ngawha springs – omapere

ich erwache, weil es in der küche scheppert. da ich weiss, dass hemaima um halb acht losfahren muss, stehe ich auf. zum frühstück gibt es porridge, ich mache gute miene dazu. nehme sogar ein zweites mal, weil tahi sagt, diese energie werde langsam abgegeben und daher ideal zum radfahren. mit genug zucker und rahm gehts auch runter.

bevor hemaima abfährt, mache ich ein foto von den beiden. da tahi um halb zehn an einer sitzung im gefängnis sein muss, packe ich auch bald zusammen. er nimmt mir – wie hemaima zuvor – das versprechen ab, wieder zu kommen. hemaima hat mir auch eine übernachtung für heute abend bei einer freundin von ihr organisiert.

hemaima und tahi (mit kotiro)

hemaima und tahi (mit kotiro)

zurück in kaikohe kaufe ich erstmal ein. es gibt sogar güetzi mit hokey pokey! als ich aus dem laden komme, sitzt neben dem surly ein älterer, ungepflegter mann, die zerrissenen hosenbeine in violette socken gestopft. wir tauschen die üblichen begrüssungsfloskeln aus. er sei auf der suche nach ein paar dollars, sagt er. ich schaue, was ich tun kann, entgegne ich und werde ein zwei-dollar-stück los.

im goldfish corner will ich kaffee trinken und denke, der müsste bald kommen. dort würde ich gerne den heranrückenden regen aussitzen. aber leider kommt das wasser zu früh herunter. ich verstaue zwar die einkäufe noch am trockenen, werde selber aber ziemlich nass. wütend strample ich vorwärts und befürchte schon, das einzige cafe auf der strecke verpasst zu haben.

nachdem ich was trockenes angezogen habe, sitze ich gemütlich zwei stunden an der wärme, trinke kaffee und esse ein blt-toastie (bacon, lettuce, tomato). schreibe dabei am blog weiter. marara, die freundin von hemaima, bei der ich übernachte, ist erst zwischen vier und fünf zu hause und es sind nur noch 20 km.

das klientel ist unterschiedlich hier. von maori-arbeitern zum mittagessen zu älteren und alten touristenpaaren zum kaffee bis zur durchnässten velofahrerin mit sitzleder gibt es alles. die nette ältere besitzerin mit roten haarsträhnen und tätowiertem innenohr kennt mich von gestern.

nach fast zwei stunden steige ich in meine halbwegs trockenen sachen und weiter gehts. es regnet nicht mehr, die sonne kommt und es ist feucht-heiss. die 20 km sind dann doch ziemlich wellig und ausserdem beginnt es wieder zu regnen. kein starker regen, aber einer, der sich in alle ritzen schleicht. ich habe nur die helmhaube montiert, weil ich nicht mag, wenn das wasser durch den helm übers gesicht drüber läuft.
bald ist der hokianga harbour in sicht. auf der anderen seite der wasserfläche weicht der dichte wald bald nacktem sand: dünen.

in opononi kurz in die tourist info. es gibt nachttouren im waipoua forest unter maori-leitung. das würde ich gerne machen. heute bin ich aber zu spät und vom morgigen camping aus holen sie einen nicht ab. also erstmal zu marara und schauen, ob ich vielleicht zwei nächte bei ihr bleiben kann.

es geht ziemlich steil hoch und oben auf dem hügel in eine gravel road. die sicht auf den harbour ist fantastisch. als ich zum haus von marara einbiege, sitzt sie auf der veranda vor dem haus, eine ältere frau in shorts, baseball cap auf dem grauen haar. sie sieht weit enrfernt von 70 aus. mir kommt ein massiger bullmastiff auf mich zu, schwänzelt, dass es den ganzen körper bewegt und riecht am velo.

ein sehr schönes haus. nicht nur die lage, auch die hohen räume, die weissen wände und die alten holztüren, -fensterrahmen und der einbauschrank aus holz in meinem zimmer. zusammen mit den gemusterten vorhängen und der leicht glänzenden bettwäsche wirkt es sehr schick.

marara kocht flunder und salat. sie freut sich sichtlich über gesellschaft. alleine hätte sie nur ein sandwich gegessen, sagt sie.

plötzlich ein auto vor dem haus, zwei frauen steigen aus. helen, in mararas alter und te arani, um die fünfzig. sie fällt auch gleich mit der tür ins haus, nachdem sie mich begrüsst haben, als wären wir verwandt: was machst du am montag morgen, wir haben ein meeting und brauchen deinen support, sagen sie zu marara. die tischt den beiden erstmal essen auf und das gespräch geht in eine allgemeine wirkung.
te arani fragt mich allerlei und bereitet schliesslich die grosse frage vor. was könnte man mit dem vielen ungenutzten maori-land machen? das ist kaltes wasser und ich sondiere vorsichtig. im gespräch stellt sich heraus, dass das grösste problem das hiesige landvererbungssystem ist. wie im wallis. das land wird in jeder generation auf alle kinder aufgeteilt. dadurch gibt es heute pro acre (2,5 ha) einige bis hunderte besitzerlnnen. verhandlungen sind kompliziert, manche leute wissen gar nicht um ihren landbesitz. und wer gute ideen und das nötige wissen hat, scheut sich davor, etwas aufzubauen, weil dann alle was abhaben wollen.

nach dem essen kniet sich te arani vor einem flipchartbogen auf den teppich, die filzer neben sich. ich beobachte gespannt die diskussion der drei maori-frauen. sie sind alle in einem community development committee und die leute vor ihnen haben wenig geleistet. darum haben sich te arani und helen einen plan ausgedacht, für den sie mararas unterstützung brauchen. te arani legt die ganze argumentation und den plan dar, hin und wieder mit maori-wörtern gespickt, die ich nicht verstehe. ausserdem sagt sie sachen wie „wir bringen den berg zum meer“ und „das wäre also der fluss“, die ich auch nicht ganz verstehe. und diese frauen können lachen! als nämlich klar ist, dass marara den plan unterstützt, wird die stimmung wieder entspannt.
und plötzlich verabschieden sie sich und sind weg.

marara und ich schauen wytcliffe und dann bin ich bettmüde.

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