auckland und devonport

ich wache am morgen auf und wuensche mir, alle sachen schon erledingt zu haben. uebernachtung suchen, veloladen suchen, reifen kaufen, bus fuer montag nach whangarei buchen.

aus all meinen uebernachtungsmoeglichkeiten wird erstmal nichts, weil sich niemand gemeldet hat oder nichts mehr frei ist. so beschliesse ich, zu einer etwas christlicheren stunde michaela anzurufen. das ist auch so ein wunderbarer kontakt, der mir zugespielt wurde – sie wohnt in devonport, 10 minuten mit der faehre von auckland downtown auf der anderen seite der bucht. ich habe mit ihr schon abgemacht, dass ich die letzten paar naechte bei ihr verbringen darf, aber moeglicherweise hat sie ja auch fuer die zwei naechte ein plaetzchen fuer mich.

nach waesche waschen und trocknen erstmal in den veloladen. surly und gepaeck bleiben im backpackers. mit dem hinterrad in der hand wandere ich durch die albert street an den kai. der junge angestellte im bikebarn beraet mich gut, hat aber nur einen tourenreifen auf lager. ich habe naemlich beschlossen, den vorderreifen auch zu ersetzen. immerhin warten noch gut 800km auf mich und die noerdliche nordinsel ist ziemlich provinziell, wer weiss, was man da noch an velolaeden findet. in einer ruhigen seitenstrasse setze ich mich auf eine bank und will den neuen schlauch und den neuen pneu aufziehen. aber meine pumpe funktioniert nicht! das heisst, sie funktioniert, das problem scheint am schlauch zu liegen. ich ueberwinde mich und gehe zurueck in den veloladen. das velo kommt mir vor wie ein wal, elegant und leicht im wasser und an land viel zu schwer, um lebensfaehig zu sein. das velo ist auch elegant und leicht, so lange alles funktioniert. und wenn nicht, wird es auf einmal zu etwas unglaublich schwerem. ich merke, wie mir der gedanke, ich koennte nur mit einem rucksack unterwegs sein, gerade sehr attraktiv vorkommt. aber ich glaube, es ist einfach die situation, viele sachen zu erledigen und eigentlich vor allem lust auf cafe und lesen. immerhin darf ich bei michaela uebernachten! sie hat zwar das haus voller gaeste und hunde, aber es gaebe da noch ein klappsofa… ich bin uebergluecklich und es nimmt schon mal einen grossteil des stresses von mir.

der mann im veloladen weiss auch nicht, woran das problem mit der pumpe liegt. sie hat super funktioniert, als ich vor einigen wochen den schlauch reparierte. und die luft kommt auch gut durch. aber sobald sie auf das ventil aufgeschraubt ist, ist alles blockiert. er probiert dieses und jenes, vergleicht sie mit pumpen, die sie im angebot haben und kann auch nichts finden. mit der pressluft blaest sich der schlauch wunderbar auf. ich frage mehr rhetorisch, was ich tun koenne. er sagt, er koenne mir eine crappy pumpe fuer 12 dollar verkaufen. na denn halt. ich komme ja sonst nichtmal mit dem surly zum veloladen!

wieder zurueck in die seitenstrasse, alles montiert. dann erstmal kaffee getrunken. anschliessend, auf dem weg zum backpackers, mir die busstation angeschaut, von der aus am montag der bus faehrt.  zum backpackers, rad eingehaengt und dann, die pumpe ist eben wirklich crappy, viel geschwitzt fuer wenig bar. von 4,5 bar bin ich weit entfernt, aber es reicht, um das surly zum veloladen zu stossen, wo ich etwas besser pumpen kann.

die faehre nach devonport, ein weiterer katamaran, ist recht guenstig und das velo ist gratis. zwar schaut mich der matrose etwas scheel an und sperrt gleichmal einige bereiche ab, in die ich nicht reindarf und so halte ich das surly halt 10 minuten lang fest.

auckland

auckland

als wir von auckland wegfahren, faellt mir auf, dass die sektion mit den hochhaeusern und der modernen architektur, die die weltstadt ausmachen, sich auf wenig flaeche beschraenkt. das sind wohl nur einige strassen. und dann beginnt das dicht besiedelte umland mit den ueblichen ein- und allenfalls noch zweistoeckigen haeusern. diesen eindruck bestaetigt spaeter auch michaela.

als ich in devonport von der fähre zu michaela fahre, denke ich daran, dass ich in drei wochen wieder hier bin und dann alles zu ende ist.
michaela begrüsst mich und mit ihr eine quirlige glänzend schwarze labradorhündin. sie ist eine zukünftige blindenhündin, momentan in der vorschulischen familienphase und nur ein paar tage bei michaela, weil ihre familie in den ferien ist. wir setzen uns erstmal auf die terrasse, die auf den strand, die meerenge und schliesslich auckland hinausblickt. ein schöner ort.

abends gehe ich zur pride, halb auckland ist da. farbig und fröhlich ist es, aber ansonsten recht provinziell. ausserdem sind meiner meinung nach etwas viele politische parteien vertreten und ausserdem „kiwis gegen tiefseeöl“, was mich etwas verwundert.

auckland pride

auckland pride

 

ich nehme die fähre um zehn uhr abends und habe einen schönen blick auf auckland bei nacht.

auckland by night

auckland by night

ich verbringe eine nacht bei michaela und robert. den lerne ich erst am morgen kennen, da sein flugzeug mitten in der nacht ankam.

als ich erwache, sehe ich die beiden in badezeug vor meinem fenster durchgehen. au ja, das meer! schnell ins bikini geschluepft und noch ungekaemmt ueber den strand gelaufen und sich in die wellen gestuerzt. herrlich!

wir gehen kurz auf den markt und ich kaufe in einem veloladen einen reifen. ich bin nicht ganz begeistert davon, aber es ist das beste, was sie zu bieten hatten. am nachmittag kommen katrin und dominic mit ihren beiden kindern auf einen sprung vorbei. zu ihnen wollte ich eigentlich erst am montag gehen, mit dem bus von auckland aus. sie haben aber einen campervan, einen kleinen zwar nur, aber das surly und all das gepaeck inklusive mir passen rein! so fahre ich schon am sonntag abend mit der familie nach whangarei, das busticket verfaellt.

 

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