wellsford – kaukapakapa

was für ein schöner zweitletzter tag – diesen satz hatte ich mir für den heutigen blog vorgenommen, als ich durch die hügelige weidelandschaft fuhr, bei angenehmen 22 grad, wenig verkehr und weit entfernt das blau des kaipara harbour auftauchte.

kaipara harbour

kaipara harbour

unterwegs nach kaukapakapa

unterwegs nach kaukapakapa

leider wurde der tag ab ungefähr viertel vor zwei – zwei kilometer vor kaukapakapa – allzu ereignisreich und führte schliesslich dazu, dass ich zwar keine notfallaufnahme, wohl aber eine ambulanz von innen sah. doch alles der reihe nach.

beim letzten downhill flog mir ein insekt an den hals, hart wie ein kieselstein bei 45 kmh. es wurde aber nicht weggeblasen, sondern verirrte sich in meinem tshirt und stach mich schliesslich, als die strasse gerade wieder flacher wurde. eine biene! ich bin ja vor einigen wochen schon mal gestochen worden und hielt sofort an. im rückspiegel sah ich, dass der stachel noch festsass. ich hatte kaum die pinzette des sackmessers hervorgeholt, als ein auto anhielt. ob alles in ordnung sei, fragt eine frau. ob sie mir den stachel ziehen könne, bitte ich sie. danach fuhr ich weiter.

in kaukapakapa gleich mal zum hairdresser’s, vielleicht hab ich ja glück. hab ich. nach einigen minuten auf dem stuhl fängt es überall an zu brennen und ich kann im spiegel zuschauen, wie meine augen zuschwellen. ich sage der coiffeuse, der halbe kopf ist schon geschnitten, ich sei gestochen worden und fühlte mich etwas komisch. als sie nach dem stich fragt und ich ihr die stelle sage, stellen wir fest, dass ich massiven ausschlag habe. da es im dorf keine medizinische fachperson gibt, ruft sie die ambulanz. der kreislauf macht probleme, mir ist übel und es juckt ziemlich, aber ich habe keine atembeschwerden. wir warten auf die ambulanz und weil wir beide nervös sind, schlage ich ihr vor, doch mit dem haarschneiden fortzufahren. meine frisur ist fertig und die ambulanz noch immer nicht da. die coiffeuse beginnt dann mit der nächsten, angemeldeten, patientin und behält mich im auge. ich lese ein heftli, um mich abzulenken. so eine coiffeuse will man um sich haben in dieser situation, wenn es denn eine coiffeuse sein muss. um die fünfzig mit kurzem grauem haar und einem freundlichen lachen, ist sie ruhig geblieben und hat die offenbar allergische velofahrerin und die restliche kundschaft nebeneinanderher jongliert. es war schon wieder etwas besser geworden oder zumindest nicht schlimmer.

dann kam die ambulanz und mit ihr ein arzt und ein freiwilliger, beide in dunkelgrünem tuch, sahen aus wie ranger. sie nahmen mich in die ambulanz mit, fragten und massen allerhand und gaben mir dann ein antihistaminikum und etwas gegen das jucken. da wir auf die wirkung warten mussten, schrieb der freiwillige am bericht und der arzt unterhielt mich. sagte mir, wie es weitergehen könnte (das nächste mal könnte es noch schlimmer werden) und wir plauderten über dieses und jenes. ich fragte ihn, warum alle ambulanzen st. john heissen. offenbar unterhält der neuseeländische staat zwar spitäler und feuerwehren, aber keine ambulanz. diese dienstleistung wird von der st. john organisation gestellt und vom staat finanziell unterstützt.

sie stellen mich vor die wahl, mich ins medical centre nach helensville zu bringen oder alleine zurechtzukommen und im zweifelsfall wieder anzurufen. so verabschiede ich mich von john und marc und sitze eine weile im coiffeursalon. es geht mir ganz ok, nur vermute ich grossflächigen ausschlag.

nachdem mir anna, die coiffeuse, das versprechen abgenommen hat, morgen kurz vorbeizuschauen, fahre ich die 200m zum pub, der auch zimmer anbietet. eine junge frau führt mich zu motelartig angeordneten zimmern. ich lade alles ab, nehme aber das surly auch ins zimmer.

im spiegel seh ich dann, dass es übel aussieht. eine lauwarme dusche tut wunder. jedenfalls lässt sich die gottesanbeterin im vorhang nicht irritieren. neben ihr hängt die hülle einer artgenossin (oder eines artgenossen? töten nicht die weibchen die männchen?).
während tee trinken, bloggen und lesen geht der ausschlag zurück und ich bin schon bald bereit für ein abendessen im pub. ein country beef burger mit chips und ein speight’s.

gottesanbeterin (mit ex) im motelzimmer

gottesanbeterin (mit ex) im motelzimmer

ein zimmer beim pub gemietet, wieder mit surly

ein zimmer beim pub gemietet, wieder mit surly

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