oakura bay – waitangi

anfangs geht es recht eben durch täler, ab und an etwas heruntergekommene häuser. auf einem schild steht, freilaufende hunde würden erschossen. gemäss dem nächsten schild werden alle hunde erschossen. noch ein schild später soll man freilaufendes vieh melden, eine telefonnummer ist angegeben.
plötzlich lautes gebell, drei hunde rennen bellen und knurrend auf mich zu. warnung vor dem hund steht am gatter. in der gleichen zehntelsekunde merke ich, dass das grundstück nicht eingezäunt ist. ich stehe sofort mit beiden füssen ab. aus meinem bauch steigt ein nervöses kichern auf, scheinbar unvermeidlich werde ich angegriffen. zuvorderst ein aggressiv kläffendes, knurrendes weibchen einer dieser kampfhunderassen, mit wiegendem, ausgebildeten gesäuge. ein muttertier. ich bin nicht sonderlich aufgeregt, denke einfach, shit. das unglaubliche passiert, das weibchen stoppt am rand des gartens, zwischen uns ist nur ein geneigtes meterhohes bord. ich stehe noch immer über dem surly, stosse es so vorwärts, weg von dem verteidigten territorium, wage keine hastige bewegung zu machen. das weibchen knurrt mich weiterhin aggressiv an.

bay of islands

bay of islands

dann beginnt das auf und ab. immer über einen geländearm, dann runter auf wasserhöhe, schöne sandige strände, blaues wasser. sehr anstrengend, ausserdem brennende hitze. ich stosse immer wieder, es ist einfach zuviel.

eine der vielen buchten am bay of islands

eine der vielen buchten am bay of islands

kurz vor russell, wo ich die fähre nehme, mache ich einen kurzen spaziergang in einen mangrovenwald.

mangroven

mangroven

russell ist ein herziges, recht touristisches städtchen. nach einer limo und einem stück carrot cake fährt auch schon die fähre nach paihia. ein kreuzfahrtsschiff liegt in der bucht und fast alle leute auf der fähre sind von diesem kreuzer. es ist eng und den leuten sichtlich zuwider – oder einfach fremd -, mir platz zu machen. aber wir sind in 15min drüben. dann sind es noch drei kilometer nach waitangi. ich fahre gleich zum museum und stelle fest, dass gerade heute ein hangi mit cultural performance angeboten wird. da will ich hin! also schnell zum zeltplatz, aufstellen, duschen und zum hangi.

hangi ist ein maori-essen. dabei wird traditionellerweise manukaholz verbrannt, das steine erwärmt. ist das holz abgebrannt, fallen die steine in die darunterliegende grube. darauf kommt fleisch und gemüse in nasse tücher eingewickelt. dort gart es über stunden. privat werde das auch so gemacht, sagt john, der uns durch den abend führt. bei einem anlass, den das museum für die besucherlnnen anbiete, müssen aber die hygienevorschriften eingehalten werden. darum seien die steine ganz traditionell mit gasbrennern glühend gemacht worden. wir lachen. die grube ist eine vertiefung, schön mit plättli ausgekleidet. der maori, der für das hangi verantwortlich ist, erklärt uns alles und zeigt uns das gegarte lamm- und rindfleisch, poulet, dazu kumara (süsskartoffel), kürbis und alles mit kohlblättern bedeckt.

beim hangi - der korb mit dem fleisch und dem gemuese wird aus der kochgrube gehoben, erhitzt wurde das essen durch heisse steine

beim hangi – der korb mit dem fleisch und dem gemuese wird aus der kochgrube gehoben, erhitzt wurde das essen durch heisse steine

mit kabisblaettern wird fuer genuegend feuchtigkeit gesorgt und alles mit nassen tuechern bedeckt

mit kabisblaettern wird fuer genuegend feuchtigkeit gesorgt und alles mit nassen tuechern bedeckt

so funktioniert das hangi traditionellerweise: das manukaholz wird angezuendet und heizt die steine auf, wenn das holz verbrannt ist, fallen die steine in die grube darunter, das esswaren kommt dann in nasse tuecher gewickelt darauf - natuerlich viel zu unhygienisch fuer eine veranstaltung wie die heutige, privat werde das aber durchaus so gemacht

so funktioniert das hangi traditionellerweise: das manukaholz wird angezuendet und heizt die steine auf, wenn das holz verbrannt ist, fallen die steine in die grube darunter, das esswaren kommt dann in nasse tuecher gewickelt darauf – natuerlich viel zu unhygienisch fuer eine veranstaltung wie die heutige, privat werde das aber durchaus so gemacht

während das personal des museumscafes das buffet herrichtet, gehen wir über das gelände zum geschnitzten versammlungshaus der maori. ein mann bläst auf einer muschel, dann rennen andere männer aus dem haus, fuchteln mit speeren, schneiden grimassen und stolzieren wachsam und misstrauisch auf und ab. erstmal einschüchtern, was natürlich auch prompt gelingt. dann begrüsst uns eine frau und bestimmt einen chief. die person muss nach der antrittsrede des häuptlings dafür danken, dass wir so freundlich willkommen geheissen werden. sie wählt ausgerechnet einen alleinreisenden schüchternen österreicher aus, der neben den tätowierten selbstbewussten maori noch bleicher wirkt. aber er ergibt sich seinem schicksal und macht es ganz gut.

kulturelle darbietung, sie fuehrt uns durch und erklaert immer mal wieder, was geschieht

kulturelle darbietung, sie fuehrt uns durch und erklaert immer mal wieder, was geschieht

ins haus gehen wir ohne schuhe.

erstmal testen, ob wir in friedlicher oder kriegerischer absicht kommen, der junge maori fuchtelt sehr eindrucksvoll vor uns herum, legt dann ein friedensgeschenk ab

erstmal testen, ob wir in friedlicher oder kriegerischer absicht kommen, der junge maori fuchtelt sehr eindrucksvoll vor uns herum, legt dann ein friedensgeschenk ab

musik - laut, praezis und rhythmisch

musik – laut, praezis und rhythmisch

während die alten instrumente mit ihren teiltönen etwas anstrengend sind, ist der gesang eindrucksvoll und viel näher an unserem tonsystem. seit einzug der europäerlnnen verwenden die maori auch gitarren.

demonstration von verschiedenen spielen, mit hoher geschwindigkeit werfen sich die vier die stoecke danach uebers kreuz zu

demonstration von verschiedenen spielen, mit hoher geschwindigkeit werfen sich die vier die stoecke danach uebers kreuz zu

es macht spass und zwar nicht nur uns. die performance gruppe macht es gut und gerne. sie wechseln auch immer mal das programm aus, sagt john hinterher. ich habe nicht das gefühl, es sei nur scharade für die touris.

starke stimme, die traditionelle gesichtstaetowierung der frauen ist hier aufgemalt, sie wird schon laenger nicht mehr praktiziert

starke stimme, die traditionelle gesichtstaetowierung der frauen ist hier aufgemalt, sie wird schon laenger nicht mehr praktiziert

die ganze gruppe

die ganze gruppe

da es eine touristenattraktion ist, muss man natuerlich auch beim fotoshooting mitmachen, macht spass

da es eine touristenattraktion ist, muss man natuerlich auch beim fotoshooting mitmachen, macht spass

bei den kriegskanus geht es vorbei zurück zum restaurant. interessant: es gibt süss- und salzwasserkanus. dafür werden unterschiedlich schwere holzarten verwendet, aufgrund des unterschiedlichen auftriebs. und süsswasserkanus sind leichter, da sie hier oft ausgewassert und zum nächsten fluss getragen werden mussten. das grosse zeremonielle kriegskanu, das dort ausgestellt ist und zu bestimmten gelegenheit zu wasser gelassen wird, hat platz für 150 männer, aber zum tragen braucht es 300. ein salzwasserkanu aus dem holz der totara. jeweils am waitangi day wird es verwendet. mitrudern darf jeder, unabhängig von hautfarbe, nationalität oder stamm. aber männlich muss man sein.

hangi - links suesskartoffeln, kuerbis und kartoffeln, rechts stuffing, spinat und kabis

hangi – links suesskartoffeln, kuerbis und kartoffeln, rechts stuffing, spinat und kabis

hangi - lamm, schwein, poulet, algensalat, spinat, kartoffeln, suesskartoffeln, kuerbis, stuffing, kabis, kartoffelsalat... fein wars!

hangi – lamm, schwein, poulet, algensalat, spinat, kartoffeln, suesskartoffeln, kuerbis, stuffing, kabis, kartoffelsalat… fein wars!

das essen ist gut und es gibt genug. eine frau fragt mich, ob ich heute auch gefahren sei. sie habe mich zweimal überholt und ich hätte beide male gestossen. ich glaube, daraus spricht die hilflosigkeit der leistung gegenüber, neuseeland zu beradeln. ja, sage ich, 55 km stossen hätte nicht gereicht. ausserdem heisse das velo hier ja pushbike.

beim znacht sitze ich neben einer engländerin, die ursprünglich neuseeländerin ist. unter anderem erzählt sie mir vom goodie goodie gumdrop eis. das werde ich demnächst probieren.
auf dem heimweg zu fuss durch waitangi begegnet mir tatsächlich ein betrunkener junger maori, die flasche schwenkend.

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