll. rund um das einwasserungsbecken, das unter der hafenpromenade in die bucht hinausgeht, haben cafes stuehle und tische nach draussen gestellt. die hafenpromenade ist auf pfaehle gebaut, in der mitte ist ein loch eingelassen mit einem sprungturm. in der abendsonne schluerfe ich an meinem icecoffee und schreibe an meinem blog. mich zieht es nicht in meine zwar nicht wirklich unterirdische wohnung, aber sonne habe ich da auch nicht.

aussicht ueber mein icecoffee an der hafenpromenade in wellington

aussicht ueber mein icecoffee an der hafenpromenade in wellington

noch ein eindruck von wellington:

anlaesslich des festivals "out in the parc" vom samstag

anlaesslich des festivals „out in the parc“ vom samstag

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s