tararu – te kouma – auckland (faehre)

ich fahre wie gewohnt um zehn los, obwohl die strecke um die 50 km liegt und die faehre erst um 20.15 uhr nach auckland ablegt. aber die coromandel-halbinsel ist fuer ihre starken steigungen bekannt. die temperaturen bewegen sich zwischen 22 und 24 grad und sind damit ziemlich angenehm. die ersten knapp 30 km sind praktisch eben, einige meter ueber der wasseroberflaeche cruise ich dahin, eine gewundene strasse, rechts geht es steil hoch, links liegt das meer, hie und da sind ausweichbuchten vorhanden. der verkehr ist maessig, einige holztransporter, aber aufgrund der vielen kurven kann niemand schnell fahren.

entlang der halbinsel coromandel

entlang der halbinsel coromandel

in einer kleinen ortschaft kaufe ich mir etwas kaltes zu trinken. ein mann leert gerade muelleimer und sagt, das zieht sich auf coromandel, mit dem gepaeck. ein bisschen, antworte ich, aber dafuer bin ich unabhaengig. er findet, toll waere so eine art mary poppins tasche. ja, bestaetige ich, zauberei koennte ich manchmal schon brauchen. als er wieder zu seinem wagen geht, sagt er noch, oder eine app, zipp, und das zelt ist da.

ja, und die steigungen kommen. ich kaempfe, bin muede in den beinen, habe wenig zum unterwegs essen, weil ploetzlich keine doerfer mehr kommen. die temperatur steigt praktisch im minutentakt bis auf knapp 30 grad. aber es ist wie immer, eine radumdrehung um die andere und die meter werden zu kilometern und irgendwann kommt die abfahrt. die abzweigung nach te kouma verpasse ich fast, so bin ich im schuss. die ganze zeit hatte ich meinen reifen im hinterkopf, der heute deutlich schlechter aussieht als noch gestern. die oberste schicht ist aufgerissen und ich hoffe, er macht es noch. die strasse nach te kouma, wo die faehre anlegt und ich mir ein nettes cafe erhoffe, ist flach und windet sich einer kleinen halbinsel entlang. es ist unglaublich: als ich bei der anlegestelle ankomme, merke ich, wie das hinterrad nachgibt und die daempfung durch den reifen nachlaesst. ich steige sofort ab und schiebe. der reifen ist hin und dadurch auch der schlauch. aber wir haben es geschafft! das surly und ich sind mit dem reifen noch bis zur faehre gekommen. 2500km auf neuseelands strassen schlauchen also einen continental tourenreifen (jedenfalls am hinterrad).

es ist drei uhr. ich suche mir ein ruhiges plaetzchen am strand, da es natuerlich kein cafe gibt. te kouma scheint eine siedlung aus ferienhaeusern zu sein, niemand ist zu sehen, einige yachten duempeln im niedrigstehenden wasser. ich mache es mir unter einem kowhai-baum im schatten gemuetlich und lese. das wasser gluckert, ab und zu faehrt ein boot vorbei. die strasse ist hier zu ende, respektive kommt ein gatter, private property. dahinter weiden drei recht eindrueckliche tiefschwarze bullen. ich rufe die backpackers an, die ich mir gestern notiert habe, bis auf zimmer sind ueberall alle ausgebucht. glueck gehabt.

nachmittag am strand

nachmittag am strand

mit der zeit faengt der eine bulle an, im sand zu schaben und herumzubruellen. ein andere, gut 100m entfernt von ihm, bruellt ebenfalls. sie stoeren die stille. erst viel spaeter, als ich mir die letzte ration couscous mit einer dose lachs koche, gehen sie halbherzig aufeinander los, rangeln ein bisschen, grasen dann weiter. zum glueck ist aber wieder ruhe.

ein mann und spaeter eine familie kommen an den strand, schieben dingis ins wasser und paddeln zu den yachten hinaus. es ist freitag abend. nach sieben stosse ich das surly zur anlegestelle der faehre und treffe dort auf nancy und jibb, ein amerikanisches paar. eine von sechs wochen in neuseeland fahren sie velo, haben eben die coromandel-halbinsel umrundet und bestaetigen die steigungen. sie haben velos und taschen als paket gemietet. vor 30 jahren haben sie fuer vier jahre in genf gelebt und kennen sich in der schweiz ein wenig aus. als die faehre kommt, ein kleinerer katamaran, der eine unmenge von fischern mit ruten und blechkisten an land spuckt, verladen wir die velos gemeinsam. im innern ist es ziemlich laut und wir muessen schreien, um uns zu verstaendigen. und das zwei stunden lang.

mittlerweile ist es dunkel geworden. die daemmerung ist hier schon merklich kuerzer als noch auf der suedinsel. der katamaran ist recht stabil und wellenbewegungen sind nicht stark zu merken. als es langsam gegen auckland zugeht, knie ich mich im bug auf die baenke und schaue in die dunkelheit hinaus. um uns herum sind die segelschiffe an ihren positionslichtern zu erkennen, rot fuer backbord, gruen fuer steuerbord, nur von vorne sichtbar. von hinten ist nur das topplicht, weiss, erkennbar. die segel zeichnen sich noch vor dem leicht helleren himmel ab.

auf der faehre von coromandel nach auckland

auf der faehre von coromandel nach auckland

und dann taucht auckland auf, mit seinen hochhaeusern, leuchtreklamen, lichtern und den vielen menschen. es ist freitagabend, nach zehn uhr. nancy und jipp helfen mit beim beladen des surlys, sie werden von einem freund abgeholt. die velos haben ziemlich viel gischt abgekriegt, das surly braucht bald eine dusche. nancy hat mir noch gesagt, welche die albert street ist und ich schiebe das surly durch den warmen sommerabend, durch die angeheiterten, sich amuesierenden leuten in kurzen hosen, roecken und sandalen. der reifen ist definitiv hin und der schlauch auch und das schieben ist harzig. ich haenge schliesslich die bremse aus und es geht besser.

vor dem backpackers haengen ein paar jugendliche herum, ich schaffe es aber gerade nach einer frau durch die mit einem code gesicherte tuere und kann das surly im gang abstellen. die rezeption ist ja 24/7 geoeffnet, musik, alles voller leute, man hat das gefuehl, es sei helllichter tag. waehrend der ziemlich aufgedrehte junge mann noch mit meinen personalien beschaeftigt ist, fragt ein junge ihn, ob er auf dem sofa uebernachten koenne. ja, sagt der angestellte, kostet 20 dollar.

ich habe das letzte zimmer, ein doppelzimmer gekriegt. es hat auch seine vorteile, nicht mehr 20 zu sein und das geld fuer ein doppelzimmer zu haben. es ist kahl und heiss und riecht eigentuemlich. trotzdem frage ich nach, ob es noch zwei naechte zu haben ist, aber alles ausgebucht. das surly kommt in einen abstellraum im keller, den man mal gruendlich entruempeln sollte. anschliessend versuche ich an einem der wie ueblich lahmen computer in der rezeption, ein bett fuer die naechsten zwei naechte zu organisieren.

in meinem zimmer ist es schaetzungsweise 30 grad. die fensterflaeche betraegt an die vier quadratmeter, oeffnen kann man davon ca. 30×30 cm. ich schlafe schlecht, wache immer wieder auf, draussen ist es laut, gelaechter, glasklirren, verkehrslaerm. in den fruehen morgenstunden schalte ich widerwillig den ventilator ein und kann so endlich ein bisschen schlafen.

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