murupara – matata

aus dem hirsch zum frühstück wird natürlich nichts, da der klumpen im kühlschrank gerade mal angetaut wurde. also doch müesli.

ich fahre einen kilometer zurück und biege ab in richtung lake antewhenua. ich merke, dass sich die 95km winding gravel road nicht auf meine strecke bezieht, sondern auf jene durch den nationalpark. meine strecke kann also irgendwie sein. ungefähr 60km sind es, bis ich wieder in einigermassen bewohntes gebiet (te teko) komme. momentan ist die strasse flach und befestigt. zwischen hohen hecken aus ginster (haben die schotten eingeführt, um ihre häuser zu umfrieden und das gewächs ist bei den hiesigen warmen temperaturen richtiggehend gewuchert) und brombeeren. hin und wieder wegweiser zu marae, das ist ein areal, auf dem die maori zusammenkommen, um rituale und zeremonien durchzuführen. jedenfalls habe ich das so verstanden. ich fahre nicht hin, man darf sie nur auf einladung betreten. aber wenn eines in sichtweite ist, sieht man mehrere häuser mit geschnitzten giebeln und eine umzäunung.
ansonsten etwas milchvieh, melkhallen, einige wohnhäuser. nach knapp 20km sollte ein cafe kommen, aber es hat geschlossen. als ich mir im laden daneben etwas kaufe, fährt ein velofahrer heran. wir tauschen uns über die strecke aus und meine wird also hilly sein, aber befestigt. er wird sich nach murupara auf die winding gravel road durch den nationalpark machen.

ich fahre durch ein breites tal, im grund weiden, die hügelhänge mit nutzwäldern bewachsen. immerhin ist es einigermassen grün. das ist ein deutlicher unterschied zu der südinsel. hier bewässern sie zwar auch, aber es scheint immerhin was zu nützen. ab und zu fahren log trucks vorbei, sind sehr aufmerksam und es ist fast angenehm. immer mal wieder geht es hoch und da können sie ohnehin nicht so rasen. in der mitte gibt es ein dorf, häuser reihen sich am strassenrand.
mir fällt auf, dass ich mit der zeit in recht alten beständen fahre. am strassenrand und im unterholz hat sich die einheimische vegetation ausgebreitet, baumfarne wachsen auf.

zwischen murupara und te teko

zwischen murupara und te teko

in te teko esse ich etwas. ich will heute noch an die ostküste, mindestens bis matata. hinter hohen hecken sind obstanlagen zu sehen, meist kiwi. die sind zweihäusig, es gibt also weibliche und männliche pflanzen. ein grossteil der einheimischen pflanzen in neuseeland sind zweihäusig, weiss ich seit dem besuch im te papa museum in wellington.

in matata habe ich genug. der camping ist ein doc und ich frage, ob sie duschen haben, heute brauche ich nämlich eine. sie bejaht, erklärt aber erst nach meinem zahlen, dass 50cent für vier minuten reichen und dass man nicht zwei münzen einwerfen könne. aus erfahrung weiss ich, dass 4min knapp sind, aber reichen. später sehe ich dann auf einem schild, dass es nur drei sind. und weil das wasser angeht, wenn man das geld einwirft, noch weniger. schliesslich muss ich noch rüberrennen, türe schliessen und mich in dem engen raum ausziehen. ich nerve mich! lieber weniger wasser, dafür vier minuten.

mein zelt steht vor einer schilffläche, pukekos staksen herum. ich schaue ihnen zu, sie rennen vor allem so lustig. schliesslich mache ich mich an den hirsch. er ist ganz aufgetaut und ich schneide diese zähen weissen fettanteile weg. das hat mir der jäger nämlich geraten. zwiebel schweizen, derweil die stücke mit öl und meiner begrenzten gewürzauswahl mischen. anbraten, hitze beschränken und mit wasser ablöschen. schliesslich köchelt das ganze vor sich hin und ich kann mich meinem buch und meinem bier widmen. heute war ich nämlich zum ersten mal in den liquor store gegangen, die alkoholverkaufsstelle. gemüse gabs wieder einmal nur im blech.
das fleisch ist ziemlich bald gar und mit den erbsli und rüebsli, wie mein grossvater die gewöhnlichste aller gemüsebeilagen jedesmal nannte, wenn er sie auftischte, gab es also die eine hälfte meines hirschanteils. es war sogar recht gut, etwas zu salzig und etwas zu ölig vielleicht.

vorbereitung fuer das hirschragout

vorbereitung fuer das hirschragout

ragout vom hirsch a la trangia auf erbsen und karotten (lokale produktion)

ragout vom hirsch a la trangia auf erbsen und karotten (lokale produktion)

später geh ich ans meer, der camping ist ja gleich hinter den dünen. rosa abendstimmung, gräuliches meer, rauschen. ich schlendere über die dünen auf einem ausgetretenen fusspfad, denke an die ferien auf der gr34 in frankreich, da ging das tagelang so dem meer entlang. schön wars.

abendstimmung in matata

abendstimmung in matata

vulkanlandschaft

vulkanlandschaft

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