tapotupotu bay – cape reinga – awanui (bus) – ahipara

ich bleibe lange liegen. der steile gravelaufstieg zur hauptstrasse und die unsicherheit über den verlauf des heutigen tages belasten mich. als ich erstmals aufstehe, merke ich sofort, wie müde mein körper immer noch ist. so war es in den ganzen vergangenen wochen nicht. ich esse viel zum frühstück – immer noch von katrins sauerteigbrot, das sich wunderbar hält – und koche tee. trinkwasser abkochen. ich merke richtig, wie widerstrebend ich zusammenpacke. immerhin ist das zelt trocken, das ist selten der fall. also die innenseite des aussenzelts ist meist nass von der atmung und ich muss das innenzelt zum verpacken aushängen.
zum hochstossen das hörbuch rein. die müden arme arbeiten mechanisch. es ist ja nicht einfach stossen, das ginge ja. es ist auch ausbalancieren, da die reifen auf dem schotter schlecht greifen.
die fahrt zum cape ist nur sechs kilometer und ich beisse mich durch die steigungen. am cape selbst will nicht so richtig freude aufkommen. ich schaue alle leute an, die campervans, wer nimmt mich eventuell mit? der unterschied zu den kiwis ist gravierend. die touris sind reserviert, schauen einen beim vorbeigehen nicht mal an. ich gehe runter zum leuchtturm. der horizont ist verschwommen. hier kommt die tasmansee mit dem pazifik zusammen. ich habe mich die ganze zeit darauf gefreut. aber ich achte mich nicht, wie ich erst an abend erschrocken feststellen werde. ich bin so entsetzt über den gedanken, zurückzufahren.

cape reinga leuchtturm

cape reinga leuchtturm

cape reinga, gut 1400 km sind es bis nach bluff (sueden der suedinsel)

cape reinga, gut 1400 km sind es bis nach bluff (sueden der suedinsel)

zurück auf dem parkplatz spuckt ein tourbus gerade seine ladung aus. der fahrer ist ein sehr sympathisch wirkender maori um die fünfzig. ich warte, bis die leute in richtung leuchtturm verschwunden sind. der busfahrer wischt den bus aus, alles ist voller sand. ich nähere mich dem bus und bin noch immer einige meter entfernt, da ruft er schon, hi there und how are you today, wie sie das hier immer fragen. ich erkläre ihm mein anliegen. er kann es bestens nachvollziehen und sieht auch kein problem. er will nur auf den kollegen warten, ob der vielleicht mehr platz hat. er ruft aber schon mal in der zentrale an und fragt, was es kostet. der stress in mir will sich lösen, wird aber von der angst zurückgehalten, dass es vielleicht doch nicht klappen könnte.
doch es klappt. ich verlade surly und taschen. während wir warten, schenkt mir der busfahrer ein halbes sandwich. ich dachte, hier dürfe man nicht essen, sage ich. cape reinga ist ein heiliger ort für die maori. die seelen der verstorbenen gehen von hier nach hause. das gelte nur am cape unten, sagt der busfahrer.

langsam trudelt die gruppe ein und als alle sitzen, stellt mich der busfahrer vor. ich sei eine velofahrerin aus der schweiz und sei mit dem velo ans cape gefahren. dann habe ich zurückgeschaut und gedacht, bugger. alle lachen und ich bin sozusagen aufgenommen. ein paar kommt nach vorne, ein romand mit seiner frau. es wird sofort parliert. dann scheucht uns der busfahrer nach hinten, bei so viel französisch könne er sonst nicht mehr fahren.

ich sitze also neben der frau des romand. sie ist aus neu-kaledonien, wo die beiden auch schon seit 46 jahren wohnen. wer auch nicht weiss, wo das ist: eine kleine insel zwischen australien und neuseeland unter französischer fahne. die frau ist nach eigenen aussagen eine bavarde und das kann ich nicht bestreiten. sie textet mich richtig zu, ich kann kaum raussehen oder den ausführungen des chauffeurs lauschen, wenn wir an einem marae vorbeifahren. ich verstehe sie recht gut, aber kann kaum antworten.

beim zmittag – fish and chips, und nicht die besten -, komme ich mit einer jungen schweizerin ins gespräch und entkomme so zwischenzeitlich dem französischen redeschwall. zurück im bus sagt die frau, die anderen hätten sich gefragt, wie ich so hell bleiben könne bei dieser sonne. ich lache und ziehe wenig das hosenbein hoch, das ist hell, sage ich. ich werd einfach nur sehr langsam braun. aber im vergleich zu den neukaledonierinnen mit ihrer schon fast lederkombiartigen bräune sind meine braunen beine natürlich vornehm blass.

und dann sind wir in awanui und ich steige aus. der bus fährt weiter nach paihia. surly beladen und quer durch awanui direkt nach kaitaia. mich mit nahrungsmitteln und geld eindecken und nach ahipara fahren. hier bleibe ich zwei nächte, um mich zu erholen.

 

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