kerikeri – hihi beach

der morgen beginnt in der gleichen düsteren stimmung, in der ich gestern schlafen gegangen bin. ich gehe nochmal zur tankstelle, aber das pumpen funktioniert nicht. das ventil ist einfach komisch. in der tankstelle gibt es immerhin flickzeug, falls mir meines ausgeht. die frau an der kasse bedauert mich und sagt, es gebe einen veloladen in kerikeri. ich finde den auch gleich, kaum angeschrieben in einem hinterhof. der herzige mech wirtschaftet allein in seiner kleinen bude. awesome bike, flattiert er erstmal das surly. er habe sich auch grad eines gekauft.
ich klage ihm mein leid mit der pumpe und er sieht sich das an. kommt zum gleichen schluss wie ich mittlerweile: der stift im ventil ist zu kurz.
jedenfalls hat der mech einen schlauch auf lager, mit presta-ventil, das geht auch einwandfrei mit meiner pumpe. ich ersetze den schlauch gleich vor ort, auf dem kiesplatz. wie wundervoll das ist, wenn sich der schlauch mit jedem pumpenhub mit luft füllt. herrlich! ich kann gerade zusehen, wie der pegel meiner glückseligkeit ansteigt. platten sind zwar mühsam, halten einen aber mit genügend flicken und einer guten pumpe nicht vom fahren ab.
guter laune gönne ich mir erstmal einen kaffee. kerikeri ist ein recht herziger ort mit ein paar schönen cafes, dem camping unten am fluss und dem üblichen sortiment an läden.

fünf kilometer dauert es, bis ich wieder auf dem highway 10 bin. es ist heiss, die sonnencreme klebt in den kniekehlen und der schweiss läuft. ich kann mich wieder auf die umgebung konzentrieren und habe nicht ständig ein auge auf dem hinterrad und das andere da, wo ich fahre, um allen glasscherben auszuweichen. so macht es viel mehr spass!

unterwegs zwischen kerikeri und mangonui

unterwegs zwischen kerikeri und mangonui

die strasse windet sich durch täler und hügeln entlang, die steigungen sind angenehm. hie und da geht ein wind, aber er bringt kaum kühlung, heiss bläst er mich an.
in kaeo ist es zeit für etwas zu essen. das örtchen ist vielleicht hundert meter lang, links und rechts der hauptstrasse reihen sich cafes, läden, eine kirche, eine tankstelle und einige weitere häuser aneinander. ich entscheide mich für ein cafe mit leicht von der strasse zurückversetzter terrasse. in einer örtlichen zeitung lese ich von einer fernsehsendung, in der in vier tagen ausgewählte marae (versammlungshäuser der maori) in stand gesetzt werden.

kaeo, 100m dorf

kaeo, 100m dorf

zmittag in kaeo

zmittag in kaeo

unterwegs zwischen kerikeri und mangonui

unterwegs zwischen kerikeri und mangonui

ob da mal jemand aus der schweiz ausgewandert ist?

ob da mal jemand aus der schweiz ausgewandert ist?

fünf kilometer vor mangonui, wo ich übernachten will, beginnt es zu tropfen. das wasser ist eine willkommene abkühlung. ein schild zeigt zum hihi beach camping, mit dem zusatz „last camping for miles“. ich fahre trotzdem weiter, durch eine mangrovenbewachsene flussmündung in das kleine örtchen. tatsächlich nur ein stellplatz für campervans und alle motels sind voll. im supermarkt kaufe ich gemüse für das abendessen und eine glace. das bedeutet doch zum hihi beach und damit noch zehn kilometer.
ich nerve mich, schicke mich aber drein. ich weiss ja noch nicht, was für ein schöner abend das wird.

die abzweigung kommt ewig nicht. schliesslich ist sie da, der weg führt über einen hügel und ein regenschauer entlädt sich über mir. die dunkle wolke sehe ich nur, wenn ich steil nach oben schaue. rund herum blauer himmel und sonnenschein. über die bucht hinweg kann ich auf mangonui schauen. der regen macht die kleider nass, aber es fühlt sich sehr tropisch an und kühlt nicht ab. ich fahre an einem schönen strand entlang zum camping. es ist wenig los, das office ist zu, man soll sich niederlassen und am morgen zahlen, steht an der tür.

zum abendessen an den hihi beach, der gar nicht hihi, sondern schön ist, klein, mit sand und knorrigen, halb liegenden bäumen, auf denen man bequem sitzen kann. zuerst ein kurzes bad, lege mich ins angenehm kühlende wasser. im bikini sitze ich da, schnipple gemüse und koche. das wasser zieht sich langsam zurück, bringt mich aber hie und da mit einer aus dem nichts auftauchenden grösseren welle zum aufschauen. die sonne wirft einen gleissenden strich aufs wasser. auf den bildern von munch als i dargestellt. mir war als kind nicht ganz klar, was dieses i bezwecken sollte. seit ich es verstanden habe, denke ich bei jedem sonnenuntergang am wasser daran. ein schwarm fliegender fische hüpft vorbei. so romantisch ist es, abgesehen von der tatsache, dass ich alleine hier bin. möwen stolzieren auf dem sand herum, hinterlassen feine zeichnungen, streiten sich. ich sehe der sonne beim sinken zu, bin ganz ruhig und zufrieden. zufrieden, dass ich jetzt genau hier bin.

znacht am hihi beach

znacht am hihi beach

hihi beach

hihi beach

sonnenuntergang am hihi beach

sonnenuntergang am hihi beach

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