kaukapakapa – devonport (auckland)

ich schlafe schlecht. eine fliege und drei mücken halten mich wach. hätte doch das mückenabwehrmittel noch mitschleppen sollen.

da der pub erst um zwei aufmacht, ist da natürlich kein frühstück zu erwarten. der diner im container neben dem pub hat aber schon auf. ich lasse mich für einen cappuchino und ein bacon-cheese-toastie in einem der hässlichen sessel nieder, die vor dem container stehen. es herrscht reger betrieb, leute holen sich ihren kaffee oder sonstwas zum znüni. bevor ich das zimmer verlasse, scheuche ich noch die gottesanbeterin nach draussen. vielleicht ist ihr kollege in dem zimmer nämlich auch einfach verhungert.

zweihundert meter fahre ich und stoppe vor annas friseursalon. sie hat gerade keine kundschaft und daher zeit für ein schwätzchen. sie findet, ich sähe deutlich besser aus als gestern. all die schwellungen sind weg, bis auf die region des stichs. aber das bleibt wohl noch eine weile empfindlich. sie gibt mir ihre karte und ich
sage, wenn ich wieder im land bin, komme ich für einen haarschnitt vorbei.

anna, hat mir die haare geschnitten und fuer mich die ambulanz angerufen

anna, hat mir die haare geschnitten und fuer mich die ambulanz angerufen

dann geht es richtig los, sechzehn kilometer bis dairy flat. ruhiger verkehr, angenehme 22 grad, grasende milchkühe. mir scheint, ich nehme alles deutlicher wahr als sonst, stoppe immer wieder, um recht unspektakulaere landschaft zu fotografieren, schaue in die hauseinfahrten, atme bewusst noch einmal den eukalyptusduft ein.

in einem kleinen gemueseladen gibt es eine cola und zwei flache pfirsiche.
laedeli unterwegs

laedeli unterwegs

in dairy flat gibt es eine glace, zwei arbeiter sprechen mich an. aus ihrem family van haben sie zwei plastikstuehle ausgeladen und fuers mittagessen vor dem laden aufgestellt. aus tupperwares loeffeln sie etwas recht undefinierbares und essen toastbrot dazu.
aber ob cola oder eis, sie schieben das unvermeidliche nur unscheinbar hinaus: dass ich mich mit jedem kilometer dem ende meines projekts, meiner reise, meiner tour naehere: devonport.
in dairy flat geht es kurz in richtung hw1, dann aber ueber die wilks road und eine bruecke ueber den hw1 auf eine kleinere strasse, die in sueden richtung auckland fuehrt. es sieht aus wie die autobahn ungefaehr auf der hoehe muenchenbuchsee.
sh1 in richtung auckland - zum glueck muss ich da nicht drauf

sh1 in richtung auckland – zum glueck muss ich da nicht drauf

die haeuser stehen dichter, der verkehr nimmt etwas zu und ich fahre in die agglomeration von auckland ein. ein ort reiht sich nahtlos an den anderen, ich orientiere mich zwar an den namen, aber ich weiss nicht genau, wann ich welches dorf erreicht habe. google maps lotst mich bald von einer hauptstrasse weg in ruhigere quartierstrassen. einige kilometer wohnhaeuser, dann wieder eine strasse mit cafes, laeden, betrieb freitagnachmittags, dann wieder wohnhaeuser.
von einem huegel aus sehe ich schon auf das meer hinunter. wieder einmal seit langem kann ich auf einem velostreifen fahren.
durch die vororte in richtung auckland, wieder auf einem velostreifen! vorne seh ich schon das meer

durch die vororte in richtung auckland, wieder auf einem velostreifen! vorne seh ich schon das meer

auf der t2-spur (morgens nur fuer autos mit mindestens zwei personen drin, busse, taxis und velos) parken fahrzeuge. ich naehere mich immer schneller den 48 kilometern, die google maps fuer die heutige etappe berechnet hat.
bald folge ich dem wegweiser devoport. in einer seitenstrasse setze ich mich in ein cafe, ein letzter zeitvertrieb, ein mittagessen und ein cappuchino und dann bin ich schon bald auf strassen, die ich kenne. ploetzlich faehrt ein auto neben mir mit, scheibe runter, ein mann mit blonden haaren fragt, brauchst du noch einen platz zum zelten heute abend. ich sage, nein danke, hab schon was und das auto ist weg. spaeter sehe ich sie im garten, ich werde in der gleichen strasse uebernachten.
und dann bin ich da, die hausnummer und das haus bekannt, ich fahre die letzten meter, kann das velo wieder mal nirgends anstellen, es fuehlt sich noch gar nicht anders an als sonst, bin nur froh, hat das hinterrad noch mitgemacht. vermutlich ist es nicht mehr richtig zentriert, aber es hat gehalten. klingeln, robert kommt heraus, macht mir die garage auf, schiesst ein bild von mir, wie ich nach 3641 km durch neuseeland aussehe – aehnlich wie vorher, etwas leichter, etwas braungebrannter, aber doch unverkennbar ich.
nach 3641 km am ziel in devonport

nach 3641 km am ziel in devonport

kaum angekommen, sieht das zimmer aus, als habe eine bombe eingeschlagen. alle taschen geleert, sortieren, wegschmeissen, waschen.
nach dem abendessen auf der terrasse, abendsonne auf dem meer, die lichter in auckkland drueben sind schon angegangen, schauen wir „boy“, einen neuseelaendischen film. beruehrend, erschreckend, lustig.

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