te aroha – tararu

als ich zaehne putze, kommt eine frau zum duschen in die nassraeume. ihre jungs seien schwer beeindruckt von meinem gepaeck, erzaehlt sie mir. tja, the cyclist gets noticed. das ist immer so. alle wissen, wer du bist und dass du mit dem velo unterwegs bist. alle haben dich gesehen.

beim wasserauffuellen in der kueche spricht mich die frau an, die auf der anderen seite des campervans gezeltet hat. sie habe gestern ein cafe gesehen, in dessen hinterhof man die velos mitbringen koenne, sagt sie. ich habe ja vor, im ort zu fruehstuecken. und damit weiss ich auch, wo ich hingehe.

tatsaechlich, bike in, steht auf einer tafel und ich schiebe das surly neben dem mit efeu bewachsenen haus vorbei und lande in einem innenhof. einige unterschiedliche tische mit sonnenschirmen. das surly lehne ich an die mauer und bestelle drinnen mein fruehstueck. das funktioniert ja hier immer so: bestellen an der theke und gleich zahlen, anschliessend erhaelt man eine tischnummer und sie bringen das bestellte zum tisch. drinnen herrscht laessiger chic, draussen ist es gemuetlich. unter dem dach sind lautsprecher aufgehaengt, zuerst folk, dann jazz. die bilder an den waenden sind zum verkaufen. die tischnummer ist auf einer ruehrkelle aufgemalt und steckt zusammen mit dem besteck, wie ueblich in eine serviette eingewickelt, die mit wasser zugeklebt ist, so dass man nicht recht weiss, wo aufmachen und schliesslich alles zerreisst, in einer alten olivenoelbuechse.

was fuer eine einladung

was fuer eine einladung

restaurant banco, te aroha

restaurant banco, te aroha

fruehstueck im banco, te aroha

fruehstueck im banco, te aroha

nach dem fruehstueck gehe ich kurz in der isite vorbei, der touristikinformation. mir ist naemlich ein bike trail aufgefallen, der hauraki trail. ich traue meinem glueck nicht so recht, aber tatsaechlich fuehrt der rail trail von te aroha nach thames. das bedeutet, dass ich den ganzen tag abseits der strasse fahren kann!

die landschaft ist zwar dieselbe wie von der strasse aus. aber die strasse hat mehr hoehenmeter, der veloweg befindet sich auf einem alten bahntrassee und ist daher eben. der gravel ist gut zu fahren. beim ueberqueren der strasse verliere ich den trail zwar fuer gut zehn kilometer, lande aber auf einer befestigten nebenstrasse. zurueck auf dem highway finde ich auch bald einen alten feldweg, der mich zurueck auf den rail trail fuehrt. allerdings verhakt sich das gut kniehohe gras in meiner kassette und ich klaube erstmal alles geduldig heraus.

auf dem hauraki rail trail, bitte kuehe vorbeiziehen lassen

auf dem hauraki rail trail, bitte kuehe vorbeiziehen lassen

paeroa ist offenbar die stadt von l&p, einem zitronigen getraenk in braunen plastikflaschen, das ich nicht besonders mag. ich verzichte auf das bild von der grossen l&p-flasche und mir und kaufe mir im dorfzentrum was zu essen. zur feier des tages gibt es, ja richtig, ein l&p dazu. allerdings erwische ich die zuckerfreie version, was nicht besser schmeckt. ich besehe die flasche genau und merke, dass l&p lemon und paeroa heisst. wie einfallsreich.

lemon & paeroa in paeroa

lemon & paeroa in paeroa

es ist wirklich heiss, etwas ueber dreissig grad und auf dem rail trail gibt es ungefaehr alle fuenf kilometer einen mageren baum. der trail scheint recht neu zu sein, die vielen meterbreiten bovistops aus beton, an denen man anhalten muss, falls gerade kuehe voruebergehen (das steht wirklich auf einem schild), sind noch ganz sauber. daher duerften auch die baeume noch etwas wachsen… immer wieder gibt es schmale holzbruecken. auf einer davon rollt sich ein kleiner igel zusammen, als ich heranfahre. ich will ihn von der bruecke runterscheuchen, in diese oder jene richtung, da er nicht in der braentigen sonne liegen bleiben kann. er will aber nicht. mithilfe der sitzmatte befoerdere ich ihn unter die bruecke in den schatten. er sieht nicht allzu fit aus, am kopf klebt blut und ich weiss nicht, wie lange er schon da gelegen hat. ich netze die pflanzen um ihn herum mit dem wasser, das ich noch von gestern mitschleppe und betrachte ihn eine weile, halb zusammengerollt, atmet er schnell, die stacheln heben und senken sich.

der kleine igel ist auf die bruecke gelaufen und wusste wohl nicht mehr weiter

der kleine igel ist auf die bruecke gelaufen und wusste wohl nicht mehr weiter

in einem kleinen tunnel geniesse ich die kuehle und trage eine zweite schicht sonnencreme auf. die sonne hier ist krass, scheint mir schlimmer zu sein als auf der suedinsel. sie brennt richtig auf der haut und die arme sind am abend empfindlich. das fuehlt sich nicht gut an. sonnenschutzfaktor ist um die 50 und mehrmals taeglich angewendet. ich habe mir ueberlegt, etwas leichtes langaermliges zu kaufen. aber was leicht ist, taugt eben auch nichts gegen die strahlung.

ich fahre schnell, will mich mit einem kuehlen getraenk in den schatten verziehen. die haeuser mehren sich, die kuhweiden nehmen ab. thames ist eine recht grosse ortschaft mit einer unzahl von geschaeften. in der isite buche ich die faehre von morgen nach auckland. anschliessend moechte ich mir in auckland auch noch gleich eine uebernachtung organisieren, aber es ist schon fuenf und die bibliothek schliesst gleich. zwar gibt es draussen gratis wlan, aber mein handy ist schon fast ohne batterie.

also erstmal auf die halbinsel coromandel rausfahren, gleich am anfang gibt es einen camping in einer kleinen, schattigen senke. zum abendessen brauche ich alles auf, was ich noch habe. die naechsten zwei tage bin ich in auckland und danach will ich mich in whangarei mit neuem essen eindecken. das wlan auf dem camping ist lahm und der computer, der in einem kleinen verschlag vor der rezeption untergebracht ist, noch lahmer. immerhin schaffe ich es, einige backpackers rauszuschreiben. ich erreiche auckland naemlich morgen erst nach zehn uhr abends.

entlang der halbinsel coromandel

entlang der halbinsel coromandel

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